Gruppenbild

  CAMPUS & MEHR, STUDIUM

Vom Plastikmüll zum Ziegelstein

Jährlich gelangen Millionen Tonnen Plastik ins Meer und führen zum leidvollen Tod unzähliger Meerestiere. Mit der Herstellung von Bauziegeln aus recyceltem Plastik will das studentische Projekt Fish´N´Bricks diesem Problem entgegenwirken – und dabei Arbeitslosigkeit, Armut und unzumutbare Wohnsituationen gleich mit bekämpfen. Lara Schrober ist seit dem Start des Projekts dabei und hat uns mehr darüber erzählt.

2019 von Studierenden des KIT gegründet befindet sich Fish´N´Bricks mittlerweile in der Produktdefinitions-Phase. Erste Plastikziegel kann das Team bereits in seiner Werkstatt in Karlsruhe herstellen. Beim Recycling von Plastikmüll wird bislang überwiegend PET-Kunststoff verwendet. Die restlichen Kunststoffabfälle werden hauptsächlich verbannt. Deshalb konzentriert sich das Projekt auf PP- und HDPE-Plastik. Für die Herstellung eines Bausteins werden ungefähr zwei Kilogramm davon benötigt.

Das Ziel: Ein Unternehmen gründen und langfristig bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. „Wir wollen alles vorbereiten und nach Indonesien bringen. Dann soll das Unternehmen aber von Einheimischen weitergeführt werden. Von uns kommt also nur der Anstoß. Die Durch- und Weiterführung findet dann in Indonesien statt“, erklärt Lara Schober, Mitglied der ersten Stunde. So soll nicht nur gegen die Umweltverschmutzung durch Plastik vorgegangen werden, sondern auch gegen die Arbeitslosigkeit und Armut in Indonesien.

Die Idee wurde in der Hochschulgruppe geboren

Die Idee Bausteine aus Plastikmüll herzustellen, hatte Lara Schober gemeinsam mit vier anderen Mitgliedern eines Teams von Enactus Karlsruhe. Enactus ist eine Hochschulgruppe, die neben vielen anderen auch das Projekt Fish´N´Bricks betreut und ins Leben gerufen hat. „Wir wollten etwas gegen die Plastikverschmutzung machen“, erzählt Lara. „Einer von uns hat dann von seinem Bruder erzählt, der zu dem Zeitpunkt seine Masterarbeit über Häuser aus Plastikmüll schrieb. Damit war unsere Idee geboren.“  Ursprünglich plante das Team die Bauziegel aus Plastikmüll herzustellen, den einheimische Fischerinnen und Fischer sowieso beim Fischfang sammeln. So kam auch der Name des Projekts zustande. „Aber“, sagt Lara, „wir haben schnell gemerkt, dass das nicht ausreicht und wir mehr Plastik benötigen.“

Eine Gruppe Menschen sitzt um einen Tisch herum und bespricht sich.
Produktiver Austausch: Das Team von Fish’N’Bricks hat sich viel vorgenommen. (Foto: Fish’N’Bricks)

Viele Möglichkeiten, ein Team

Das Fish´N´Bricks Team besteht aktuell aus 15 Studierenden. Die Motivation, bei dem Projekt mitzumachen, sei bei allen eine andere, so Lara: „Die einen suchen eine Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, andere behandeln im Studium Plastikverarbeitung und werden so auf Fish´N´Bricks aufmerksam, wieder andere wollen sich einfach sozial engagieren und suchen sich dann unser Projekt aus.“

Wie kann ich mitmachen?

Fish´N´Bricks sucht neue motivierte Mitglieder, die Lust haben, Teil des Projektes zu werden und mitzuhelfen, die Unternehmensgründung zu realisieren.

Text: Katharina Sauter
Fotos: Fish’N‘Bricks

Donnerstag, 2. Februar, 2023
  CAMPUS & MEHR, STUDIUM


Geschrieben von: Timo Schreck