Musik auf Augenhöhe
Ob ein Stummfilm im Stephanssaal, eine Aufführung von „Peter und der Wolf“ vor rund 300 Grundschulkindern oder eine Konzertreise nach Paris: Im KIT-Kammerorchester gestalten Studierende, Mitarbeitende, Alumnae und Alumni gemeinsam ihr Miteinander.
Für Luise Dauth war klar, dass sie auch während des Studiums weiter musizieren wollte. Als sie für ihr Studium nach Karlsruhe zog, suchte sie deshalb ein Orchester. „Mit anderen Musik zu machen, gibt mir ganz viel. Das bedeutet mir viel und macht mich glücklich“, erklärt Luise.
Auch Nils Dettweiler wollte nach der Schulzeit weiter im Orchester spielen. Seit fast drei Jahren spielt er im KIT-Kammerorchester. Besonders begeistert ihn der gemeinsame Weg bis zum Konzert. „Durch jede Probe kommen wir unserem Ziel näher und am Ende hört es sich immer gut an“, sagt Nils.
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Die Teilnahme ist freiwillig und anonym.
Ein Höhepunkt für beide war die Konzertreise nach Paris. Dank finanzieller Unterstützung war die Reise auch für Studierende erschwinglich. Für Luise blieb vor allem die gemeinsame Zeit in Erinnerung. „Wir sind als Gruppe deutlich enger zusammengewachsen“, meint auch Nils.
Ideen statt Hierarchien
Seit 2022 leitet François Salignat das Orchester. Seine Rolle beschreibt François anders als die eines klassischen Dirigenten: „Ich sehe mich weniger als Chef, mehr als Animateur.“ Entsprechend laufen die Proben ab. „Wir diskutieren viel und jeder bringt seine Meinung ein.“ François schätzt den Input der Studierenden besonders: „Sie bringen eine ganz neue Dynamik hinein und diesen Austausch zwischen den Generationen finde ich sehr spannend.“
Wie sich diese Haltung im Probenalltag zeigt, wird bei der Sitzordnung deutlich. Zwar sitzen erfahrene Mitglieder häufig weiter vorne, doch tauschen die Orchestermitglieder ihre Plätze regelmäßig. „Das sorgt auch dafür, dass man sich mit den anderen Teilnehmern auf einem Level fühlt“, sagt Nils. „Es ist mehr etwas Gemeinschaftliches und jeder kann mal die Initiative ergreifen.“ Auch Luise schätzt die offene Atmosphäre. „Am ersten Dienstag im Monat gehen wir oft zusammen ins Caminetto“, erzählt sie.
Warum das Orchester mehr als ein Hobby ist
Die Proben sind für Luise und Nils ein fester Termin neben Vorlesungen und Prüfungen. „Das sorgt dafür, dass ich einfach dranbleibe“, erklärt Nils. Luise schätzt den Ausgleich: „Es hilft mir, vom Unialltag abzuschalten.“ Vor allem aber liegen ihr die Menschen am Herzen. „Es bringt mir Freundinnen und Freunde, Gleichgesinnte, Musikerinnen und Musiker, mit denen man sich einmal in der Woche trifft“, sagt sie.
Wer das Orchester kennenlernen möchte, braucht laut Luise nur einen ersten Schritt: „Einfach mal dem KIT-Kammerorchester eine E-Mail schreiben, zur Probe kommen und sich selbst ein Bild machen.“ Wer anschließend Mitglied werden möchte, muss jedoch noch ein Vorspiel absolvieren.
Hannah Studinsky, 15.10.2026