Cynthia Ruf, KIT
Hand holding two small glass vials containing dark brown powder against a blue background.

Gute Frage: Wie wichtig ist günstiger Wasserstoff für die Energiewende?

Die rentable Nutzung von alternativen, nachhaltigen Energieträgern spielt eine immer größere Rolle. Tenure-Track-Professorin Johanna Schröder beschäftigt sich mit der erneuerbaren Wasserstoffherstellung und erklärt, wie essenziell dieser Prozess für die nachhaltige Energiespeicherung ist.

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Frau Schröder, wie wichtig ist günstiger Wasserstoff für die Energiewende?

Günstiger Wasserstoff ist ein wichtiger Bestandteil für die Elektrifizierung der chemischen Industrie und damit für die Energiewende. Während fossile Brennstoffe, die derzeit einen Großteil des Energiebedarfs abdecken, endlich sind, stehen erneuerbare Energien wie Sonne und Wasser dauerhaft zur Verfügung, liefern jedoch nicht konstant Energie. Daher stellt sich die Frage, wie wir Stromüberschüsse speichern und Zeiten geringer Erzeugung ausgleichen können.

Grüner Wasserstoff, der sich mithilfe erneuerbarer Energien via Elektrolyse – also der Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff – gewinnen lässt, stellt eine zentrale Form der Energiespeicherung dar. Wasserstoff hat vielseitige Einsatzgebiete, etwa in der Ammoniakproduktion, in Brennstoffzellenfahrzeugen sowie als Kohleersatz in der Stahlherstellung.

Da eingesetzter Wasserstoff bisher überwiegend als Nebenprodukt aus der Erdölaufbereitung stammt, ist in all diesen Anwendungen der Einsatz von erneuerbarem Wasserstoff wünschenswert. Dafür ist eine kostengünstige Herstellung notwendig, um fossil erzeugten Wasserstoff rentabel zu ersetzen. Weltweit arbeiten Forschende bereits an Alternativen zur Nutzung von Reinstwasser und effizienteren Elektrolyseuren sowie deren Skalierbarkeit, damit grüner Wasserstoff als zentraler Baustein der Energiewende günstig zur Verfügung stehen kann. 

Johanna Schröder posiert für ein Foto. Cynthia Ruf, KIT

Zur Person
Nach ihrem Studium sowie ihrer Promovierung forschte Johanna Schröder als Postdoktorandin an der Stanford University. 2025 kam sie als Leiterin einer CZS Junior Research Group ans KIT und ist seit Dezember 2025 Tenure-Track-Professorin am Institut für Angewandte Materialien – Elektrochemische Technologien des KIT.

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Lea Laraia, 20.08.2026