Vom Hörsaal ins Labor: Studierende mischen beim globalen Bio-Wettbewerb mit
Studierende des KIT nehmen erstmals am weltweit größten Wettbewerb in der Synthetischen Biologie teil: iGEM (International Genetically Engineered Machine). Hier treten jedes Jahr etwa 400 Teams an. In clicKIT erzählen Karoline, Friederike und Thomas, wieso sie mitmachen und warum iGEM viel mehr als ein klassischer Wettbewerb ist.
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Die Teilnahme ist freiwillig und anonym.
Im Team treffen unterschiedliche Studienrichtungen aufeinander: „Dadurch, dass wir so vielfältig aufgestellt sind, lernen wir viel voneinander und unterstützen uns gegenseitig“, sagt Friederike, die im 6. Bachelorsemester Bioingenieurwesen studiert. Karoline ist am Ende ihres Biologie-Masters und Thomas studiert im 2. Bachelorsemester Chemische Biologie. „Ich war damals unsicher, als Ersti an so einem großen Projekt teilzunehmen“, erzählt Thomas. „Gleichzeitig hat es mich interessiert, wie Leute aus Bachelor und Master zusammenarbeiten und wie wir unsere Kompetenzen untereinander teilen können. Letztendlich muss man sich einfach trauen, mitzumachen.“
Durch das Projekt beschäftigen sie sich auch mit Themen, die im Studium zu kurz kommen. „In der Softwaregruppe programmieren wir gerade mit Python und JavaScript“, sagt Friederike. „Es ist schön, diese praktischen Fähigkeiten durch iGEM auszubauen und sich nicht nur auf die Studieninhalte zu beschränken.“ Dennoch achtet das 16-köpfige Team darauf, dass der Zeitaufwand für die einzelnen Personen ausgeglichen ist. „Es gibt viel zu tun, und wir kommunizieren untereinander, wer wie viel Kapazität hat“, sagt Thomas. Unterstützung bekommen sie außerdem vom Institut für Bio- und Lebensmitteltechnik des KIT: Professor Dirk Holtmann und Lukas Platz, der das Team betreut und sich nach eigenen positiven Erfahrungen mit dem Wettbewerb für die Teilnahme des KIT einsetzte, sind wichtige Ansprechpartner für die Studierenden.
Vom Organismus zum Werkzeug
In der Synthetischen Biologie greifen Forschende gezielt in biologische Systeme ein, um sie zu verändern. „Dafür nutzen sie Bausteine aus der Natur, zum Beispiel DNA“, erklärt Friederike. „Die modifizieren die Forschenden dann so, dass Organismen neue Eigenschaften erhalten.“ In seinem Projekt konzentriert sich das Team auf Hefe, die Proteinhüllen produziert. „Diese Proteinhüllen verändern wir, sodass sie Moleküle einschließen“, sagt Karoline. „Gleichzeitig sind sie abgegrenzte Reaktionsräume, die von außen geschützt sind – das nutzen wir, um enzymatische Prozesse darin ablaufen zu lassen.“
Ziel ist es, basierend auf der mRNA, einem Botenmolekül, das genetische Informationen zum Aufbau von Proteinen enthält, weitere Analysemethoden für die Stressreaktion von Hefe zu finden. „Am Ende bauen wir eine molekular-biologische Toolbox, die wir an zukünftige Teams weitergeben können und mit der wir auch angewandte Grundlagenforschung machen“, ergänzt Karoline. Damit will das Team helfen, biotechnologische Prozesse in der Industrie zu optimieren.
Neue Skills und internationale Vernetzung
Zum Wettbewerb gehört es, das eigene Forschungsprojekt mit Softwareprogrammierung, Öffentlichkeitsarbeit und Social Media-Beiträgen zu unterstützen. Auch Sponsoren musste das Team an Land ziehen, denn die Teilnahme ist eigenfinanziert. Bei all dem entstehe auch ein besonderes Gemeinschaftsgefühl – im eigenen Team und im Austausch mit anderen Teams.
„Unsere Gruppe ist ein offener Raum, in dem Leute zusammenkommen, die sich im Studium sonst nie kennenlernen würden“, sagt Thomas. Außerdem stehe einem iGEM auch zukünftig immer offen: „Eine Teilnahme ist jedes Jahr möglich“, ergänzt Karoline. „Von der Community und der internationalen Vernetzung profitiert man ein Leben lang.“ Wenn iGEM nächstes Jahr in die zweite Runde geht, freuen sich die drei schon jetzt auf spannende Projekte und ein Team, bei dem vor allem der Weg zum Sieg bereits das eigentliche Ziel ist.
Elisa Rachel, 25.06.2026


