UNTERSEITEN

So ein Blech!

Joscha Mertens, Masterand im Maschinenbau, erlebte die Workshops von Markus Döllken in zwei Rollen. Als Studierender nahm er im März 2021 an Döllkens Studie zur Blechkonstruktion teil. Konstruieren war für ihn nichts Neues: „Eigentlich habe ich mein ganzes Studium mit Konstruktion verbracht. Aber mit Blech hatte ich davor noch nie gearbeitet, das war für mich völlig neu.“ Eine Stunde dauerte die Studie. Das hieß für ihn, zunächst eine Datenschutzerklärung ausfüllen, denn kleine Kameras, die unten am Monitor angebracht waren, sollten seine Augenbewegungen beobachten. Das habe er allerdings gar nicht so richtig mitbekommen, erzählt Mertens. Mit Döllkens Konstruktionsmethode als Hilfestellung sollte er an einer Konstruktionsaufgabe arbeiten: Einen Blechwinkel, ursprünglich aus fünf Teilen bestehend, optimieren – also mit weniger Teilen, weniger Schweißnähten und weniger Biegekanten konstruieren.

Für Mertens stand im Vordergrund, die Aufgabe gut zu lösen und zu beweisen, dass er es konnte. Die Ergebnisse des Eyetrackings fand er zwar interessant, aber für sein Vorgehen nicht wesentlich. Insgesamt habe er ein bisschen über Blechkonstruktion mitgenommen, aber wirklich intensiv habe er sich erst später damit beschäftigt, resümiert er. In seiner Masterarbeit ergab sich dann aber wieder eine Zusammenarbeit mit Markus Döllken.

„Ich fand es spannend, weil ich schon damals in der Studie gemerkt habe, dass ich von Blechkonstruktion wenig Ahnung habe“, erzählt er. Zusammen mit Döllken bereitete er Anfang Juli selbst einen Workshop vor. Auch ihm geht es in seiner Arbeit darum, durch Beobachten und Interpretieren der praktischen Konstruktionsarbeit Verbesserungen zu erzielen. Allerdings geht er methodisch einen anderen Weg als Döllken. Dazu ließ er die Studierenden im Workshop die verschiedenen Versionen ihrer Konstruktionsaufgabe speichern, um die Änderungen zwischen den Versionen zu analysieren. Die Idee: Durch die Änderungen lässt sich feststellen, wo es gewissermaßen regelmäßig hakt. Diese Erkenntnisse sollen dann in die Konstruktionsmethode von Döllken münden, um beim Konstruieren an entscheidender Stelle unterstützen.

30. September, 2021