Auf der Suche nach dem richtigen Algorithmus
Ende vergangenen Jahres verwandelte sich die Mensa des KIT in eine Wettkampfarena: Über 400 Studierende von 70 Universitäten aus 13 Ländern Nordwesteuropas waren mit ihren Coaches angereist, um beim größten, nicht online stattfindenden Programmierwettbewerb Europas teilzunehmen – dem Northwestern Europe Regional Contest (NWERC).
2025 war das KIT Ausrichter des Wettbewerbs, bei dem Teams mit jeweils drei Studierenden antraten und versuchten, in fünf Stunden insgesamt zwölf Aufgaben zu lösen. Den besten Teams winkte nicht weniger als die Teilnahme am Weltfinale des International Collegiate Programming Contest (ICPC) – entweder auf direktem Wege als eines der beiden bestplatzierten Teams oder über den Umweg der ICPC-Europameisterschaft, für die sich die besten acht Teams qualifizieren konnten.
Koordination unter Hochdruck
Dabei stand jedem Team nur ein Computer zur Verfügung, das bedeutete Koordination und Absprache im Team, wer welche Lösung wann implementierte, waren gefragt – mit der Zeit stets im Nacken. Ihre Lösungsvorschläge reichten die Teams anschließend in einem automatisierten Bewertungssystem ein.
Die Teilnahme des KIT hat dabei eine lange Tradition – bereits seit über 20 Jahren nehmen Teams daran teil, viermal gelang ihnen die Qualifikation für das ICPC-Weltfinale. Beim NWERC 2025 wurden die vier Teams des KIT von Michael Zündorf gecoacht, der Doktorand am Institut für Theoretische Informatik (ITI) des KIT ist.
„Ich habe selbst als Studierender an den Wettbewerben teilgenommen und mir hat das sehr viel Spaß gemacht. Ich habe außerdem viele neue Leute dabei kennen gelernt, erst als Contestant, später dann innerhalb der Jury“, erzählt Zündorf. „Es ist schön zu sehen, wie sehr die Competetive Programming Community in Karlsruhe über die letzten Jahre gewachsen ist und als Coach kann ich hier die Studierenden unterstützen.“
Die „Infinite L∞ppers“ holen sich die Qualifikation für Europe Championship
Das bestplatzierte KIT-Team „Infinite L∞pers“ konnte zehn von zwölf Aufgaben lösen und damit den siebten Platz erreichen. Der Preis: Die Silbermedaille und die Teilnahme an der Europameisterschaft in diesem Jahr. „Eine sehr gute Leistung. Das beste Team im Wettbewerb löste 11 Aufgaben“, sagt Zündorf. Die weiteren Teams des KIT erzielten ebenfalls respektable Ergebnisse mit den Plätzen 23 („KITset“, neun gelöste Aufgaben), 35 („[Kœr]ectness In Theory“, acht gelöste Aufgaben) und 49 („TIꞰKIT“, acht gelöste Aufgaben) von insgesamt knapp 140 Teams.
Die Organisation des Wettbewerbs lag bei der Forschungsgruppe Skalierbare Algorithmen vom ITI gemeinsam mit dem Verein zur Förderung des Kompetitiven Programmierens e.V. mit Unterstützung der Fachschaft Mathematik/Informatik. Für Bachelorstudierende bietet die Forschungsgruppe Skalierbare Algorithmen um Tenure Track-Professor Thomas Bläsius außerdem jedes Sommersemester ein Praktikum an, das auf den Wettbewerb vorbereitet und aus dem die zukünftigen Teilnehmenden ausgewählt werden.
Sabine Fodi, 05.02.2026