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Europa macht’s möglich: Promovieren mit Förderprogramm

Für Narmin Suvarli stand schon in ihrer Schulzeit fest, dass sie später einmal Wissenschaftlerin werden möchte. Nun ist sie 26 Jahre alt und hat ihr Ziel fast erreicht – seit 2018 promoviert sie am KIT. Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen eröffnen ihr dabei weitreichende Möglichkeiten: außergewöhnliche Forschung im Ausland zu betreiben, Sprachen zu lernen, die Welt zu entdecken.

Bild: Narmin Suvarli
Text: Aileen Seebauer

Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen, benannt nach der zweimaligen Nobelpreisträgerin Marie Skłodowska Curie, sind Teil des europäischen Programms „Horizont 2020“. Und Narmins Weg führte tatsächlich quer durch Europa: „Mein Studium fing mit einem Bachelor in Chemie an der Lomonossow-Universität in Moskau an“, erzählt die gebürtige Aserbaidschanerin. Im Anschluss erhielt sie ein Erasmus-Stipendium, das es ihr ermöglichte, ihren Master an drei verschiedenen Universitäten zu absolvieren: in Lille, Leipzig und Helsinki. Durch ihr Studium konnte Narmin bereits viel von der Welt sehen; neben Aserbaidschanisch und Englisch spricht sie fließend Russisch und Türkisch. Für das KIT als Ort ihrer Promotion habe sie sich entschieden, weil dort bereits viele namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler studierten und promovierten. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Herstellung von Nanopartikeln, die gegen Krebs eingesetzt werden sollen: „Das kann zu neuen Formen von Krebsbehandlungen mit weniger Nebenwirkungen führen.“

Dass eine Promotion große Herausforderungen mit sich bringen kann, war der 26-Jährigen früh bewusst. So war sie schon während ihres Aufenthalts in Finnland fest entschlossen, ein Förderprogramm auf dem Gebiet der Polymerchemie zu finden. Die Chance darauf eröffnete sich zum Ende ihres Masters in Form einer Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme: eine Ausschreibung für eine Stelle in einem Projekt, das eng mit ihrem Forschungsgebiet verknüpft war. „Da musste ich nicht lange überlegen“, erzählt sie. Kurzerhand bewarb sie sich. Einige Wochen nach dem Vorstellungsgespräch erhielt sie die Zusage und mit ihr eine dreijährige Forschungsförderung.

Das Förderprogramm unterstützt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ermutigt sie, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie zu arbeiten und eine internationale Karriere zu machen. Derzeit arbeitet Narmin in einer Partnerschaft mit einem Institut aus Straßburg sowie einem Unternehmen aus Mainz. „Ich habe auch einen Tandempartner, Eirini aus Griechenland, wir arbeiten zusammen und sind in einem gemeinsamen kulturellen Austausch.“ Angehenden Promovierenden empfiehlt sie, sich auf ein geeignetes Förderprogramm zu bewerben und die Chance eines solchen Angebotes zu nutzen. „Das Marie-Skłodowska-Programm ist mit viel Arbeit in Mainz, Straßburg und Karlsruhe verbunden. Aber es lohnt sich“, ist sie sich sicher. Ob sie nach der Promotion in Karlsruhe bleiben wird, stehe noch nicht fest. Sie möchte unvoreingenommen in die Zukunft sehen und dabei immer ihrem Lebensmotto treu bleiben: „Vivere militare est“ – zu leben, heißt zu kämpfen.



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Geschrieben von: Denis Elbl