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Heizkosten sparen – der Konfigurator zeigt wie

Zimmer, Bad und WG-Küche warm zu halten, wird teurer. Besonders für alle, die mit Gas heizen. Was tun, um die Kosten zu senken? Das von KIT-Absolventen gegründete Start-up ModuGen gibt zur jeweiligen Wohnung passende Tipps und informiert über einfache Maßnahmen, zum Beispiel an Fenstern oder Heizkörpern, die den Energieverbrauch reduzieren.

„Alle hören in den Nachrichten, dass als Folge des russischen Kriegs gegen die Ukraine die Energiepreise enorm steigen“, sagt Maximilian Franz, Geschäftsführer der ModuGen GmbH. „Aber in unserem Umfeld stellen wir fest, dass kaum jemand weiß, wie in den eigenen vier Wänden effektiv Energie gespart werden kann“, so der Informatiker weiter. „Also haben wir uns überlegt, wie sich mit wenigen Schritten herausfinden lässt, welche Sparmaßnahmen für die eigene Wohnung passen.“

Der von dem Start-up entwickelte kostenlose Konfigurator unter www.sparenergie.jetzt braucht nur ein paar Angaben. Zum Beispiel Quadratmeter der Wohnung, Altbau oder Neubau, Größe der Fenster, Raumhöhe und Heizart. Daraus ermittelt er die voraussichtlichen Heizkosten und die mögliche Einsparsumme für eine Reihe von verschiedenen Maßnahmen. Die Plattform schlägt für die jeweilige Gegebenheit im Gebäude geeignete Sparmaßnahmen vor. Zum Beispiel smarte Thermostate, Heizkörper-Reflexionsfolien, Fensterdichtungen oder Thermovorhänge. „Der Fokus liegt auf simplen bautechnischen Verbesserungen, die sich preisgünstig und ohne großen Aufwand installieren lassen“, betont Maximilian. Vor allem in thermisch schlecht gedämmten Altbauten sind selbst mit kleinen Investitionen große Einsparungen möglich.

Einnahmen gehen an Klimaschutzprojekte

Die Produkthinweise sind teilweise über Affiliate-Links mit Versandfirmen verknüpft. „Kleine, lokale Unternehmen bieten diese Möglichkeit meist leider nicht, es gibt aber auch Links zur unabhängigen Internetsuche nach den Produkten“, sagt der ModuGen-Geschäftsführer. „Die nach Abzug aller internen und externen Kosten entstehenden Gewinne investieren wir vollständig in Klimaschutzprojekte. Es ist uns sehr wichtig, dass auch während der gerade sehr präsenten Energiekrise die Klimakrise nicht vergessen wird.“

Das Unternehmen ModuGen ist eigentlich auf Konstruktionssoftware für nachhaltigen Holzbau spezialisiert, es bietet digitale Planungsassistenz für die Tragwerksplanung an. 2020 haben die Joshua Brett, Maximilian Franz, Samuel Gensch und Sandro Braun, die allesamt am KIT studiert haben, das Start-up gegründet. Gefördert wurden sie durch ein Exist-Gründungsstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klima. Unterstützt hat sie dabei Professor Shervin Haghsheno, Leiter des Fachgebiets Baubetrieb und Bauprozessmanagement am KIT, als Mentor und Wagniskapitalgeber. „Die Start-up-Gründung mit Studienkollegen war für uns die absolut richtige Entscheidung“, sagt Maximilian. Inzwischen hat das Unternehmen elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Bauingenieurwesen, Informatik und Elektrotechnik. Den Konfigurator auf ihrer Seite nutzen sie auch selbst: „Ich ziehe um in einen Altbau, klar, dass ich das Tool verwende.“

Text: Anja Frisch
Screenshot: KIT

Donnerstag, 1. September, 2022
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Geschrieben von: Gastautor