STUDIUM

Wie im richtigen Leben

Mit Mitteln aus dem Bundesprogramm Lehre hoch Forschung fördert das KIT Projekte, in denen die Studierenden praktische Erfahrungen sammeln. Klaus Rümmele hat sich an drei KIT-Fakultäten umgehört.

Fotos: Lydia Albrecht,Manuel Balzer, Andrea Fabry

 
Gegen Ende des Bachelorstudiums stemmen die Studierenden des Chemieingenieurwesens eine Projektarbeit in einem der Profilfächer. In Vierergruppen tüfteln sie an einer Biosynthese im Labor oder konzipieren eine Kälteanlage für ein Pinguarium im Zoo. Nachdem sie im fünften Semester eine Vorlesung zu dem Thema gehört haben, erfahren sie im sechsten „den Ingenieursalltag, wie sie ihn später im Beruf haben“, sagt Andreas Janzen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (TTK) und seine Mitstreiter machen dem Nachwuchs dabei nicht zu viele Vorgaben: Sie sollen sich selbst Komponenten überlegen, Berechnungen anstellen und Rahmenbedingungen klären.

Teamprojekt in frühen Studienphasen

In einem Workshop an der KIT-Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik „kommen die Studierenden früh in Kontakt mit echter Elektronik“, sagt Jochen Schäfer. Der Doktorand am Institut für Hochfrequenztechnik und Elektronik (IHE) ist einer der Betreuer und weiß: „Manche blühen dann total auf“. Mehr als 400 Studierende absolvieren im Laufe der ersten drei Semester vier Kurse – Sensorik, Regenerative Energieerzeugung, Analoge Filter und Schaltungsanalyse sowie Digitale Signalverarbeitung. Die Inhalte sind an Vorlesungen angelehnt: „Damit setzen wir die Theorie in die Praxis um“, sagt Professor Thomas Zwick. 2014 gewannen er und sein Team dafür den Fakultätslehrpreis. Über Ilias teilen sich die Studierenden in Dreiergruppen ein und bearbeiten Aufgaben in zwei bis drei Wochen selbstständig. Jede Gruppe plant ihr Projekt „wie es Ingenieure tun“, so Doktorand Florian Boes. Auf einem Onlineforum tauschen sich die Studierenden aus.

werkstatt

Projektorientierung in der Mathematik- Didaktik

Rund 1.000 Schulklassen haben das Schülerlabor Mathematik bislang besucht. Immer häufiger treffen sie dort auf Lehramtsstudierende: Die KIT-Fakultät für Mathematik treibt die Integration des Labors in die Lehrerbildung voran. Mit den Mitteln aus dem Programm Lehre hoch Forschung „haben wir das Angebot verdoppelt“, sagt Ernestina Dittrich von der Abteilung für Didaktik der Mathematik.

Dazu gehören neben zwei Vorlesungen drei Seminare in einem Lehr-Lern-Labor, in dem die angehenden Lehrerinnen und Lehrer praktische Erfahrungen sammeln können – eine von ihnen ist Julia Wolf, die im 7. Semester Mathematik und Geographie auf Lehramt studiert. Sie und ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen lernen zum Beispiel die Arbeit mit verschiedenen Altersstufen und Begabungen kennen.

Donnerstag, 21. April, 2016
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Klaus Rümmele

Geschrieben von: Klaus Rümmele
Klaus Rümmele hat über Text-Bild-Beziehungen promoviert und ist am KIT verantwortlich für Internationale Kommunikation.