CAMPUS, GESICHTER, RAUSGESCHAUT

Nicht nur für den Lebenslauf: Soziales Engagement im Studium

Naseem Salem will mehr als nur studieren. In seiner freien Zeit engagiert sich der Bachelorabsolvent des KIT in mehreren Hochschulgruppen: in der studentischen Unternehmensberatung fuks e.V., im muslimischen Studentenverein Karlsruhe sowie im Start-up ApplicAid, das sich für globale Bildungsgerechtigkeit einsetzt. Was ihn antreibt und wieso soziales Engagement für ihn nicht nur bedeutet, den Lebenslauf zu verbessern, hat er uns im Gespräch erzählt.

Fotos: Simon Zimpfer; Muslimischer Studentenverein e. V.
Text: Aileen Seebauer



In der Fachschaft mitarbeiten, sich in Uni-Gruppen engagieren, kostenlos Tutorien leiten: Es gibt viele Möglichkeiten für Studierende, neben dem Studium ehrenamtlich an der Hochschule aktiv zu sein. Der in Heidelberg geborene und in Karlsruhe aufgewachsene Wirtschaftsingenieur Naseem Salem nutzt diese vollumfänglich aus; für sein soziales Engagement hat ihn die Initiative „Top Talents under 25“ im Jahr 2019 als „Top Talent Social“ ausgezeichnet. „Die Tatsache, dass ich als deutscher Staatsbürger unzählige Privilegien genießen darf, ermutigt mich, meine Chancen sinnvoll zu nutzen“, erklärt Naseem. „Meine Eltern kommen aus dem Jemen – einem Staat in Vorderasien. Als Muslim motiviert mich zusätzlich meine Religion, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und für die Gesellschaft einen positiven Beitrag zu leisten.“

Seit seinem dritten Semester engagiert er sich für den Muslimischen Studentenverein Karlsruhe, der die Interessen muslimischer Studierender auf dem Campus vertritt. Bereits vor seinem Studium war er in einer lokalen Moscheegemeinde ehrenamtlich tätig. „Mir ist es wichtig, den interreligiösen und interkulturellen Dialog zu fördern“, so der 21-Jährige. Als Vorstandsvorsitzender des Muslimischen Studentenvereins organisiert er mit den Mitgliedern jährliche Veranstaltungen wie „Islam meets KIT“ mit dem Ziel, Menschen verschiedenen Glaubens zusammenzubringen und Vorurteilen entgegenzuwirken.

So oder so ähnlich könnte soziales Engagement neben dem Studium aussehen. „Primäres Ziel jedes Engagements sollte aber sein, die Gesellschaft voranzubringen – egal, ob im kulturellen Austausch, in der Bildung oder im Klimaschutz“, betont er. Der größte Nutzen liege nicht – wie von vielen angenommen – im gepimpten Lebenslauf. Vielmehr sei es der persönliche Kontakt zu unterschiedlichen Menschen, die einen im Denken und Handeln prägen. „Ich kann soziale Fähigkeiten erlernen und verbessern, die mir sowohl im Alltag als auch am Arbeitsplatz sehr helfen.“ Darüber hinaus biete sich die Möglichkeit zum Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks, auf das man auch künftig zurückgreifen könne. „Lasst uns die Zeit sinnvoll nutzen und einen Mehrwert schaffen“, sagt Naseem. Davon profitiere schließlich nicht nur die Gesellschaft, sondern vor allem man selbst.

Dienstag, 12. Mai, 2020
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Geschrieben von: Gastautor