RAUSGESCHAUT, STUDIUM

Von Profis lernen: WMK-Studis produzieren Videos für ZDFinfo

Wie bringt man Wissenschaft unters Volk? Welche Formate kommen gut an und warum? Am KIT lernten Studierende des Studiengangs Wissenschaft-Medien-Kommunikation (WMK) in Zusammenarbeit mit ZDFinfo in einem Blockseminar, wie sie Konzepte für digitalen Video-Content erstellen und evaluieren. Tu-Mai Pham-Huu sprach mit Teilnehmerin Sophia Nietzschmann.

Fotos: Sophia Nietzschmann


Was waren Ziele, Lehrinhalte und Aufgabenstellungen des Seminars?

Wir sollten ein Videokonzept für den Social Media Auftritt von ZDFinfo digital entwickeln. Die Vorgaben: Für das Video sollten keine eigenen Drehs oder archivierte Filmsequenzen, sondern nur extern eingekaufte Bilder oder intern erstellte Grafiken verwendet werden. Als reines Social Media-Video sollte das Stück maximal drei Minuten lang werden und sich bestenfalls für eine Videoreihe eignen.

Zudem sollte es ein wissenschaftliches Thema sein, das sich idealerweise mit dem TV-Programm ergänzt, damit man darauf verlinken kann.


Wie seid Ihr an die Aufgabenstellung heran gegangen?

Wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt, jede Gruppe sollte ein Konzept erarbeiten. Um herauszufinden, was die Zielgruppe von ZDFinfo digital überhaupt interessiert, nahmen wir eine nicht-repräsentative Umfrage vor: Mediennutzung, Formatvorlieben und Themeninteressen.

Die meisten Probanden rufen Facebook, Twitter und Co. vor allem über ihr Smartphone ab. Für unser Konzept hieß das: Kein Ton und einfach zu verstehen, so dass man dem Video auch in einer vollen Bahn auf dem Weg nach Hause problemlos folgen kann.

Außerdem war den meisten Probanden eine hochwertige Optik und Bildästhetik sehr wichtig. Vor allem die weiblichen Befragten legten viel Wert auf anschauliches Bildmaterial. Auch das nahmen wir als wichtigen Aspekt auf, da ZDFinfo derzeit mehr männliche als weibliche Zuschauer hat. Frauen stellen eine relevante Zielgruppe dar, die es von Seiten des Senders noch zu erobern gilt.

Für den Großteil der Befragten war es auch entscheidend, vorab zu wissen, was sie in einem Video in den sozialen Medien überhaupt erwartete. Gerade auf Facebook starten die Videos beim Durchscrollen in der Regel von selbst, was viele als störend empfanden. Wir planten unser Video also so, dass jedem Zuschauer von Anfang an klar ist, was ihn erwartet und wie lange es dauern wird.

Zuletzt wurden zwei Dinge in unserer Umfrage von den Befragten als wünschenswert angesehen: Zum einen die Verknüpfung von Wissenschaft und Kuriosität und zum anderen ein Video zum Mitmachen.


Welche Schritte gab es bis zum fertigen Produkt?

Nach der Theorie ging es ans Brainstorming! Die Idee stand ziemlich schnell fest: Unter dem Motto »Ästhetik der Wissenschaft« wollten wir in unserem Video kuriose wissenschaftliche Mikroskop-Aufnahmen von vertrauten Alltagsgegenständen präsentieren – zum Staunen und Mitraten.

Mit der Überschrift »Wer erkennt diese 4 Dinge?« und einem Countdown-Balken, der die Ratezeit verrät, sollte den Zuschauern direkt klar sein, was sie in dem Video erwarten wird und sie zum Mitmachen animieren. Hochwertige Mikro-Aufnahmen sollten dem Ruf nach Bildästhetik nachkommen.

Das Suchen nach geeigneten Bildern war wohl der aufwändigste Teil. Wir durchforsteten sämtliche Fotodatenbanken, die uns ZDFinfo zur Auswahl gestellt hatte. Letztendlich pflegten wir unser Konzept in eine Art Drehbuch ein, das die Designer von ZDFinfo später umsetzen sollten.

 

 

Der Tag bei ZDFinfo: Wie war es?
Ob unsere Idee geeignet war, erfuhren wir erst, als es am letzten Tag des Blockseminars nach Mainz ging. Dort verbrachten wir den Tag bei ZDFinfo digital.

Gemeinsam schauten wir uns zum ersten Mal unsere umgesetzten Videos an: In einem anschließenden Feedback erfuhren wir von dem ZDFinfo-Team, welche Schwierigkeiten es bei der Umsetzung gab oder weshalb das Video geeignet sein könnte.

Und tatsächlich: Unser Video zur »Ästhetik der Wissenschaft« sollte in wenigen Tagen veröffentlicht werden! Auch wenn es keine zwei Minuten dauert: Das Konzept wird euch in Zukunft vermutlich noch öfter begegnen. Denn: Wie die Redaktion verrät, will ZDFinfo seine Follower auch in Zukunft mit Mikroskop-Bildern aus der Wissenschaft zum Staunen bringen.

 

Was nimmst Du aus dem Seminar für Dich mit?
Wir haben in dem Seminar vieles gelernt, was nah an der Praxis ist – und gleichzeitig genug theoretischen Hintergrund, um es auch auf andere Konzepte zu übertragen.

Die Einladung der Redaktion nach Mainz hat vielen von uns einen Einblick gewährt, den man sonst ohne weiteres nicht erhalten würde. Die Chance, ein theoretisches Konzept von einem Team aus Profis in die Praxis umgesetzt zu bekommen, ist einmalig.

 

Dein Fazit?
Ich bin sehr froh, dass ich mich für den Master am KIT entschieden habe. Durch unsere renommierten, forschungsnahen Dozenten und Professoren haben wir wichtige Einblicke in wissenschaftliche Forschungsfelder bekommen und gleichzeitig die Chance, durch Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen auch die Praxis kennenzulernen. Ich denke, dass gerade die Kombination aus beidem in vielen Studienbereichen wichtig ist und auch für den späteren beruflichen Weg entscheidend sein kann.

 

Das Ergebnis des Seminars könnt Ihr auf den Sozialen Medien von ZDFinfo selber beurteilen.

Montag, 9. April, 2018
  RAUSGESCHAUT, STUDIUM


Tu-Mai Pham-Huu

Geschrieben von: Tu-Mai Pham-Huu
Tu-Mai Pham-Huu ist Redakteurin am KIT. Sie hat Psychologie in Heidelberg studiert und an der Burda Journalistenschule volontiert.