Eucor-Kurse: Sogar die Fahrtkosten gibt’s zurück
Am KIT studieren und parallel dazu Kurse in Basel, Straßburg oder Freiburg absolvieren? Das geht! Im Verbund Eucor öffnen fünf Universitäten am Oberrhein ihr Lehrangebot füreinander. So können KIT-Studierende Kurse besuchen, Leistungen anerkennen lassen und sogar Fahrtkosten gibt’s zurück. Drei Erfahrungen und die wichtigsten Tipps.
Für Felix war die Sprache ausschlaggebend. Nach einem deutsch-französischen Bachelor in Münster und Grenoble wollte der KIT-Masterstudent sein gutes Französischniveau beibehalten. „Deswegen habe ich mich im letzten Wintersemester für einen Kurs an der Universität Straßburg angemeldet“, erklärt der 25-Jährige.
Möglich macht es der Eucor-Verbund: Neben dem KIT nehmen die oberrheinischen Universitäten Basel, Freiburg, Straßburg sowie die Université de Haute-Alsace in Colmar daran teil. Alle fünf Universitäten öffnen ihr Curriculum für Studierende der Partnerinstitutionen und ermöglichen ihnen so, ihr Studium zu erweitern oder zu vervollständigen. Der Clou: Die Fahrtkosten werden den Studierenden erstattet.
So konnte Felix in Straßburg ein Blockseminar über angewandte Strategie im Projektmanagement absolvieren und dfür sein Studium der Wirtschaftswissenschaften anerkennen lassen: „Der Dozent ist für seine Lehre ausgezeichnet worden – und das habe ich gemerkt. Das Seminar war total interaktiv, ich konnte viel mitnehmen.“
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Die Teilnahme ist freiwillig und anonym.
„Eucor ist für mich ein super Kompromiss“
Auf eine solche positive Erfahrung hofft nun Max. Der 21-Jährige studiert Maschinenbau am KIT und hat im September einen Kurs zu Elektromotoren in Straßburg begonnen.. „Es ist ganz anders als am KIT, es sind nur etwa 25 bis 30 Studierende in diesem Modul.“
Zwischen physikalischen Grundlagen und Mensapause frischt Max sein Schulfranzösisch auf und lernt Straßburg besser kennen. Ein Erasmus-Semester kam für ihn aktuell nicht infrage: „Ich bin im dritten Semester und habe mich gerade in Karlsruhe eingelebt. Außerdem bin ich Werkstudent und engagiere mich in einer Hochschulgruppe. Da wollte ich nicht gleich weiter für ein Erasmus-Semester ins Ausland. Eucor ist für mich ein super Kompromiss.“ Und so fährt Max im Zweiwochentakt über den Rhein, um vor Ort an seinem Kurs teilzunehmen. Den Rest erarbeitet er sich selbstständig in Karlsruhe.
Blockseminare gegen das Pendeln
Eine weise Entscheidung, findet Felicitas. Die 29-Jährige hat drei Semester lang Eucor-Kurse an der Universität Freiburg besucht. Die rund anderthalbstündige Zugfahrt von Karlsruhe aus sei mit der Zeit doch ziemlich lästig geworden. Ihr Rat an Eucor-Neulinge? „Eher Blockseminare als regelmäßige Kurse wählen“, so Felicitas. Außerdem müsse man sich gut organisieren können und Eigeninitiative zeigen, sonst komme man mit dem Papierkram an den beteiligten Unis nicht weiter.
Doch der Aufwand hat sich gelohnt, versichert die Masterstudentin aus dem Schwarzwald. „Das KIT ist eine Universität mit technischem Schwerpunkt, aber dank Eucor konnte ich die Erfahrung einer Uni mit allen möglichen Fachrichtungen machen. Ich habe ein Seminar über Arzneimittelpflanzen belegt, eine Vorlesung über Psychologie besucht und eine weitere über Kulturschätze und ihren historischen und sozialwissenschaftlichen Wert. Das war einfach super spannend.“
Mit den Dozentinnen, die sie in Freiburg kennengelernt hat, steht Felicitas bis heute in Kontakt. „Sie haben mir für einen Masterstudiengang ein bombastisches Empfehlungsschreiben ausgestellt!“ Mit Folgen: Nun pendelt Felicitas wieder – dieses Mal nach Hamburg. Dort hat sie gerade ihren Master in Meereswissenschaften begonnen.
Isabelle Hartmann, 29.10.2026
Save the date! Am 28.11. wird das zehnjährige Bestehen der neuen Rechtsform von Eucor mit einem Konzert gefeiert. Mehrere Big Bands, Orchester und Chöre der Partneruniversitäten treffen sich für einen Nachmittag mit abwechslungsreichem Programm im Audimax. Infos gibt’s auf Instagram!

