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Virtual Reality in der Schlaganfalltherapie

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Wer Schlaganfallpatienten kennt, weiß um das Problem der Rehabilitierung: Selbst kleinste Bewegungen müssen neu erlernt werden. Die Studierenden Tobias Heuer und Alessa Dreixler haben mit “VRMotion” eine App entwickelt, die Schlaganfall-Patienten mit Virtual Reality hilft. Mit der App konnten sie am Imagine Cup in Seattle in den USA teilnehmen. Autorin Lisa Merkel hat mit ihrem Mentor Alexander Wachtel und KIT-Student und App-Erfinder Tobias Heuer gesprochen.

Fotos: Manuel Balzer, VRMotion

 

Die App „VRMotion“ funktioniert einfach: Der Patient bewegt seinen Arm über einem Sensor und sieht den Arm gleichzeitig in einer Animation vor sich auf dem Bildschirm. Die App zeigt dem Patienten Übungen, mit welchen er einfache Bewegungen für den Alltag wiedererlernen kann. Denn durch einen Schlaganfall geht diese Fähigkeit meistens verloren.

 

 

Unter dem Leiter des Lehrstuhls für Programmiersysteme am KIT, Professor Walter Franz Tichy, wurde schon im Jahr 2012 eine attraktive Möglichkeit für Studierende eingeführt: die Teilnahme am Imagine Cup, der jährlich von Tech-Konzern Microsoft ausgerichtet wird. Diplominformatiker Alexander Wachtel ist im vierten Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt und steht den Studierenden von Anfang an als Mentor zur Seite: „Die Studierenden lernen in unserem Praktikum, wie man bei der Entwicklung einer App von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt vorgeht, wie man ein Business Model erstellt, und sie üben, wie man vor Publikum ‘pitcht’. Um sich auf eine erfolgreiche Teilnahme am Imagine Cup von Microsoft vorzubereiten, betreiben sie zusätzlich Marktforschung, um vor einer anspruchsvollen Expertenjury zu bestehen.“ Alexander Wachtel hat schon 2011, als er selbst noch am KIT studierte, am Imagine Cup teilgenommen und weiß daher aus Erfahrung: „Durch den Wettbewerbsgedanken und die Aussicht auf die zweite Runde vor Ort in den USA haben die Studierenden eine gesteigerte Motivation – sie sind wirklich mit Herzblut bei der Sache!“

 

ClicKIT Interview Alexander Wachtel

Mentor Alexander Wachtel steht den Studierenden zur Seite

 

 

Diese Erfahrung haben auch Tobias Heuer und Alessa Dreixler gemacht. Schon im Jahr 2015 bekamen sie die Idee zur App – durch einen Fall in der eigenen Familie. Tobias studiert Informatik am KIT und Alessa, seine Freundin, studiert Gesundheitsmanagement in Aalen. Gemeinsam entwickelten sie die App ein halbes Jahr lang, Tobias programmierte und Alessa übernahm den wirtschaftlichen Teil des Projekts. „Das kam beim Pitch in Seattle gut an“, berichtet Tobias. „Und auch wenn es am Ende nicht für das Siegertreppchen gereicht hat, es war eine tolle Erfahrung. Von Microsoft waren Satya Nadella, Steven Guggenheimer und andere vor Ort, die sich die Apps angeschaut haben. An so einem Ort kann man sich toll mit Programmierern aus der ganzen Welt austauschen und netzwerken. Wir haben in der Woche viel gelernt und wollen VRMotion auf jeden Fall weiterentwickeln und an den Markt bringen.“

 

 

Homepage der App „VRMotion“.

In ClicKIT Nr. 4 im Jahr 2011 war Alexander Wachtel schon mal im ClicKIT-Interview,
damals noch als Student und Teilnehmer am ImagineCup in New York (S. 21).

Mittwoch, 11. Januar, 2017
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Lisa

Geschrieben von: Lisa Merkel
Lisa Merkel hat Germanistik mit Schwerpunkt Medienwissenschaft am KIT studiert. Sie hat 2016 eine Masterthesis im Bereich der Gender Media Studies an einer amerikanischen Universität geschrieben.