Astronaut Alexander Gerst bei einem Gastvortrag am Karlsruher Institut für Technologie (Foto: Markus Breig)

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Per aspera ad astra: ESA sucht Verstärkung!

„Durch Mühsal zu den Sternen“, das Zitat des römischen Philosophen Seneca könnt ihr jetzt wörtlich nehmen: Die Europäische Raumfahrtagentur ESA sucht euch als neue Astronautinnen und Astronauten. Der Aufruf richtet sich an alle, die schon immer mal den blauen Planeten verlassen und die Schwerelosigkeit erleben wollten. Ab 31. März geht die Bewerbungsphase los!

Text: Regina Link
Foto: Markus Breig

Nach zwölf Jahren sucht die Europäische Raumfahrtagentur erstmals wieder Astronautinnen und Astronauten. Sie „markiert damit den Beginn eines Generationswechsels“, wie die ESA in ihrem Aufruf schreibt. Wenngleich oder vielleicht gerade weil das aktuelle Korps der Raumfahrenden noch eher männlich dominiert ist, sollten sich auch Studentinnen ausdrücklich ermutig fühlen. Dasselbe gilt für diverse Menschen: „Diversität ist für die Weltraumagentur von größter Wichtigkeit“, betont die ESA in ihrem Aufruf. Die Ausschreibung läuft vom 31. März bis 28. Mai 2021. Bewerbungen dürfen ausschließlich über die ESA-Karriere-Website eingereicht werden. Im Anschluss beginnt ein sechsstufiger Auswahlprozess, der im Oktober 2022 endet.

Keine Chance? Von wegen! Alexander Gerst macht’s vor

Und nun? „Das wird ja doch nichts!“, „Ich habe keine Chance!“, „Ich bin doch nur Chemikerin und habe noch nie was mit Weltall gemacht!“, „Die Konkurrenz ist viel zu groß!“ – Stimmt alles nicht, wie KIT-Alumnus Alexander Gerst beweist. Der studierte Geophysiker, den heute alle als „Astro-Alex“ kennen, hatte sich bei seiner Bewerbung ursprünglich auch nicht allzu viele Hoffnungen gemacht, wie er im Sommer 2019 bei einer Veranstaltung am KIT anlässlich der Verleihung des Ehrendoktors erzählte: „Astronaut wollte ich schon damals werden, dachte aber angesichts der vielen Mythen um diesen Job nicht, dass ich das Zeug dazu hätte. Eines Tages saß ich mit einem Studienfreund hier in Karlsruhe in der Mensa, vielleicht bei einer Portion ‚Schniposa‘, und wir vereinbarten, dass wir uns einmal im Leben als Astronaut bewerben würden. Denn auch wenn wir nicht daran glaubten, es zu schaffen, so würden wir später wenigstens sagen können, dass wir es versucht haben. Ich habe mich beworben und wurde – zu meiner eigenen Überraschung – genommen, und heute bin ich Astronaut. Darum: Gebt der Sache, die ihr erreichen wollt, eine Chance – bevor es zu spät ist.“

An seine Zeit in Karlsruhe denkt der ESA-Astronaut noch gern zurück: „Hier war der Start meiner wissenschaftlichen Karriere. Ich habe sehr viel gelernt, von dem ich heute noch als Wissenschaftler und Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation profitiere“, so Gerst. Also, nichts wie ran an die Bewerbung, empfiehlt auch „Astro-Alex“: „Erst wenn die Menschen sagen ‚Ich kann das auch – wie der Gerst und sogar noch besser‘, ist meine Mission erfüllt.“


Geschrieben von: Gastautor