GESICHTER

Sechs Fragen an Joaquín Medina Warmburg

Joaquín Medina Warmburg ist seit Januar 2019 Professor für Bau- und Architekturgeschichte an der KIT-Fakultät für Architektur; Ende Mai hielt er seine Antrittsvorlesung „Atmosphäre – Umraum – Infrastruktur. Elemente einer Umweltgeschichte der Architektur“. Sein Interesse gilt vor allem den kulturellen Internationalisierungsprozessen, die zum heutigen Globalisierungsdiskurs in Architektur und Städtebau geführt haben.

Redaktion: Justus Hartlieb
Foto: Cynthia Ruf

Im Januar hat Professor Medina Warmburg, in der Nachfolge des renommierten Gotik-Experten Johann Josef Böker, die Leitung des Fachgebiets Bau- und Architekturgeschichte am Institut für Kunst- und Baugeschichte des KIT angetreten. Joaquín Medina Warmburg wurde im andalusischen Cádiz als Sohn eines Spaniers und einer Deutschen geboren. Nach dem Architekturstudium in Sevilla und Aachen (an der RWTH promovierte er in Architekturtheorie) und einer Juniorprofessur für Baugeschichte in Kaiserslautern lehrte er an verschiedenen europäischen und amerikanischen Hochschulen, zuletzt an der Universidad Torcuato Di Tella in Buenos Aires (Walter Gropius-Lehrstuhl), der Princeton University und der Universidad de Navarra. Medina Warmburgs besonderes Interesse gilt den Globalisierungsprozessen in Architektur und Städtebau sowie, damit einhergehend, der wachsenden Künstlichkeit unserer Umwelt. „In den nächsten Jahrzehnten“, ist er sich sicher, „wird die Umweltgeschichte der Architektur immer wichtiger werden.“

An der Architekturgeschichte fasziniert mich …
Joaquín Medina Warmburg: … die Vielfalt der sich wandelnden Architekturen. Ich staune immer wieder darüber, was alles Architektur sein konnte, heute ist und möglicherweise in Zukunft sein wird.

Wenn ich nicht Professor geworden wäre, wäre ich jetzt vielleicht …
Medina Warmburg: … wohl praktizierender Architekt, freier Autor und Illustrator.

Aus meiner Studienzeit vermisse ich am meisten … 
Medina Warmburg: … den verschwenderischen bzw. gelassenen Umgang mit Zeit.

Am Wissenschaftsbetrieb nerven mich …
Medina Warmburg: … die Schwierigkeiten junger Forscher, neuen Ideen in einem oftmals zu trägen Wissenschaftsbetrieb nachgehen zu können.

Wenn ich für einen Tag unsichtbar wäre, würde ich …
Medina Warmburg: … in der Zeit reisen, um Francesco Borromini bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Den Supercomputer Deep Thought aus Douglas Adams‘ Per Anhalter durch die Galaxis würde ich fragen, … 
Medina Warmburg: … wie viel sieben mal sechs ist.  

Montag, 17. Juni, 2019
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Geschrieben von: Justus Hartlieb