GESICHTER

Sechs Fragen an… Christian Wressnegger

Wie Computersysteme mithilfe von Verfahren des maschinellen Lernens sicherer werden, ist das Forschungsgebiet des Informatikers Christian Wressnegger seit geraumer Zeit. Nach dem Master in Graz und dem PhD in Braunschweig hat ihn diese höchst relevante Anwendung Künstlicher Intelligenz an verschiedene akademische und kommerzielle Forschungsstätten geführt. Und zu Erfolgen: Seit Beginn des Jahres ist der gebürtige Oberösterreicher Tenure-Track-Professor am Institut für Theoretische Informatik des KIT.

Foto: Amadeus Bramsiepe
Redaktion: Justus Hartlieb

An meinem Fach fasziniert mich …
Christian Wressnegger: … die rasante Entwicklung neuer Technik, das Zusammenspiel zweier vermeintlich getrennter Forschungsfelder und die Möglichkeit, Dinge zu bauen, aber auch (konstruktiv) kaputt zu machen.

Welche Erfindung würden Sie gern noch machen?
Wressnegger: Ein konzeptionell sicheres, gegen Angriffe robustes und zugleich erklärbares lernendes Verfahren mit herausragender Performance, das in den unterschiedlichsten Anwendungsfällen der IT-Sicherheit einsetzbar ist. Also die eierlegende Wollmilchsau des Maschinellen Lernens – für die IT-Sicherheit oder den Standmixer.

Was vermissen Sie aus Ihrer Studienzeit am meisten?
Wressnegger: Die positiven Dinge aus meiner Zeit als Student habe ich eigentlich beibehalten. Ich mache noch immer das, was mich interessiert, muss mich thematisch nicht einschränken und bin zeitlich flexibel. Prüfungen schreibe ich aber glücklicherweise keine mehr.

Meinen Studierenden rate ich …
Wressnegger: … das zu machen, was ihnen Freude bringt. Ich bin überzeugt davon, dass man seine beste Leistung nur abrufen kann, wenn man etwas wirklich gerne tut. Natürlich gibt es auch weniger spannende Dinge, die erledigt werden müssen. Wenn das aber überhandnimmt, sollte man gegensteuern.

Wenn ich nicht Professor geworden wäre, würde ich jetzt vielleicht …
Wressnegger: … trotzdem nichts Anderes machen.

Energie tanke ich …
Wressnegger: … in den Bergen beim Wandern. Je anstrengender, desto besser bekomme ich den Kopf frei. Dabei müssen es aber nicht immer die großen Gipfel sein. Ein schönes Panorama gibt es auch von weiter unten und abseits der üblichen Touren.


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Geschrieben von: Justus Hartlieb