GESICHTER

Sechs Fragen an… Tabea Arndt

Den Supraleitern gilt ihre Forscherleidenschaft, rund eineinhalb Jahrzehnte F&E in der Industrie prägen ihr Profil. Professorin Tabea Arndt war schon früh an Anwendungsnähe interessiert: Nach der Physikpromotion an der damaligen Universität Karlsruhe (TH) war sie in verschiedenen namhaften Unternehmen tätig, seit 2008 bei Siemens Corporate Technologies, zuletzt als leitende Wissenschaftlerin für elektromagnetische Systeme. Die damit einhergehenden Fragestellungen hat Arndt nun in die Sphäre des KIT überführt: als Hochschullehrerin und Co-Direktorin des Instituts für Technische Physik (ITEP).

Foto: Amadeus Bramsiepe
Text: Justus Hartlieb


An meinem Fach fasziniert mich…
Tabea Arndt: … die Möglichkeit, an einer der größten aktuellen Herausforderungen zu arbeiten: ressourcen- und energieeffiziente Lösungen im Megawattmaßstab, basierend auf einem nanoskaligen, makroskopisch genutzten Quanteneffekt – der Supraleitung. Außerdem die Chance, junge Menschen genau dafür zu begeistern. Denn nur mit günstigen und effizienten Technologien werden wir die Klimaherausforderungen weltweit meistern können.

Welche Erfindung hätten Sie gern gemacht oder würden Sie gern noch machen?
Arndt: Da gibt es noch zwei Erfindungsmeldungen aus meiner Industriezeit – eine aus dem Alltagsbereich, eine im Feld des elektrischen Fliegens. Vielleicht sollte ich mich zunächst mal um die kümmern.

Was vermissen Sie aus Ihrer Studienzeit am meisten?
Arndt: Im Diplomstudiengang konnte ich so viele interessante Dinge „zweck-los“ hören, die nie in einem Zeugnis aufgetaucht sind, die mir aber persönlich und im Berufsleben viel gebracht haben. Später waren Schulungen leider immer zielorientiert und zweckgebunden.

Meinen Studierenden rate ich …
Arndt: … frühzeitig die persönliche Vision beziehungsweise Mission, also Erwartungshaltung und Anspruch, für das eigene Arbeitsleben zu formulieren. Dieser Plan kann nach fünf oder zehn Jahren gern angepasst werden. Letztlich ist er es jedoch, der einen durch die Dekaden trägt und motiviert – und vielleicht schon die Abschlussarbeit beeinflusst.

Wenn ich nicht Professorin geworden wäre, würde ich jetzt vielleicht …
Arndt: … in einem industriellen Forschungszentrum als „Senior Principal Key Expert Research Scientist“ Technologien und Produkte entwickeln.

Energie tanke ich …
Arndt: … bei Auszeiten am Meer und beim Paartanz – Standard und Latein. Beides ist weniger analytisch und mehr sensorisch.



Montag, 10. Februar, 2020
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Geschrieben von: Justus Hartlieb