GESICHTER

Sechs Fragen an Bronislava Gorr

Rund 40 000 metallische Werkstoffe kennt man bereits, doch der Bedarf an neuen Legierungen wächst stetig. Neue Energiequellen und Technologien wie solarthermische Kraftwerke und Fusionsreaktoren stellen auch an Werkstoffe drastisch veränderte Anforderungen. Deshalb sind hochleistungsfähige, zugleich effiziente und kostengünstige Materialien überaus gefragt. Bronislava Gorr trägt dazu bei, diese Nachfrage zu befriedigen. Ihr Forschungsgebiet sind metallische Werkstoffe für Technologien der Energiewende, ihr Forschungsschwerpunkt innovative Hochtemperaturwerkstoffe. Die von der Universität Siegen als Professorin für „Werkstoffverhalten unter extremen Umgebungsbedingungen“ ans KIT berufene Ingenieurin entwickelt Legierungen, die sowohl in aggressiven Atmosphären als auch unter starken thermischen und mechanischen Belastungen funktionsfähig bleiben.


Text: Justus Hartlieb
Foto: Amadeus Bramsiepe

An meinem Fach fasziniert mich … 

Bronislava Gorr: … dass in den letzten Jahren trotz der erfolgreichen Werkstoffforschung der letzten Jahrhunderte eine große Anzahl an völlig neuen, revolutionären Werkstoffen und deren Herstellungsverfahren entwickelt werden konnten.

Welche Entdeckung respektive Erfindung würden Sie gern noch machen?Gorr: Ich würde gerne eine neue Legierung entwickeln, die fester und widerstandsfähiger ist als die herkömmlichen Hochtemperaturwerkstoffe.

Was vermissen Sie aus Ihrer Studienzeit am meisten?

Gorr: Meine Freunde, unzählige Partys und das Gefühl, dass das Leben unendlich lang ist.

Meinen Studierenden rate ich …

Gorr: … aktiv zu sein und viel auszuprobieren, um die eigene Berufung zu finden.

Kann die Corona-Krise auch eine Chance sein? 

Gorr: So ähnlich, wie man aus technischen Katastrophen viel lernt und auf dieser oft leider tragischen Basis Maschinen und Anlagen verbessert, werden wir unsere Zukunft definitiv überlegter, pragmatischer und besser gestalten müssen.

Energie tanke ich … 

Gorr: … wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe.


Geschrieben von: Gastautor