Daniela Di Maio, KIT
Moderner Technik-Laborraum mit Studierenden an Forschungsstationen und Messgeräten.

Hackathon: 13 Teams, 32 Stunden, ein reales Problem

Bei 65 Teilnehmenden war Schluss: Das Orga-Team des 6. Hackathons des wbk Instituts für Produktionstechnik des KIT schloss das Anmeldeportal nach nur einer Woche. Wer es ins Rennen geschafft hatte, löste am 7. und 8. Juli 2026 im Team aus drei bis fünf Studierenden eine Challenge aus der Unternehmenspraxis.

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Die Teilnahme ist freiwillig und anonym.

Deadline war nach 32 Stunden mit dem Pitch vor der Jury. Gelohnt hat sich die Nachtschicht vor allem für die drei Siegerteams: Neben gutem Essen und jeder Menge Spaß erhielten die Teilnehmenden auch Zugang zu Technik, sie sonst nicht zugänglich ist. Die drei Siegerteams teilten sich zudem insgesamt 3 000 Euro Preisgeld. Am Start waren Bachelor- und Masterstudierende aus den technischen Studiengängen des KIT. Die meisten schätzen am Hackathon die Praxiserfahrung, so auch die beiden Mathematikstudenten Fabio Lehmann und Vincent Fleig. Ihre Motivation anzutreten, war vor allem die Möglichkeit, ein reales Projekt von Anfang bis Ende zu begleiten: „Im Studium haben wir viel Theorie. Beim Hackathon bekommen wir ein Problem und schauen, wie wir es lösen können.“

Zwei Personen arbeiten an einem Tisch mit Roboterarm.
Beim Hackathon setzten die Teams – hier die Drittplatzierten „Remanufacturing Vision“ – ihre Projekte um.
Zuschauerinnen und Zuschauer beobachten, wie Studierende ihre Ergebnisse präsentieren.
Anschließend mussten die Teams ihre Ergebnisse vor Publikum pitchen. Platz Zwei ging an „Larp-athon“, die mit Bauhelm auf die Bühne traten.
Studierende präsentieren ihr Projekt beim Pitch.
Mitglieder des Gewinnerteams Check-A-Bot beim Pitch.
Zwei Studierende halten einen Vortrag vor Publikum.
Die Jury zeichnete das kleinste Team RoboReady als Publikumsliebling aus.
Aufnahme von oben in eine Halle mit mehren Arbeitsstationen.
In den Räumlichkeiten des wbk arbeiteten die Studierenden zwei Tage lang hochkonzentriert.

Industriepartner sponsern und begleiten

In den vergangenen Jahren brachten die Industriepartner oft fertige Hardware mit, nach dem Motto: „Schaut mal, was ihr damit anfangen könnt“. Dieses Mal gab es reale, ungelöste Probleme aus dem Tagesgeschäft. Darunter zum Beispiel der Einsatz von humanoiden Robotern in der Produktion oder die Steuerung eines Roboterarms mittels KI. Ansprechpartner beider Unternehmen waren bis spät in die Nacht für Rückfragen und Mentoring vor Ort – und um die Herangehensweise der Teams mitzuerleben. Für sie ist der Hackathon auch eine gute Gelegenheit, sich als Arbeitgeber zu präsentieren.

Mit Tech-Support und Impulsen unterstützten die Gründer des Spin-offs Desoltic. Vor zwei Jahren selbst auf dem Siegertreppchen, brachten Max Möbius, Rouven Jachemich und Alexander Meiners jetzt konkrete Business-Aspekte in die Arbeit der Teams. Sie halfen, die Markttauglichkeit der Lösungen zu hinterfragen: „Wie kann ich nicht nur aus Tech-Sicht was Cooles machen, sondern mit der Idee auch potenziell Geld verdienen?“ Mit an Bord war wieder die KIT-Gründerschmiede. Sie bereitete die Teams in Workshops und Pitch-Trainings auf die Präsentation vor der Jury vor.

Und wer hat gewonnen?

Am Ende überzeugte das Team Check-A-Bot mit Till Laube, Tobias Wist, Vincent Fiedler und Jonas Iser die Jury. Ein Teil der Gruppe zählte bereits im Vorjahr zu den Siegern. „Für uns liegt der Mehrwert des Hackathons vor allem darin, dass man gezwungen wird, marktwirtschaftlich zu denken“, berichten sie. Die diesjährige Robotics-Challenge hat gut gepasst, denn Till und Vincent sind auch Gründer der Hochschulgruppe KAIRA (Karlsruhe Intelligent Robotics Association). Platz zwei ging an Larp-athon, Platz drei an Remanufacturing Vision. Zum Publikumsliebling erklärte die Jury das kleinste Team der Veranstaltung: das Duo RoboReady.

Ins Leben gerufen wurde der Hackathon vom ehemaligen wbk-Mitarbeiter Constantin Hofmann, der in diesem Jahr als Juror zurückkehrte: „Wir wollten zum einen Forschungsthemen in die Praxis bringen und den Studierenden die Möglichkeit geben, praktisch Erfahrungen zu sammeln. Und dann natürlich auch Nachwuchs für das Institut gewinnen.“ Sein Fazit aus Jury-Sicht: „Chapeau! Es ist schon was gerissen worden in den zwei Tagen.“

Simone Heinrich, 24.07.2026