STUDIUM

Welcher Lerntyp bist du?

Immer zum Ende des Semesters beginnt die Klausurenphase. Jeder Student nutzt dann seine eigene Strategie, um schnell und effizient zu lernen. Welche Lernmethoden es gibt und wie man seinen Lerntypus feststellen kann, hat Laura Kaiser herausgefunden.

Foto: Markus Breig
Grafik: Anne Behrendt

 

Aus Erfahrung wissen wir, dass jede Person eine eigene Art des Lernens hat: Manche können sich einen Lernstoff gut merken, wenn sie ihn lesen, andere wiederum lernen leichter, wenn sie sich mit Mitlernenden über die Inhalte austauschen können. Unabhängig davon, auf welche Weise man am besten lernt, werden die unterschiedlichsten Sinne angesprochen und gezielt eingesetzt. So gehört neben Augen und Ohren auch der Muskelsinn zu den Organen, über die wir den Lernstoff in unserem Gedächtnis abspeichern. Die einzelnen Sinnesorgane sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Daran angelehnt, welche von ihnen beim Lernen zum Einsatz kommen, lassen sich verschiedene Typen des Lernens definieren: Man spricht von auditiven, visuellen, kommunikativen und motorischen Lerntypen.

 

 

 

 

Der auditive Lerntyp
Der auditive Lerntyp lernt vorwiegend über das Hören und Sprechen. Er kann sich die Informationen am besten merken, wenn er den Lesestoff hört, indem er sich den Text laut vorliest oder einem anderen dabei zuhört. Man erkennt auditive Lerntypen daran, dass sie beim Lernen die Lippen bewegen oder Selbstgespräche führen. Sie fühlen sich jedoch durch Umgebungsgeräusche schnell gestört und bevorzugen einen ruhigen Ort zum Lernen.

 

Der visuelle Lerntyp
Der visuelle Lerntyp hingegen lernt am besten, wenn er sich die Informationen durchliest und die Handlungsabläufe beobachtet. Demnach arbeitet er gerne mit Bildern, Illustrationen oder Grafiken, um Sachverhalte zu verstehen. Dieser Lerntyp verlässt sich demnach auf das, was er sieht. Man erkennt visuelle Lerntypen daran, dass sie sich häufig Notizen machen, Skizzen anfertigen oder mit Karteikarten lernen.

 

Der kommunikative Lerntyp
Der kommunikative Lerntyp ist ein guter Redner und ein noch besserer Zuhörer. Er lernt am besten durch Diskussionen und Gespräche. Für ihn ist es wichtig, sich sprachlich mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen und die Sachverhalte durch Dialoge und Diskussionen zu verstehen. Den kommunikativen Lerntyp erkennt man daran, dass er häufig in Lerngruppen lernt oder sich selber Fragen ausdenkt und diese dann auch beantwortet.

 

Der motorische Lerntyp
Der motorische Lerntyp kann sich Informationen am besten merken, wenn er die Handlungsabläufe selbst durchführt und somit Sachverhalte nachvollzieht. Er muss am Lernprozess unmittelbar beteiligt sein und eigenständige Erfahrungen sammeln. Der motorische Lerntyp lernt ganz nach dem Motto „learning by doing“, zum Beispiel bei Rollenspielen oder Gruppenaktivitäten.

 


 

Nachdem ich in meiner letzten Klausurenphase alle vier Lernstrategien ausprobiert habe, fand ich heraus, dass mir der auditive und visuelle Typ am meisten liegen. Sowohl das Lernen mit Grafiken und Schaubildern als auch das laute Vorsprechen der Inhalte haben mir erheblich geholfen. Die anderen zwei Lernstrategien sind mir hingegen etwas schwergefallen. Zum einen konnte ich mich mit der kommunikativen Lernstrategie kaum konzentrieren und nur wenige Informationen merken. Zudem sind wir bei der Gruppendiskussion immer wieder auf andere Themen abgeschweift. Auch die motorische Lernstrategie hat mir einige Probleme bereitet. Generell habe ich jedoch gemerkt, dass man nicht immer zu 100 Prozent einem bestimmten Lerntyp entspricht. So kann man auch die verschiedenen Strategien kombinieren – je nach Situation erhält die eine oder andere Lernmethode mehr Gewicht.

Optimale Ablenkung während der Klausurenphase:
Wenn ihr wissen wollt, welcher Lerntyp ihr seid, könnt ihr diesen Test dazu absolvieren:

 

 

TEST – WELCHER LERNTYP BIST DU?

Du bist krank und der Arzt soll dir erklären, was los ist. Du verstehst ihn, wenn er…
a) es einfach in Worten erklärt.
b) dich durch Informationsblätter aufklärt.
c) durch Röntgenbild das Problem erklärt.
d) von ähnlichen Fällen und möglichen Folgen berichtet.

 

Bei einer Prüfung schneidest du besonders gut ab, wenn der Stoff…
a) praktisch vermittelt wurde.
b) durch Skizzen und Diagramme aufbereitet war.
c) klar und deutlich erklärt und diskutiert wurde.
d) in Notizen gut zusammengefasst war, die ich mir dann vorspreche.

 

Du hast von einer interessanten wissenschaftlichen Erkenntnis gehört und möchtest dein Wissen dazu vertiefen.
Was tust du?

a) Ich höre mir dazu etwas im Radio oder als Hörbuch an.
b) Ich spreche mit Freunden darüber, die sich ebenfalls dafür interessieren.
c) Ich sehe mir einen Dokumentarfilm an.
d) Ich lese ein gutes Buch darüber.

 

Du nutzt beim Lernen besonders gerne…
a) Vorlesungen / Unterricht.
b) Diagramme.
c) Lerngruppen.
d) Vorlesungsskripte / Notizen.

 

Du bist nicht ganz sicher, ob man das Wort „parallel“, „paralell“ oder „parallell“ schreibt. Ein Wörterbuch ist nicht greifbar.
Was machst du?

a) Ich frage jemanden, wie er/sie es schreiben würde.
b) Ich schaue mir das Schriftbild genau an und entscheide, was passender aussieht.
c) Ich spreche die Wörter gemäß der Schreibweise ein paar Mal laut und entscheide nach dem Klang des Wortes.
d) Ich schreibe das Wort blind und rasch auf ein Blatt Papier, ohne zu denken.

 

 

Auflösung:

Überwiegend Antwort a: 
Du bist ein auditiver Lerntyp

Überwiegend Antwort b:
Du bist ein visueller Lerntyp

Überwiegend Antwort c:
Du bist ein kommunikativer Lerntyp

Überwiegend Antwort d:
Du bist ein motorischer Lerntyp

Dienstag, 25. April, 2017
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Laura Kaiser

Geschrieben von: Laura Kaiser
Laura Kaiser studiert Wissenschaft-Medien-Kommunikation am KIT. Seit Oktober 2016 arbeitet sie als Redakteurin für ClicKIT.