GESICHTER

Sechs Fragen an… Tobias Hartnick

Menschen für die Schönheit abstrakter Strukturen zu begeistern, ist das Anliegen von Professor Tobias Hartnick. An der KIT-Fakultät für Mathematik erforscht er die von ihm mitbegründete Theorie der approximativen Gitter sowie verwandte Themen in Gruppentheorie, Geometrie und Dynamik. Darüber hinaus leitet er die Abteilung für Didaktik der Mathematik.

Foto: Amadeus Bramsiepe
Fragen: Justus Hartlieb

Bereits an seinen früheren Wirkungsstätten im In- und Ausland (unter anderem Schweiz, Schweden, Israel und USA) hat Hartnick es verstanden, Mathematikerinnen und Mathematiker verschiedener Disziplinen zusammenzubringen und insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs einzubeziehen. Am KIT freut er sich auf lebhafte mathematische Diskussionen und wünscht sich für die Zukunft einen noch stärkeren internationalen Austausch.

An meinem Fach faszinieren mich …

Tobias Hartnick: … die Möglichkeit, den Dingen kreativ auf den Grund zu gehen und immer neue Schichten freizulegen, sowie die unerhörte Effektivität der zweckfreien Forschung, die sich keinen Hauch um Innovation schert und doch jeder zweckgerichteten Forschung an Innovationskraft haushoch überlegen ist.

Welche Erfindung hätten Sie gern gemacht?

Hartnick: Ich bin der Überzeugung, dass unsere Welt eine bessere wäre, wenn wir alle mehr versuchen würden, die Dinge und einander zu verstehen, anstatt Dinge zu erfinden. Das gilt für Wissenschaftler, Journalisten und Politiker gleichermaßen.

Was vermissen Sie aus Ihrer Studienzeit am meisten?

Hartnick: Die Freiheit, gemeinsam mit guten Freunden Zeit kreativ zu verschwenden.

Meinen Studierenden rate ich …

Hartnick: … sich nicht durch starre Regeln einschränken zu lassen und ihren eigenen Weg abseits des Mainstreams zu gehen; vor allem aber, nichts auf gut gemeinte Ratschläge von Professoren zu geben.

Wenn ich nicht Professor geworden wäre, würde ich jetzt vielleicht …

Hartnick: … auf andere Weise kreativ tätig sein.

Energie tanke ich

Hartnick: … in der Begegnung mit jungen Leuten und in der Musik.


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Geschrieben von: Denis Elbl