Sophie Weiermann, KIT
Modern university building facade with illuminated windows at dusk.

24/7 Lernen: Die KIT-Bib feiert 20-jähriges Jubiläum

Während viele nach Hause gehen, startet für andere der produktivste Teil des Tages. Die Bibliothek ist Lernort, Rückzugsraum und Konstante im Studienalltag. Dabei ist sie die erste Anlaufstelle für nachtaktive Studis, lange Uni-Tage und spontane Geistesblitze. Was diesen besonderen Ort trägt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Und generell gilt: Die Türen der KIT-Bibliothek stehen immer offen.

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Die Teilnahme ist freiwillig und anonym.

Moderner, heller Bibliotheksraum mit mehreren Etagen, Bücherregalen und Arbeitsplätzen.
Tagsüber ist die KIT-Bibliothek ein heller, offener Raum zum Lernen, Arbeiten und Austauschen.
NIls posiert für ein Foto.
Nils lernt am liebsten abends in der Bib. Die 24/7-Öffnung passt optimal zu seinem Studien- und Arbeitsalltag.
Arne Upmeier posiert für ein Foto.
Dr. Arne Upmeier, Direktor der KIT-Bibliothek, ist wichtig, dass Studierende zu jeder Zeit arbeiten, kreativ sein und sich austauschen können.
Christine Rohde posiert für ein Foto.
Christine Rohde begleitet die Entwicklung der KIT-Bibliothek als offenen und verlässlichen Lernort.

 

„Bald schreibe ich meine Klausur in Grundlagen der Fahrzeugsystemtechnik“, sagt Nils, Bachelorstudent im Maschinenbau und täglicher Besucher der Bib. Am KIT hat er die Möglichkeit, rund um die Uhr zu lernen: 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Im Jahr 2006 startete das Pilotprojekt, die KIT-Bibliothek durchgängig zu öffnen. Es ist ein Serviceangebot, das mittlerweile ein unverzichtbarer Teil des Campus ist und die verschiedenen Lebensrealitäten der Studierenden unterstützt.

Die Bib schläft nie

Mit dem Neubau kam damals die Idee, einen offeneren, freundlicheren Raum zu schaffen, in dem Studierende sich neben dem Lernen auch gerne aufhalten. An diese Veränderung haben sich auch die Öffnungszeiten angepasst: „Wir sind eine Bibliothek, die für Open Science und Offenheit steht – dazu gehören auch die Öffnungszeiten“, sagt Dr. Arne Upmeier, Direktor der KIT-Bibliothek. „Manche kreative Ideen kommen eben erst nachts um drei.“ Dabei war es vor 20 Jahren nicht selbstverständlich, Studierende ohne Fachpersonal mit den materiellen Inhalten der Bib allein zu lassen. „Wir haben unseren Studierenden als eine der ersten Bibliotheken in Deutschland das Vertrauen entgegengebracht, dass sie sich auch nachts verantwortungsvoll verhalten“, ergänzt Christine Rohde, Fachreferentin der Bibliothek.

Heute nutzen viele die durchgängigen Öffnungszeiten: „Ich habe tagsüber Uni-Veranstaltungen und muss noch arbeiten“, sagt Nils. „Oft komme ich erst um 18 Uhr und bleibe bis Mitternacht oder eins.“ Er sei generell ein Mensch, der abends besser lernt. Die Bib unterstützt seinen natürlichen Rhythmus. „Wenn ich abends daheim lernen müsste, würde ich mich ständig ablenken – so habe ich trotz eines vollen Tags die Möglichkeit, konzentriert zu arbeiten“, ergänzt er.

Digital unterstützt, sicher begleitet

Um das Angebot aufrecht zu erhalten, braucht es insbesondere zwei Komponenten: Sicherheitspersonal und Digitalität. „Je mehr Inhalte digital zur Verfügung stehen, desto weniger sind Studis nachts auf Fachpersonal angewiesen“, erklärt Upmeier. Seit rund einem Jahr hilft den Studierenden auch ein KI-Chatbot bei ihren Anliegen: „Neben der Beantwortung von Fragen wie ‚Wo finde ich das Buch, das ich suche?‘ kann er auch sagen, was es in der Mensa zu essen gibt“, ergänzt er. „Außerdem bildet der Chatbot die multikulturelle Vielfalt des KIT ab, indem er jede Sprache der Welt kann – sogar Pfälzisch!“

Ein gutes Sicherheitskonzept ist für das Angebot ebenfalls unerlässlich: So gibt es sowohl einen nächtlichen Wachdienst als auch Notknöpfe auf allen Etagen. „Es soll bitte keiner zögern, einen der Knöpfe zu drücken, wenn sie oder er sich unwohl fühlt“, betont Upmeier. Drückt eine Person den Knopf, kommt sofort der Wachdienst und hilft entsprechend. „Bis auf ein paar Leute, die auch im Ruhebereich laut sind, ist mir zum Glück noch nichts Komisches passiert und ich habe mich immer sicher gefühlt“, sagt Nils.

Ein Angebot, das vom Austausch lebt

Daran, dass das Angebot auch weiterhin bestehen bleiben soll, gibt es keine Zweifel: „Die Bib soll ein Ort bleiben, an dem man sich 24 Stunden wohl und sicher fühlt“, sagt Upmeier. „Manche fühlen sich sogar so wohl, dass sie schon die Silvesternacht bei uns verbracht haben.“ Gleichzeitig sei Feedback, sowohl positives als auch kritisches, jederzeit ausdrücklich erwünscht. „Es ist immer gut, Anregungen zu bekommen“, ergänzt Rohde. „Selbst, wenn wir nicht alles sofort umsetzen können, hoffen wir, dass uns die Studis auch in den nächsten 20 Jahren unterstützen.“

Elisa Rachel, 02.07.2026

20 Jahre 24-Stunden-Bibliothek
Anlässlich des Jubiläums gestaltet die KIT-Bibliothek Süd am 24.07.2026 einen Tag mit Aktionen und Highlights rund um das Thema 24-Stunden-Bibliothek in Karlsruhe. Informationen und das Programm sind auf der Website und den Social-Media-Kanälen der KIT-Bibliothek zu finden.