CAMPUS, GESICHTER

Von Plots, Postern und anderen Papieren

Auch wenn es versteckt liegt, kommen Studierende kaum daran vorbei: der Print&Plot-Service des KIT. Zu Spitzenzeiten machen die Drucker aus rund 100 000 leeren Blättern täglich alle Papierprodukte des Studienalltags: vom Aufgabenzettel, über die Vorlesungsmitschrift bis hin zur Abschlussarbeit. Für den guten und günstigen Service sorgen die Beschäftigten am Tresen und im Backoffice mit Rat und Tat.


Text: Cindel Heil, Fotos: Patrick Langer

Wo ist mein Ausdruck? Warum sind meine Lernunterlagen unvollständig? Warum wurde der Druckauftrag nicht automatisch geheftet? Zum Arbeiten beim Print&Plot-Service des KIT gehört es, die Antworten auf viele Fragen zu kennen. Die meisten Studierenden verlassen die Druckausgabe schnell mit den gewünschten Unterlagen. Doch wenn es an irgendetwas hakt, dann kümmert sich darum das Team von Harald Bauer und Harald Meyer im Steinbuch Centre for Computing (SCC). Zwölf studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestreiten sechs Tage die Woche die Serviceschichten und gewährleisten, dass Studierende die langen Öffnungszeiten nutzen können und zuverlässig an ihre Dokumente kommen. 

„Wir helfen bei technischen Fragen, geben aber auch gestalterische Tipps”, erklärt Harald Bauer, der seit zwölf Jahren hier arbeitet. Die Hiwis erledigen ganz unterschiedliche Aufgaben: Neben der Beratung kümmern sie sich um das Auslegen und Sortieren der Druckaufträge in den Abholregalen, rollen die Poster und füttern die Drucker mit Papier und Toner. Bei Print&Plot können Studierende Skripte, Übungsblätter und selbst erstellte Lernunterlagen in den Formaten DIN-A4 und A3 drucken lassen. Auch Poster bis zur Übergröße von 890 Millimetern Kantenlänge der kurzen Seite sind möglich.

Bei allen Fragen, die nicht durch die Webseiten beantwortet werden, helfen die Hiwis vor Ort gerne weiter. Dabei wird vieles klarer, wenn man sich den Arbeitsablauf klar macht, der notwendig ist, um fast 25 000 Studierenden auch in Spitzenzeiten einen guten Service zu bieten. „Bei uns geht Drucken nicht wie zu Hause – wo der Drucker das Dokument auf ‚Knopfdruck‘ ausdruckt“, erklärt Bauer. 

So wird das sehr rechen- und zeitintensive „Rippen“ des Druckauftrags hier nicht auf dem Benutzer-PC erledigt, sondern es findet auf einem von mehreren separaten RIP-Servern statt. Wenn dann etwa Sonderschriftarten wie zum Beispiel spezielle TrueType-Fonts gerippt werden müssen, die aber nicht zur Standardinstallation der RIP-Server gehören, ändert das bereits das geplante Druckbild. In der Folge werden Teile einer Formel vielleicht zu nichtssagenden Kästchen oder besonders hervorgehobene Textblöcke einfach nur in der Standard-Schrifttype [dargestellt. 


„Beim Rippen scheitern übrigens auch übergroße oder sehr grafiklastige Dokumente, denn die durch das Rippen produzierten Druckdatenmengen können pro Seite bis zu 120 MB erreichen“, so Bauer. Spätestens bei rund 3,5 Gigabyte an RIP-Daten je Dokument ist dann das Ende der „Druckfahnenstange“ erreicht: der Ausdruck wird lückenhaft oder endet vorzeitig. Daher empfiehlt es sich, größere und grafiklastige Dokumente in mehrere Teildokumente aufzutrennen. 

