Benedikt Braszus sitzt auf der Wiese, hat einen Laptop auf dem Schoß und diverse Geräte vor sich liegen.

  RAUSGESCHAUT, STUDIUM

Masterstudent ist Erstautor: Studie zur Entstehungsgeschichte der Karibik

Ob starke Erdbeben oder Vulkanausbrüche – die Karibik ist immer wieder Schauplatz verheerender Naturkatastrophen, die durch Verschiebungen der Erdplatten ausgelöst werden. Wie sich die Karibik tektonisch entwickelt hat, hat ein Team internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Beteiligung des KIT in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Das Besondere daran: Der Erstautor der Studie, Benedikt Braszus, hat den Großteil der Arbeit im Studium während seiner Masterarbeit geleistet.

Autor: Benedikt Braszus, Sandra Wiebe
Fotos: Benedikt Braszus, Stephen P. Hicks

Wie ist es dazu gekommen, dass du Erstautor der Studie bist?

Ich habe den Großteil der Arbeit an dem Thema während meiner Masterarbeit zwischen Juni 2018 und Juni 2019 verrichtet. Wegen der spannenden Resultate hatten wir mit den Kolleginnen und Kollegen des Imperial College London die Idee, die Arbeit in Nature Communications zu veröffentlichen. Als die ersten Reviews zu dem Paper zurückkamen – also die Begutachtung durch Fachkolleginnen und -kollegen –, hatte ich mein Studium bereits abgeschlossen und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geophysikalischen Institut (GPI) des KIT angestellt und habe das Feedback eingearbeitet. Das war Ende 2020.

Was waren besondere Herausforderungen für dich?

Eine der großen Herausforderungen zu Beginn war das Einarbeiten in den komplexen Quellcode des Programms, um die seismischen Daten auszuwerten. Außerdem ist es manchmal schwierig, schon vorher abzuschätzen, ob es sich lohnt, Zeit in eine gewisse Idee zu investieren, wie beispielsweise das Automatisieren gewisser Arbeitsschritte – auch hier war der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen stets hilfreich.

Die Diskussion mit den internationalen Kolleginnen und Kollegen hat auch die wissenschaftliche Fragestellung geschärft. Durch ihr positives Feedback habe ich einen Eindruck bekommen, welche Themen für ein breiteres Publikum außerhalb unseres Instituts von Interesse sind.

Tief in der Karibik: vor dem Hintergrund der Vulkaninsel Montserrat werden die Seismometer wieder zurück an Bord geholt. (Foto: Stephen P. Hicks)

Wie lange hat der ganze Prozess gedauert?

Der komplette Prozess von Beginn der Masterarbeit im Juni 2018 bis zur Veröffentlichung des Papers im Juli 2021 hat ziemlich genau drei Jahre gedauert. Das Meiste habe ich während meiner Masterarbeit gemacht. Danach habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Doktorand immer mal wieder an dem Thema gearbeitet, wenn neue Kritikpunkte der Reviewerinnen und Reviewer umgesetzt werden sollten.  

Was sollten andere Studis beachten, die auch so etwas erreichen möchten?

Generell sollte man sich für die Masterarbeit ein Thema suchen, für das man sich ehrlich interessiert und begeistern kann.

Zudem sollte man aktiv Gelegenheiten nutzen, um den aktuellen Fortschritt seiner Arbeit zu präsentieren und Feedback von Kolleginnen und Kollegen zu bekommen. Hierfür ist es hilfreich, sich nicht nur auf Instituts- oder Arbeitsgruppenseminare zu beschränken, sondern auch internationale Kollaborationen zu suchen.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Seit Dezember 2020 arbeite ich am GPI an meiner Promotion im Rahmen des AlpArray Projekts. Ziel ist die Erstellung eines Modells der seismischen Geschwindigkeiten in der Erdkruste der Alpenregion. Hierbei werden die nötigen Daten für die angewandte Laufzeittomographie mittels Künstlicher Intelligenz direkt aus den Erdbebenwellen gewonnen.

Eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse zur Entstehungsgeschichte der Karibik findet ihr hier.

Donnerstag, 29. Juli, 2021
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Geschrieben von: Gastautor