Studierende des KIT haben während der Corona-Pandemie den Campus Süd des KIT virtuell im Videospiel Minecraft nachgebaut. (Foto: Valentin Quapil)

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Virtueller Campus-Besuch via Minecraft

Den Campus Süd des KIT virtuell nachbauen und anschließend alleine oder gemeinsam mit anderen erkunden – diese Idee hatte eine Gruppe Studierender am KIT. Wie sie diese umgesetzt haben, was auf dem nachgebauten Campus alles möglich ist und wo die virtuelle Entdeckungstour zukünftig hingeht, hat uns Informatik-Student Valentin Quapil im Gespräch erzählt.

Text: Aileen Seebauer
Fotos: Valentin Quapil

Die Erstis standen in den Startlöchern, die O-Phase kurz vor der Türe und die Fachschaft Mathematik/Informatik steckte mitten in der Planung. Wegen der Corona-Pandemie musste die alljährliche Tour über den Campus jedoch ausfallen: „Wir entschieden uns dafür, den Campus Süd im Videospiel Minecraft virtuell nachzubauen“, erzählt Valentin Quapil, der im 5. Semester Informatik am KIT studiert. „So wollten wir den Erstis die Möglichkeit geben, den Campus wenigstens virtuell kennenzulernen.“

Wieso gerade das bekannte Spiel Minecraft für das Projekt geeignet ist, scheint naheliegend: „Das Spiel eignet sich gut für alles, was man nachbauen möchte. In der 3D-Welt gibt es verschiedene Stoffe, Farben und Rohstoffe, mit denen man sehr detailliert und ziemlich originalgetreu bauen kann“, sagt Valentin. Um die echten Daten des Campus in die virtuelle Welt zu übertragen, benötige es im Wesentlichen zwei Schritte: Zunächst werden die vom Campus existierenden 3D-Daten in Minecraft importiert, sodass die Umrisse der Gebäude vorhanden sind. Anschließend erstellen die Studierenden die Texturen der Gebäude manuell mithilfe eines speziellen Programms. „Das braucht viel Zeit, weshalb wir auch lange noch nicht fertig sind“, so Valentin. Derzeit trifft sich das bunt gemischte Team aus verschiedenen Fachrichtungen jeden Freitag, um den Campus weiterzubauen. „Vor der O-Phase haben wir eine Woche lang nichts Anderes gemacht. Mittlerweile liegen die Arbeitsstunden bestimmt im dreistelligen Bereich“.

O-Phase mit virtueller Entdeckungstour

Bei der virtuellen Campusführung befanden sich etwa 30 bis 40 Erstis im Spiel, die Valentin und ein Kommilitone herumgeführt haben. „Die Führung kam sehr gut an. Einige waren danach zum ersten Mal auf dem Campus vor Ort und meinten amüsiert, dass es schon alles sehr ähnlich aussehe.“ Mittlerweile haben schon 768 Spielerinnen und Spieler den virtuellen Campus besucht. Wer sich in der virtuellen Welt aufhält, kann diese alleine oder mit Freunden und Familie erkunden. Zu entdecken gibt es dabei viel: Neben Beschreibungen von Gebäuden gibt es auch kleine Infotexte sowie verschiedene Minigames. „Theoretisch könnten wir das gesamte Leben auf den virtuellen Campus verlagern“, schmunzelt Valentin.

Für die Zukunft plant das Team den Campus Süd weiterhin auszubauen und zu vervollständigen, da manche Abschnitte bisher fehlen. „Außerdem wollen wir den Campus möglichst aktuell halten. Beispielsweise müssen wir den Nusselt-Hörsaal abreißen, da steht im Spiel gerade noch das Baugerüst“.  Wer Minecraft bereits besitzt, kann den Campus kostenlos besuchen. Eine genaue Anleitung ist auf der Seite des Minecraft KIT-Campus zu finden.

Donnerstag, 11. März, 2021
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Geschrieben von: Gastautor