Was „größere“ oder „grafiklastige“ Dokumente sind, kann man nicht genau sagen. So stellen 4 000 Seiten reiner Text kein Problem dar. Eine Sammlung typischer PowerPoint-Foliensätze von 400 farbigen Folien, die mit der Papiersparfunktion „Mehrere Seiten pro Blatt“ zu je acht Folien auf einer Seite zusammengefasst und auf 50 Blatt Papier doppelseitig gedruckt wird, ist definitiv zu viel. „Hier sollte man Teildokumente aus maximal 50 Folien generieren und diese als PDF-Dokument einzeln absenden“, erklärt Bauer. Aber Achtung: Teildokumente so splitten, dass die Seitenzahl des Teildokuments durch die Anzahl der gewünschten Kacheln pro Folien teilbar ist.[

„Dabei ist eine weitere Besonderheit des Print&Plot-Workflows zu beachten: Innerhalb eines Zeitintervalls von zwölf Minuten werden alle eingehenden Aufträge gesammelt, um mehrere Aufträge eines Benutzers zu einem Druckauftrag zusammenfassen zu können.“ Dieses Bündeln reduziert die Zahl der Teilaufträge in den Auslagefächern, wodurch weniger manuelle Arbeitsschritte entstehen und Deckblätter gespart werden. Bei den oben beschriebenen, grafiklastigen Dokumenten muss man aber genau dieses Intervall beachten und die Teilaufträge mit entsprechendem Abstand absenden, sonst werden sie doch wieder zusammengefasst. Durch die Sammelfunktion kann die Abarbeitung einzelner Aufträge also je nach Absendezeitpunkt bis zu zwölf Minuten unterbrochen werden.

Und dann gibt es noch ein häufiges Missverständnis bei der Statusanzeige. Der Status „fertig“ bei einem Druckauftrag ist nicht damit gleichzusetzen, dass der Ausdruck abholbereit im Regal liegt. „fertig“ wird angezeigt, wenn die RIP-Daten als Druckauftrag in die Warteschlange des Druckers übergeben wurden und die typische Wartezeit abgelaufen ist. „Bei hohem Druckaufkommen kann das nicht reichen und es dauert eben länger“, klärt Harald Bauer auf. Gerade zum Semesterbeginn ist in der Druckerei sehr viel los. Bis ein Auftrag dann wirklich im Abholregal liegt, kann es schon mal anderthalb Stunden dauern. „In diesen Tagen drucken wir immerhin bis zu 100 000 Seiten am Tag.“

Neben dem Umweltbewusstsein, spielt bei vielen Druckdokumenten die Qualität eine wichtige Rolle. Abschlussarbeiten etwa sollen mit Inhalt und Layout gleichermaßen überzeugen.  „Doch zwischen dem Layout, wie es auf dem Bildschirm zu sehen ist, und dem, wie es später gedruckt aussieht, können große Unterschiede liegen”, betont der Print&Plot-Chef. Für die abschließende Korrektur sollte daher unbedingt ein Testdruck auf dem Drucker, auf dem auch die abgabefertige Arbeit gedruckt werden soll, gemacht werden. „Diese Investition zahlt sich später aus.“

Ebenso zahlt es sich aus, die angebotenen Hilfen zu nutzen. Auf der Print&Plot-Webseite finden sich zahlreiche nützliche Tools rund ums Drucken. So sollte man bei der Erstellung von PDFs unbedingt einen aktuellen Druckertreiber wie PDFCreator verwenden und nicht die Funktion „Speichern als PDF…“ in den Anwendungen. So können typische Druckfehler schon im Vorhinein vermieden werden. Und für die Lösungen vieler anderer Probleme gibt es eine Hilfe- und FAQ-Seite. Dort findet man auch Informationen, wie man die webprint-Schnittstelle COPS oder den Großformatscanner nutzt.Bei allen Problem, die nicht durch die Anleitungen lösbar sind, helfen die Hiwis vor Ort gerne weiter. Denn zum Besuch bei Print&Plot gehört es, Antworten auf seine Fragen rund ums Drucken zu bekommen.

Alles was du zum Drucken am KIT wissen solltest, gibt es online unter http://www.scc.kit.edu/printundplot


Montag, 6. Mai, 2019
  CAMPUS, GESICHTER


Gastautor

Geschrieben von: Gastautor