CAMPUS, GESICHTER

Sechs Fragen an Frank Dehn

Er würde gerne in die Vergangenheit reisen, um ein paar Dinge anders zu machen und – dann in die Zukunft, um zu sehen, ob es funktioniert hat. Aber jetzt ist er erst einmal in der Gegenwart, und die lautet seit 2018 Karlsruher Institut für Technologie. Dort ist Frank Dehn Professor für Baustofftechnologie und Leiter des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie, Abteilung Baustoffe und Betonbau.

Foto: Lydia Albrecht
Text: Regina Link


Mit wem würden Sie gerne mal einen Tag lang den Job tauschen?
Was ich jeden Tag tue, füllt mich voll aus und macht mir sehr großen Spaß. Über die Erfüllung des Jobs eines anderen nachzudenken und gegebenenfalls auch noch mit ihm tauschen zu müssen, wäre daher reine Zeitverschwendung.

Vorausgesetzt Sie hätten alle Möglichkeiten, was würden Sie erfinden?
Eine Zeitmaschine, um in die Zeit zurückzureisen, damit ich mit meinem heutigen Wissen einige meiner „Lebensfehler“ korrigieren könnte. Genauso um in die Zukunft zu reisen, um zu sehen, ob es funktioniert hat. Ich glaube, das ist ein klassischer Ingenieuransatz.

Was wäre Ihre erste Gesetzesvorlage als Bundeskanzler?
Das ist eine sehr hypothetische Frage. Ich bin zwar ein politisch sehr interessierter Mensch, aber als Berufspolitiker wäre ich sicherlich vollkommen ungeeignet. Aber für den gegen Null gehenden Fall, ich wäre Bundeskanzler, würde ich vielleicht nicht gleich eine Gesetzesvorlage einbringen, mich aber sofort nach meinem Amtsantritt dafür einsetzen, dass die bereits bestehenden Gesetze zur Chancengleichheit in allen Bereichen den gebührenden gesellschaftlichen Stellenwert bekommen und endlich umgesetzt werden.

Vollenden Sie den Satz: Ich tanke Energie…
…beim Beine hochlegen und einfach mal die Seele baumeln lassen sowie in der Zeit, die ich mit meiner Familie verbringen kann.

Wie hat sich seit dem Studium Ihre Welt verändert?
Die Welt um mich herum ist in fast allen Belangen schneller, ja hektischer geworden – subjektiv, wie auch objektiv. Es kommt mir manchmal vor, als ob vieles einfach zu schnell geht. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass sich der eine oder andere nach Entschleunigung sehnt. Insbesondere in der Wissenschaft braucht es vor allem Zeit, um belastbare Lösungen zu erdenken. Wir tun sicherlich alle gut daran, uns diese Zeit wieder bewusster zu machen.

Vollenden Sie den Satz: Die Studierenden von heute…
…sind sehr zielstrebig und haben genaue Vorstellungen davon, was sie wollen, wissen und sagen aber auch ganz genau, was sie nicht wollen. Zudem sind sie anspruchsvoll und kritisch – und sie dürfen es auch sein! Dieser Mix ist für mich als Hochschullehrer sehr inspirierend, aber auch herausfordernd.

Montag, 4. Februar, 2019
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Regina Link

Geschrieben von: Regina Link