ARBEITSWELT, GESICHTER

Vom Bauingenieur zum Schriftsteller

Andreas Buske studierte am KIT Bauingenieurwesen und machte 2002 seinen Abschluss. Hauptberuflich arbeitet er bei einem Energieunternehmen, doch in seiner Freizeit schreibt er Bücher, die sich mit philosophisch-gesellschaftlichen Themen befassen. Sein neues Werk: „Der Rabe Konradin erklärt den Menschen“. Im clicKIT-Interview erzählt er, wie er zum Schreiben kam.

Foto: Andreas Drollinger

 

 

Was haben Sie nach Ihrem Abschluss bisher beruflich gemacht?
Meinen ersten Job hatte ich in einem Ingenieurbüro als Projektsteuerer für große Infrastrukturprojekte, dort arbeitete ich vier Jahre lang. Parallel absolvierte ich ein zweisemestriges berufsbegleitendes Aufbaustudium „Immobilienökonomie“ – die Empfehlung dazu kam von einem Dozenten des KIT.

Danach wollte ich bewusst die Seiten wechseln und Projekte auf der Auftraggeberseite übernehmen: So kam ich zu meinem jetzigen Arbeitgeber, dem Energieunternehmen MVV. Aktuell verantworte ich als Gruppenleiter Asset Management, strategisches Facility Management und dezentrales Controlling.

 

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Bereits während des Studiums habe ich mein erstes Buch „One World – One Future – My Life“ geschrieben. Für mich war das ein wichtiger Ausgleich, weil ich mich im Studium überwiegend mit technischen Themen befasst habe. In meinen Büchern geht es um die Balance zwischen Gemeinwohl und Eigeninteresse. Diese Balance finde ich unwahrscheinlich spannend – geprägt haben mich dabei meine Jahre bei den Pfadfindern sowie meine Aktivitäten bei der Wirtschaftsgilde e.V. – einem Arbeitskreis für Wirtschaftsethik und Sozialgestaltung, und dem Round Table, seinem Serviceclub für jüngere Menschen.

Außerdem hat mir mein jetziger Arbeitgeber einen berufsbegleitenden Masterstudiengang in Philosophie, Politik und Wirtschaft an ermöglicht: Das schlägt sich thematisch natürlich auch in meinen Büchern nieder.

 

Was ist Ihre liebste Erinnerung ans KIT?
Um meinen technischen Fachhorizont zu erweitern, habe ich gerne fakultätsübergreifende Veranstaltungen besucht. Einer meiner liebsten Erinnerungen ist an eine Gastvorlesung von Richard von Weizsäcker am damals neu geschaffenen Lehrstuhl für Entrepreneurship.

 

Was haben Sie aus Ihrer Zeit am KIT fürs Leben mitgenommen?
Die Fähigkeit des Selbststudiums: Das Studium war in keinster Weise verschult. Es gab keine Anwesenheitspflicht, oftmals extrem viel Lernstoff pro Vorlesungsstunde und in der Regel kein Feedback seitens der Professoren, ob man den Stoff verstanden hat. Wir haben uns die Thematik dann untereinander in Kleingruppen beigebracht – das war ein starkes Gemeinschaftsgefühl, auch wenn jeder für sich die Prüfungen bestehen musste.

 

Was würden Sie anders machen, wenn Sie jetzt noch einmal studieren würden?
Ich würde während des Studiums ein Auslandssemester absolvieren. Als Ratschlag kann ich jedem Studierenden außerdem mitgeben, sich nebenher zu engagieren. Bei mir waren es früher die Pfadfinder. Auch wenn für mich die Gemeinschaft im Vordergrund stand – rückblickend habe ich unglaublich viel über Teamarbeit, Führung und „Learning by Doing“ gelernt. Das hat mir später den Berufs- und Führungseinstieg erheblich erleichtert.

Montag, 18. Juni, 2018
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Tu-Mai Pham-Huu

Geschrieben von: Tu-Mai Pham-Huu
Tu-Mai Pham-Huu ist Redakteurin am KIT. Sie hat Psychologie in Heidelberg studiert und an der Burda Journalistenschule volontiert.