CAMPUS, GESICHTER

Sechs Fragen an Franziska Mathis-Ullrich

Kleine Roboter, die Menschen piksen und aufschneiden, um sie gesünder zu machen – das, könnte man sagen, ist Franziska Mathis-Ullrichs Mission. Die Juniorprofessorin für Medizin-Robotik am Institut für Anthropomatik und Robotik des KIT und Leiterin des Forschungslabors Health Robotics and Automation ist auf diesem Weg bereits ein beeindruckendes Stück vorangekommen.

Foto: Markus Breig
Text: Justus Hartlieb


Auf Studium (Maschinenbau und Robotertechnik) und Promotion an der ETH Zürich folgten akademische und industrielle Visiten unter anderem in Schweden, China und Australien sowie die Gründung eines Startups zur Vermarktung des weltweit ersten Systems, das automatisiert Medikamente ins Auge injiziert. Am KIT forscht sie vor allem im Bereich der minimal-invasiven Medizinrobotik, insbesondere unter Nutzung softrobotischer Systeme, sowie an Roboter- und KI-Assistenz während chirurgischer Eingriffe.

An meinem Fach faszinieren mich…
Franziska Mathis-Ullrich: …die weiten Möglichkeiten, mittels intelligenter Robotik die Gesundheit der Menschen verbessern zu können. Die Vergangenheit zeigt, dass der Fortschritt in der Medizintechnik oft unmittelbare Auswirkungen auf die Gesellschaft hat. Insbesondere die Interdisziplinarität und das Forschen zwischen Robotik und Medizin fasziniert und motiviert mich.

Welche Erfindung hätten Sie gerne gemacht oder würden Sie gerne machen?
Mathis-Ullrich: Als Kind wollte ich eine Pfannkuchen-Maschine erfinden, stattdessen lernte ich, neuartige Medizin-Roboter zu entwickeln. Heute geht es mir als Professorin darum, junge Wissenschaftler dabei zu unterstützen, selbständige Erfinder zu werden.

Was vermissen Sie aus Ihrer Studienzeit am meisten?
Mathis-Ullrich: Die vielen lustigen und spannenden Erlebnisse in der Fachschaft. Als damalige Fachschaftspräsidentin lernte ich viele interessante Personen kennen, mit denen man Spaß, aber auch ernsthafte Anliegen, zum Beispiel Hochschulpolitik, bearbeiten konnte.

Meinen Studierenden rate ich…
Mathis-Ullrich: …mutig zu sein! Es ist manchmal schwierig, seinen Weg vorher genauestens zu planen. Deshalb muss man durch Türen gehen, die offen stehen.

Wenn ich nicht Professorin geworden wäre, würde ich jetzt…
Mathis-Ullrich: …trotzdem die Entwicklung von Medizinrobotern vorantreiben – entweder in meiner eigenen Firma oder in einem kleinen, innovativen Unternehmen.

Energie tanke ich…
Mathis-Ullrich: …beim sommerlichen Wandern oder winterlichen Touren-Gehen und Skifahren in den Bergen.

Montag, 12. August, 2019
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Geschrieben von: Justus Hartlieb