Licht an: Simon, Lukas und Luca haben sich ein System ausgedacht, wie Studierende Lernräume besser nutzen können.

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Nicht meckern – machen! Studenten-Trio bringt Dynamik in Lernräume

Muss in der KIT-Bib eigentlich immer still gearbeitet werden? Nein, müsste nicht, meinen Lukas Dierolf, Luca Dilger und Simon Maier. Die Zeiten haben sich geändert. Es spricht einiges dafür, dass sie recht haben.

Die drei Studenten haben einen Plan, wie es anders gehen könnte; in der Bib, aber auch in anderen Lernräumen auf dem Campus, sogar an anderen Unis. Ihre Lösung haben sie von März bis Juli erarbeitet, unterstützt durch das Programm „DigitalChangeMaker Accelerator“ des Stifterverbandes. Den Anstoß beim KIT gab Dr. Niels Feldmann, Leiter des Intrapreneurship-Programms beim Innovations- und Relationsmanagement des KIT, der die Studierenden betreute.

„Die Struktur der Lernräume an den Unis hat sich in den letzten 100 Jahren nicht geändert“, sagt Luca, angehender Wirtschaftsingenieur. „Wir wollten darüber nachdenken, wie wir die Raumnutzung den veränderten Umständen anpassen“, ergänzt Lukas, gleichfalls Student im Fach Wirtschaftsingenieurwesen. Nicht bloß meckern, sondern besser machen, lautete ihr Motto. Die drei Intrapreneure fanden es spannend, ihre kreativen Fähigkeiten zum Nutzen der eigenen Uni einzusetzen. Simon, Wirtschaftsinformatik-Masterand: „Häufig sieht man Probleme, fragt sich aber nicht, wie man die Situation selbst verbessern kann.“ Die drei fragten – und fanden Lösungen, von denen sie schließlich eine ausarbeiteten. Und die hat mit grünen, orangen und roten LED-Lämpchen zu tun.


Flexibler Nutzungsansatz für Lernräume

Das Lernen hat sich seit Corona verändert: hybride Gruppenarbeit, Präsenzvorlesung, Onlinekurs, kurzes Telefonat mit der Betreuerin oder dem Betreuer, konzentriertes Lesen. Das Karussell zwischen digital, hybrid und analog bringt neue Anforderungen. Wer nicht in der Nähe der Uni wohnt, muss am Campus einen Platz finden. Aber wo das Online-Seminar besuchen, ohne andere zu stören? „Die Lernräume am KIT haben fast nur Stillarbeitsplätze, das bildet unseren Studienalltag gar nicht mehr ab“, so Luca.

Genau da setzt das Projekt der Drei an: Sie untersuchten Lösungen, die beim Studieren im hybriden Alltag auf dem Campus unterstützen. Herausgekommen ist ein flexibler Nutzungsansatz für Lernräume, den sie im TRIANGEL Open Space ausprobierten. Studierende mit gleichen Nutzungscharakteristiken finden sich dabei zu Clustern zusammen. Die Telefonierenden, die Still-Lernenden oder die Gruppenarbeitenden bilden im Raum Zonen. Damit andere diese schon beim Betreten erkennen, signalisierten im ersten Ansatz bunte Klötzchen neben den Laptops die Nutzungsart. Im zweiten Schritt programmierte das Trio eine Webanwendung, bei der man sich einloggen und seine Nutzungsart eintragen kann. Ein am Laptop angebrachtes LED-Lämpchen leuchtet, vom Programm angesteuert, passend auf. Das farbige Ampelsystem zeigt, wie gerade wo gelernt wird. Prototyp: Check!

Für Simon, Luca und Lukas ist damit die Intrapreneur-Reise zu Ende. Das Projekt möchte das Karlsruhe Service Research Institute (KSRI) im Rahmen eines Teamprojekts im Wintersemester weiterführen. „Uns war wichtig, etwas zu entwickeln, das nicht versandet“, sagen die drei. Wenn es gut läuft, könnten am Ende Studierende über eine App nachfragen, wo auf dem Campus gerade ein Platz für die gewünschte Nutzungsart frei ist.

Text: Regina Link

Foto: Lisa Jungheim

Donnerstag, 18. August, 2022
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Geschrieben von: Regina Link