ARBEITSWELT, GESICHTER, RAUSGESCHAUT

Keine Angst vor der KI: Deep Learning mit HS Analysis

Sergey Biniaminov gehört zu einer neuen Generation von Gründern, die mit KI-Lösungen tradierte Abläufe in der Forschung und Entwicklung auf den Kopf stellen: Sein Unternehmen HS Analysis bietet maßgeschneiderte KI-Werkzeuge für die Mikroskopie. Gemeinsam mit Studierenden des KIT möchte er nun weitere KI-Projekte für die Forschung und Entwicklung anstoßen.

Fotos/Video: HS Analysis GmbH
Text: Dr. Martin Heidelberger


In der Medizin und in der Pharmaforschung, aber auch in den Biowissenschaften wird häufig mit Gewebeproben oder Zellkulturen gearbeitet, die auf Grundlage spezifischer Fragestellungen analysiert werden. Für aussagekräftige Studien müssen Ärzte, Pathologen und Forscher dabei große Mengen an Proben untersuchen und bewerten. „Auch bei einem ausgewiesenem Experten können solche manuellen Analysen viel Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt Sergey Biniaminov, Alumnus des KIT und Experte für Datenanalyse auf Basis künstlicher Intelligenz (KI). „Typischerweise steht das Fachpersonal dabei unter großem Zeit- und Kostendruck. Dabei kann es auch zu Fehlern kommen.“ Um das zu ändern hat Biniaminov 2015 am KIT das Unternehmen HS Analysis gegründet. „Wir bieten KI-Werkzeuge, die aus großen Datenmengen in kürzester Zeit wertvolle Ergebnisse extrahieren können, etwa eine Quantifizierung der Effekte von Wirkstoffkandidaten auf das untersuchte Gewebe oder Zellkulturen“, so Biniaminov. Mithilfe von Deep-Learning-Methoden würden dabei auch Strukturen mit komplexer Morphologie zuverlässig und nachvollziehbar erkannt.

KIT-Alumnus Sergey Biniaminov gründete HS Analysis im Jahr 2015.

Ihr Know-how bei der Analyse großer Datenmengen bringen die KI-Pioniere von HS Analysis inzwischen auch in weiteren Anwendungsfeldern zum Einsatz, etwa mit Deep Learning zur Materialprüfung in der Leichtbau- und Automobilbranche, Machine Learning zur Molekularanalyse und Phänotyp-Erkennung in der Agrarindustrie, sowie Natural Language Processing für Fragestellungen im Finanzsektor oder der Handelsbranche. Biniaminov beschreibt KI als ein mächtiges Werkzeug, dessen zukünftige Anwendungsfelder noch gar nicht abzusehen sind. „Ich empfehle den Studierenden von heute dringend, sich in dieses Feld einzuarbeiten“, sagt Biniaminov. „Machine Learning, ein Werkzeug dessen Gebrauch man lernen kann und sollte. Keine Angst vor der KI!“

Mittels der KI-Werkzeuge von HS Analysis lassen sich aus großen Datenmengen, die beispielsweise bei der Untersuchung von Zell- oder Gewebeproben anfallen, in kürzester Zeit wertvolle Ergebnisse extrahieren.

Eine gute Gelegenheit dafür ist vielleicht ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit. Am 30. November wird es in Karlsruhe außerdem wieder einen Workshop im Rahmen der Eventreihe SCION geben, die von der HS Analysis GmbH in Kooperation mit weiteren Unternehmen und Vereinen organisiert wird. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Biologie oder Biotechnologie sowie Designerinnen und Designer. Die Teilnehmenden erwarten spannende Einblicke in Life-Science-Themen und die Möglichkeit Deep-Learning-Modelle auf echte Medizindaten zu applizieren. Der Workshop ist kostenfrei und beinhaltet die komplette Versorgung mit Essen und Trinken während der Veranstaltung.

Weitere Infos und Kontakt: sergey.biniaminov@hs-analysis.com

Montag, 30. September, 2019
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Martin Heidelberger

Geschrieben von: Martin Heidelberger