Roboterhunde und Chatbots: KIT-Studierende gestalten digitale Zukunft
Bei der Digital Future Challenge (DFC) treten Studierende jedes Jahr im Wettbewerb um die besten Lösungen für eine digitale Zukunft an. In diesem Jahr setzen sich zwei KIT-Teams gegen 87 weitere Ideen durch: Das KI-Agentensystem „Ankommen“ unterstützt Menschen beim Weg durch den Bürokratiedschungel und Roboterhund „Sprout“ hilft dabei, den Chemikalieneinsatz in der Landwirtschaft zu reduzieren.
Mit ihrem KI-Agentensystem „Ankommen“ konnten Calvin Friedrich, Samantha Geller, Duc Kieu und Tim Sellemann die Jury überzeugen: Das Gewinnerteam entwickelte einen Chatbot, der Menschen bei der Beantragung von Aufenthaltstiteln unterstützt. Per mehrsprachiger Chat- und Spracheingabe erleichtert das System Terminvereinbarungen, Dateneingabe und Kommunikation mit den Behörden. „Der Prozess rund um den Aufenthaltstitel ist für viele Menschen extrem kompliziert. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, da meine Mutter über Jahre hinweg immer wieder Schwierigkeiten mit Anträgen, Dokumenten und unklaren Anforderungen hatte. Diese Erfahrungen haben mich motiviert, eine Lösung zu entwickeln, die Menschen in genau solchen Situationen unterstützt“, erzählt Duc.
Bei der Entwicklung spielte Teamwork eine große Rolle. „Jeder konnte seine individuellen Stärken einbringen, sei es im technischen Bereich, im Design oder bei der Konzeption“, betont Duc. Der Sieg bedeute für das Team vor allem Bestätigung beim Versuch, KI für Menschen zu gestalten. „Für unser Projekt ‚Ankommen‘ ist der Sieg eine große Motivation, weiterzumachen und das Konzept noch weiter auszubauen. Gleichzeitig zeigt es uns, dass unsere Idee relevant ist und echtes Potenzial hat, Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen“, ergänzt er.
Technologie trifft Landwirtschaft
Das Team um den Roboterhund „Sprout“ verfolgt einen ganz anderen, nicht weniger zukunftsorientierten Ansatz, den die DFC-Jury mit dem zweiten Platz belohnte: Silas Gramlich, Lisa Hessenthaler und David Schnetzer wollen mit ihrem Konzept eine nachhaltigere Landwirtschaft ermöglichen. „Sprout“ nimmt Bodenproben und analysiert den jeweiligen Dünge- und Pestizidbedarf. Das reduziert den Chemikalieneinsatz erheblich.
„Die erste Idee von einem Erdprobenmodul auf einem Laufroboter stammt aus dem ‚CAD Engineering Project for Intelligent Systems‘-Kurs am KIT“, erzählt Lisa. Im Wettbewerb entwickelte das Team seinen Prototypen dann gezielt weiter, doch Schluss ist für den Roboterhund noch lange nicht, sagt Lisa: „Am KIT wird im diesjährigen Kurs unser Prototyp weiterentwickelt und robuster gestaltet. So kann das Modul von Gruppe zu Gruppe weiter optimiert werden und durch die Kontakte, die wir bei der DFC gesammelt haben, kann Feedback zu Optimierungsbedarf eingeholt werden.“
Klingt spannend? Mitmachen ist ganz einfach!
Für die Digital Future Challenge können sich Studierende in Zweier- bis Vierer-Teams online bewerben. Die Möglichkeit, sich über die Website mit Studierenden anderer Universitäten zu vernetzen, bietet auch einzelnen Studierenden die Chance zur Teilnahme. „Die DFC hat uns die Chance geboten, die an der Uni entwickelten Projekte weiterzudenken und damit in Zukunft potenziell echte Probleme zu lösen. Deshalb können wir nur empfehlen: einfach mitmachen!“, betont das Team von „Sprout“.
Lea Laraia, 26.02.2026
