GESICHTER

Sechs Fragen an Prof. Dr. Gerhard Neumann

Nach Stationen an den Universitäten Graz, Darmstadt und Lincoln (England) sowie am Tübinger „Bosch Center for Artificial Intelligence“ ist Gerhard Neumann seit Januar 2020 Professor für autonome, lernende Roboter am Institut für Anthropomatik und Robotik des KIT.

Text: Justus Hartlieb
Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT

An meinem Fach fasziniert mich … 
Gerhard Neumann: … dass eine Maschine, ähnlich wie ein Mensch, aus Erfahrung lernen und ihr Verhalten ändern kann. Einem Roboter, den man selbst programmiert hat, beim Lernen zuzuschauen, erfüllt einen schon mit etwas Stolz. Beim Menschen verstehen wir diese Vorgänge noch nicht genug. Bei einer Maschine sind die mathematischen Prinzipien, die das Lernen beschreiben, oft einfach und intuitiv (die verwendeten Algorithmen freilich komplex).

Inwiefern wäre eine Welt mit autonomen, lernenden Robotern eine bessere als eine Welt ohne?
Neumann: Roboter werden unsere Welt fundamental verändern und den Menschen in vielen Dingen unterstützen. Sei es bei Aufgaben, die für Menschen zu gefährlich sind – zum Beispiel das Hantieren mit nuklearem Abfall. Sei es bei Aufgaben, die den Alltag erleichtern – zum Beispiel für allein lebende alte Menschen.

Was vermissen Sie aus Ihrer Studienzeit am meisten?
Neumann: Das Feierabend-Bier mit Kollegen im Stadtpark und die eine oder andere Studenten-Party.

Meinen Studierenden rate ich … 
Neumann: … ein Thema zu finden, für das man „glüht“ – und alles dafür zu geben, in diesem Thema beruflich weiterzukommen. Dann hat man Beruf und Leidenschaft vereint.

Wenn ich nicht Professor geworden wäre, würde ich jetzt vielleicht …. Neumann: … viel Geld bei Google verdienen. Nein, Scherz beiseite, mich hat auch die Arbeit mit Tieren immer fasziniert. Also eventuell Tierpfleger im Zoo oder Bergbauer.

Energie tanke ich… 
Neumann: Beim Spielen mit meiner Tochter oder beim Wandern.


Geschrieben von: Justus Hartlieb