INTERNATIONAL, RAUSGESCHAUT

Ubomi heißt Leben: Spendenlauf für Kinder in Südafrika

In Khayelitsha, dem größten Township Südafrikas leben etwa eine Million Menschen. Noch immer herrschen dort Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Das Ubomi-Team, dem auch der KIT-Student Matthias Christians angehört, engagiert sich seit Langem für Kinder, Jugendliche und benachteiligte Menschen in den Vororten von Kapstadt. Vor Kurzem hat es einen virtuellen Spendenlauf veranstaltet – das eingenommene Geld wird nun für den Kauf von Lebensmitteln verwendet.

Fotos: Biggi Hägemann
Text: Aileen Seebauer

„Ubomi heißt auf Deutsch ‚Leben‘. Vernachlässigte und verwaiste Kinder bekommen hier Unterstützung in vielerlei Hinsicht: Hausaufgabenbetreuung, Spielangebote oder einfach nur ein warmes Essen“, sagt Matthias Christians, Student des KIT und ehrenamtlicher Projektmitarbeiter. Um auf das Projekt aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln, hat er mit fünf weiteren Studierenden aus ganz Deutschland und Österreich die virtuelle Veranstaltung „Run 2 South Africa 4 South Africa“ ins Leben gerufen. „Gerade jetzt wird jede Hilfe dringend benötigt, da wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Projekthäuser vorübergehend schließen mussten“, sagt Matthias. Ziel des Spendenlaufs, der am 3. Mai startete, war, gemeinsam die Distanz von Deutschland nach Südafrika – das sind 12 560 Kilometer – innerhalb von 14 Tagen zu bewältigen, indem die Teilnehmenden in der eigenen Stadt möglichst viele Kilometer sammeln, ob zu Fuß oder auf Rollen. Die bewältigte Distanz konnte in einer Tracking-App eingesehen werden.

Mit mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und Irland startete der Lauf. „Anfangs waren wir natürlich gespannt, ob man auch wirklich die ganze Strecke in der kurzen Zeit schaffen kann“, erzählt Matthias. „Doch nach dem Auftakt gab es keine Zweifel mehr.“ Alleine in den ersten Stunden legten sie 1 677 Kilometer zurück. So wurde bereits am 13. Tag das Ziel in Kapstadt erreicht. Bis zum offiziellen Ende am 17. Mai erreichten die Teilnehmenden insgesamt sogar 15 041 Kilometer.

Jeden Tag eine Chance auf eine warme Mahlzeit: die Ubomi-Häuser (Foto: Biggi Hägemann)

„Die Geschwindigkeit war bemerkenswert. Beeindruckender war allerdings, wie hoch die Motivation jedes Einzelnen war“, freut sich Matthias. Beispielsweise hätten Personen, die zuvor wenig mit Apps zu tun hatten, plötzlich alle Aktivitäten in der App mitverfolgt, geliket und kommentiert. „Diese Hingabe und Begeisterung für den Spendenlauf hat uns sehr berührt.“ Durch die Veranstaltung konnte das Ubomi-Team über 6 000 Euro sammeln. Dieses Geld fließt nun in die Projekthäuser, die die Ubomi-Familien momentan mit Lebensmitteln versorgen. „So stellen wir sicher, dass auch während der Covid-19-Krise die Kinder unseres Projektes jeden Tag eine Chance auf eine warme Mahlzeit haben. Wir hoffen jedoch sehr, dass wir bald wieder unsere Häuser öffnen und somit die Betreuung unserer Kinder wieder aufgenommen werden kann“, sagt Matthias.

Samstag, 13. Juni, 2020
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