Amadeus Bramsiepe, KIT
Luise Klink poses inside a chemistry lab for a photo.

Von der wissenschaftlichen Hilfskraft zur Erstautorin eines Papers – in einem Jahr!

Manche forschen ein Leben lang, ohne ein wissenschaftliches Paper als Erstautorin oder -autor zu veröffentlichen. Luise Kink ist es gelungen. Als reguläre Masterstudentin am KIT mit gerade einmal 25 Jahren. Wie es dazu kam, erzählt sie in clicKIT.

„Es hat mich sehr gefreut, unsere Ergebnisse zu veröffentlichen, aber ich wusste nicht, dass es so selten ist“, wundert sich Luise Kink bis heute hinter ihrem Schreibtisch am Institut für Nanotechnologie des KIT. Im Frühjahr 2026 hat die Masterstudentin nicht nur ein Paper publiziert, sondern es als Erstautorin in der renommierten Zeitschrift Journal of the American Chemical Society geschafft. Für viele ist dies die Krönung einer Forschungskarriere. Für Luise ist es wohl der Anfang.

Wie hat dir der Artikel gefallen? Nutze gerne unsere neue Bewertungsfunktion am rechten Bildschirmrand und sag uns deine Meinung! Damit hilfst du uns, unseren Content zu verbessern.

Die Teilnahme ist freiwillig und anonym.

Der Schlüssel: Offenheit, sich auszuprobieren

Dass es zu diesem frühen Erfolg kam, hat mit ihrer Offenheit zu tun. Im Studium wollte sie sich in alle Bereiche der Chemie einarbeiten, um herauszufinden, welcher ihr am besten gefällt. So jobbte sie im Bachelor in der organischen Chemie, absolvierte ein Mastermodul in physikalischer Chemie und kam zuletzt in die Forschungsgruppe von Oliver Townrow, um als wissenschaftliche Hilfskraft in der anorganischen Chemie zu schnuppern. „Das war so aussichtsreich, dass wir dann entschieden haben, aus der Aufgabe, die ich als wissenschaftliche Hilfskraft hatte, eine Masterarbeit zu machen“, berichtet Luise.

Das Ziel: Eine neue Katalysator-Möglichkeit mit Eisen(I) erstellen, die ohne teure und seltene Edelmetalle funktioniert sowie ohne hochtoxische Reduktionsmittel. Die römische Zahl beschreibt hier den elektronischen Zustand des Metalls. Eisen liegt in chemischen Verbindungen meist als Eisen(II) oder Eisen(III) vor. Für bestimmte katalytische Reaktionen ist Eisen(I) jedoch besonders geeignet, da es Elektronen leichter aufnehmen oder abgeben kann.

„Mein Betreuer Oliver Townrow hatte bereits Eisen(I) gegen Luft und Wasser stabil gemacht“, erklärt Luise. „Aber wir mussten noch testen, mit welchen organischen Molekülen es gut reagiert, ohne dass die Verbindung kaputtgeht.“ Nach vielen Stunden in Literaturrecherche versunken sowie am Glaskasten stehend, die Arme in dicke, schwarze Gummihandschuhe gesteckt, hatte Luise es geschafft: Sie bewies als weltweit Erste die Funktionalität dieser neuen, luftstabilen Eisen(I)-Quelle und ihre katalytische Fähigkeit. Langfristig könnten sich so Edelmetalle für gewisse chemische Reaktionen durch Eisen ersetzen lassen.

Verbindung von Forschung und Lehre als Trumpf für das KIT

Und was kommt nach diesem Durchbruch? „Das hat super viel Spaß gemacht. Oliver Townrow hat mich wahnsinnig unterstützt und mir viel Freiheit gelassen. Ich habe es ihm zu verdanken, dass ich als Erstautorin auf dem Paper stehe. Aber ich denke, dass ich zurück in die physikalische Chemie zum Promovieren möchte“, so Luise. „Da muss man sich mehr in die Grundlagen einlesen und weniger ausprobieren.“ Auch die Elektrochemie, beispielsweise für die Batterieforschung, reizt sie.

Dafür möchte die Studentin aus dem bayerischen Freising am KIT bleiben. Das entspannte Leben in Karlsruhe, die tolle Verbindung von Lehre und Forschung, die guten Wahlmöglichkeiten in der Chemie: Das alles gefalle ihr. „Und mit meiner Mitbewohnerin habe ich viele Zucchinipflanzen und unseren Kater Muk. Ich kann also sowieso nicht umziehen“, lächelt sie verschmitzt.

Isabelle Hartmann, 03.09.2026