GESICHTER

Sechs Fragen an Inge Hinterwaldner

Aus einer großen Kunst-Hauptstadt in eine kleinere: Im Oktober 2018 tauschte Professorin Inge Hinterwaldner Berlin gegen Karlsruhe, und die Humboldt-Uni gegen das KIT. Am Institut für Kunst-und  Baugeschichte widmet sie sich in Lehre und Forschung den Grenzregionen zwischen Kunst und Technologie – zum Beispiel computergenerierten Bildern oder einer am Flüssigen orientierten Ästhetik.

Foto: Amadeus Bramsiepe
Text: Justus Hartlieb


Bereits ihre mehrfach preisgekrönte, nach dem Studium in Innsbruck an der Universität Basel eingereichte Dissertation über die Bildlichkeit interaktiver Computersimulationen wies in diese transdisziplinäre und kompromisslos jetzige Richtung. So überrascht es nicht, dass Karlsruhe – namentlich das Zentrum für Kunst und Medientechnologie sowie die Hochschule für Gestaltung – schon in früheren Jahren zu einer Station in Inge Hinterwaldners akademischem Itinerar wurde. Diesmal ist sie gekommen, um zu bleiben.

An der Kunstgeschichte fasziniert mich …
Inge Hinterwaldner: … der Abwechslungsreichtum, der dadurch entsteht, dass ich mich mit einer großen Bandbreite an Phänomenen methodisch vielfältig befassen kann. Zudem bleibt es spannend, den Spuren bildnerischer Subversion zu folgen.

Wenn ich nicht Professorin geworden wäre, wäre ich jetzt vielleicht …
Hinterwaldner: … in einem Animationsstudio für Trickfilme tätig.

Aus meiner Studienzeit vermisse ich am meisten …
Hinterwaldner: … die Zeit zu haben, mich intensiv in ein Thema zu vertiefen und dafür je nach Tageslaune unterschiedliche Bibliotheken und Archive aufzusuchen.

Am Wissenschaftsbetrieb nervt mich …
Hinterwaldner: … wenn auf kollegialer und administrativer Ebene nicht auf den „Flow“ geachtet wird, der für ein produktives Arbeiten oft nötig ist.

Wenn ich für einen Tag unsichtbar wäre, würde ich …
Hinterwaldner: … in die Geschichte zurückreisen und heimlich das Treiben in einer spätgotischen Werkstatt für Schnitzaltäre beobachten oder 1966 in New York einem der 9 Evenings beiwohnen.

Wenn ich dem Supercomputer Deep Thought aus Douglas Adams‘ Per Anhalter durch die Galaxis eine Frage stellen könnte, würde ich wissen wollen …
Hinterwaldner: … wie sich extraterrestrische Glückseligkeit definiert.

Dienstag, 25. Juni, 2019
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Geschrieben von: Justus Hartlieb