Mitarbeitern von she.codes arbeitet mit drei Mädchen an Laptops zusammen.

  RAUSGESCHAUT

Kreativität und Programmieren spielerisch kombinieren

Die Hochschulgruppe „she.codes“ begeistert mit Programmier-Workshops Jugendliche und insbesondere Mädchen für Informatik und technische Themen – die mehr als 30 Mitglieder sind nahbare Vorbilder und räumen mit klassischen Stereotypen auf.

Text: Sabine Fodi
Foto: Hochschulgruppe she.codes

„Uns selbst fehlten die passenden Vorbilder und so ist die Idee für „she.codes“ entstanden“, beschreibt Lena Stempfle die Motivation der 2019 gegründeten Hochschulgruppe durch MINT-Studentinnen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Technischen Universität München (TUM). Lena ist PhD-Studentin der Chalmers University of Technology, KIT-Alumna und Mitgründerin sowie Vorständin für den Bereich Netzwerk bei she.codes. Statt lange zu planen, lief bereits zwei Monate nach der Gründung der erste Workshop und „uns hat besonders gut gefallen, direkt mit den Jugendlichen zu programmieren und verschiedene Konzepte auszuprobieren“, sagt sie.

Aus ganz Deutschland sind die Mitglieder des she.codes-Teams. Die meisten von ihnen kommen vom KIT und der TUM und studieren Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik und Maschinenbau. In verschiedenen von ihnen organisierten Programmier-Workshops lernen Jugendliche, Kreativität und Programmieren spielerisch zu kombinieren und erste eigene Programme zu schreiben. „Sie sollen neue Dinge ausprobieren und Spaß am Programmieren und Entdecken von neuen Technologien haben“, beschreibt Clara Buchholz, TUM-Studentin und Vorständin für den Bereich Finanzen und Struktur, die Vision von she.codes.

Bereits mehr als 400 Jugendliche haben an den Workshops teilgenommen und begeistertes Feedback gegeben. Viele Mädchen, die bei den Einsteiger-Workshops mitmachen, melden sich danach direkt für das viermonatige code-togetHER-Programm an. „Dort finden vier aufeinander aufbauende Programmier-Workshops statt und jede Teilnehmerin kann zwischen den Workshops mit ihrer persönlichen she.codes-Mentorin weitere Programmieraufgaben lösen“, erzählt Emilie Geiler, Informatik-Studentin am KIT und Vorständin für den Bereich Programme und Workshops, „momentan findet alles online statt, aber wir freuen uns darauf, bald wieder in Präsenz zu programmieren.”

Interessentinnen können sich über die sozialen Medien und die Webseite sowie an Schulen über das Kurs-Angebot informieren und online anmelden. Für die digitalen Sessions benötigen die Teilnehmenden nur einen Laptop mit Lautsprecher, Mikrofon und Kamera. Die Kurs-Grundlagen werden in großen Runden erklärt; in kleinen Gruppen mit zwei bis vier Teilnehmenden und je einer  she.codes-Begleitperson wird dann programmiert. So können alle bestmöglich betreut und aufkommende Fragen direkt geklärt werden.

Besonders zu Beginn der Covid-Pandemie gab es eine gesteigerte Nachfrage an den online angebotenen Workshops. „Wir hoffen, dass wir nicht nur den Teilnehmenden, sondern auch deren Eltern die Zeit zu Hause etwas erleichtern konnten“, erzählt Lena Stempfle. Die Kooperationen mit den Schulen vor Ort mussten leider teilweise pausieren, das ortsunabhängige Arbeiten ermöglichte es jedoch, noch mehr Schülerinnen und Schüler deutschlandweit zu erreichen.

Zukünftig soll das Angebot von she.codes schulartübergreifender gestaltet werden, um für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen, dafür wird bereits mit verschiedenen Schulen zusammengearbeitet, weitere Kooperationen sind angestrebt. Intern laufen Weiterbildungsmöglichkeiten für die Coaches wie Karriere-Workshops und Netzwerk-Events, die Kontakte in die Industrie sollen zudem ausgebaut werden.

Donnerstag, 18. November, 2021
  RAUSGESCHAUT


Geschrieben von: Gastautor