CAMPUS, INTERNATIONAL

Welcome2Work hilft Flüchtlingen bei der Jobsuche

KIT-Studentin Hang Do-Thi ist ehrenamtliche Patin bei „welcome2work“, einem Patenprogramm zur Unterstützung der Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt. Wie sie ihren Protegé kennenlernte und wie sich die Zusammenarbeit gestaltete, erzählen die beiden im Gespräch mit Laura Holzmeier.

Fotos: Manuel Balzer, privat

 

 

Das soziale Projekt „welcome2work“ wurde im Juli 2015 von der gemeinnützigen Studierendeninitiative enactus KIT e.V. ins Leben gerufen, um Geflüchteten die Chance zu geben, ins Berufsleben einzusteigen, sich zu integrieren und neue Kontakte zu knüpfen.

Das Konzept
Über eine deutschlandweite, mehrsprachige Online-Plattform können sich Paten, Flüchtlinge und Arbeitgeber vernetzen, um den Bewerbungsprozess transparenter und einfacher zu gestalten. Außerdem bietet die Homepage E-Learning Angebote, aktuelle rechtliche Informationen, ein Austausch-Forum und Leitfäden, die von allen Parteien genutzt werden können.

Das Tandem
Hang Do-Thi als Patin und ihr Protegé Ebrima Sillah sind ein erfolgreiches Beispiel für die Arbeit von Welcome2Work: Anlässlich der Flüchtlingskrise entschloss sich Hang im Jahr 2015, bei Welcome2Work mitzumachen, um Flüchtlingen zu helfen. Dabei lernte sie Ebrima kennen.
Normalerweise läuft die Vermittlung über einen Algorithmus ab, der gemeinsamen Interessen, Sprachniveaus und anderen Faktoren abgleicht. Anschließend werden dem Paten fünf potentielle Protegés vorgeschlagen. Versteht man sich bei einem ersten Kennenlernen-Treffen gut, kann die Partnerschaft beginnen.
Anders lief es bei Hang und Ebrima: Mit anderen Mitgliedern von enactus KIT e.V. ging sie zu einem Ehrenamtstreffen der evangelischen Kirche, um ihr Projekt vorzustellen. Dabei lernte sie ihren zukünftigen Protegé kennen. Beide waren sich auf Anhieb sympathisch. „Sie ist sehr freundlich und aufgeschlossen. Das hat mich besonders motiviert, bei dem Projekt mitzumachen“, erinnert sich Ebrima.

 

Das Tandem Ebrima Sillah und Hang Do-Thi.

 

 

 

Erfolgreich vermittelt
Ursprünglich wollte Ebrima in die Baubranche, da er in seinem Heimatland einer ähnlichen Arbeit nachging. Dieser Wunsch stellte Hang vor Schwierigkeiten: „In diesem Bereich kannte ich mich nicht gut aus. Ich musste zunächst recherchieren, welche Arbeitsbedingungen bei Bauunternehmen herrschen“ erklärt sie. Doch am Ende entschied sich Ebrima für eine Ausbildung zum Krankenpfleger, in der er sich mittlerweile im ersten Lehrjahr befindet. Hang half ihm, einen runden Lebenslauf zusammenzustellen und begleitete ihn durch den Bewerbungsprozess.

In Ebrimas Berufsschule in Bretten sprechen Schüler und Lehrer ausschließlich deutsch. Trotz Deutschkursen fällt es ihm noch schwer, dem Unterricht zu folgen. Er sieht es gelassen: „Ich war schon mit größeren Herausforderungen konfrontiert.“ Das Projekt habe ihn nicht nur beruflich weitergebracht, sondern auch dabei geholfen, Kontakt mit gleichaltrigen Einheimischen zu knüpfen.

Die Arbeitsvermittlung ist abgeschlossen, die persönliche Beziehung zwischen den beiden besteht noch. „Wir sind durch dieses Projekt Freunde geworden“, sagt Ebrima lächelnd. „Er kann immer zu mir kommen, wenn er Hilfe braucht“, fügt Hang hinzu.

Lust selbst Pate/Patin zu werden? Über die offizielle Homepage des Projektes kann man sich informieren und registrieren.

Montag, 15. Januar, 2018
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Laura Holzmeier

Geschrieben von: Laura Holzmeier