Ein gründer Ordner liegt auf einem Schreibtisch. Auf dem Ordner steht Gefährdungsbeurteilung. Im Hintergrund sieht man einen aufgeklappten Laptop. (Foto: Sara Burk, KIT)

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Mehr Überblick beim Bauschadstoff PCB

Gefährdungsbeurteilungen sind ein zentrales Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Die jetzt auf dem Informationsportal PCB des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) veröffentlichte Allgemeine Gefährdungsbeurteilung PCB ist auch für Studierende interessant: Neben einem konzentrierten Überblick auf aktuellem Sachstand erhält man umfassende Hinweise darauf, wie man sich als Nutzerin bzw. Nutzer eines belasteten Gebäudes schützen kann.

Text: Justus Hartlieb
Foto: Sara Burk

Bekanntlich gibt es auf dem Campus Süd des KIT eine gute Handvoll mit dem Bauschadstoff PCB belasteter Gebäude, darunter der Physik-Flachbau und der Chemie-Flachbau. Auch wenn in diesen und in den übrigen fünf Gebäuden eine nicht verantwortbare Gefährdung der Nutzerinnen und Nutzer ausgeschlossen werden kann, hat ein vorsorgender Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Studierende Priorität.

In diesem Zusammenhang ist die jetzt von der Stabsstelle Sicherheit und Umwelt des KIT veröffentlichte Gefährdungsbeurteilung zu sehen. Vorgesetzten in den betroffenen Gebäuden gibt sie alle Informationen an die Hand, die sie brauchen, um die ihnen obliegende „Arbeitsplatzspezifische Gefährdungsbeurteilung PCB“ für ihre Mitarbeitenden vor Ort zu erstellen. In Verbindung mit den flankierenden, ebenfalls jetzt veröffentlichten Leitlinien zur arbeitsplatzspezifischen Gefährdungsbeurteilung liegt der Fokus dabei auf den Möglichkeiten, die Nutzerinnen und Nutzer haben, etwaige Belastungen der Raumluft durch PCB in eigener Regie so gering wie möglich zu halten.

Zweierlei Vorsorge

Entsprechend listen und bewerten die beiden Dokumente einen umfangreichen Maßnahmenkatalog. Dieser ist zweigeteilt: Auf der einen Seite gibt es gebäudebezogene Interventionen, die vom Lüften und Reinigen bis zur baulichen Sanierung reichen. Auf der anderen Seite stehen personenbezogene Ansätze. Hier können besonders schützenswerte (Schwangere, Stillende) oder gesundheitlich vorbelastete Personen bei den Medizinischen Diensten des KIT jederzeit einer individuelle Beratung erhalten sowie, wenn nötig, ein Biomonitoring (Blutuntersuchung auf PCB).

Zugleich kann – und sollte – man sich bei Vorlesungen, Praktika oder beim Lernen in einem der belasteten Gebäude auch selbst kümmern. Als einfachste, dabei wirksamste Option gilt nach wie vor ein systematisches Lüften (Stoßlüften oder, wo nicht möglich, Dauerkipp). Auch bei sommerlichen Temperaturen lassen sich die PCB-Werte der Raumluft damit um bis zu 60 Prozent senken. Weitere Empfehlungen für den Umgang mit sommerlichen Raumtemperaturen sowie für das eigenständige Reinigen runden die beiden Informationsblätter ab. Nachfragen oder Anmerkungen per E-Mail an pcb@sum.kit.edu sind willkommen.

Freitag, 2. Juli, 2021
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Geschrieben von: Justus Hartlieb