GESICHTER, STUDIUM

Sechs Fragen an Darko Jekauc

Wie steuern Menschen ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen, um ihre Ziele im Gesundheits- und Leistungssport zu erreichen? Selbstregulation im Sport ist der Prozess, dem Darko Jekauc am Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT nachgeht. In seiner Forschung spielen Emotionen eine besondere Rolle. Emotionen sind maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, ob wir einen angefangenen Sportkurs fortsetzen und regelmäßig trainieren. Im Leistungssport gilt der Umgang mit eigenen Emotionen als die entscheidende Größe für den Erfolg.
Darko Jekauc absolvierte sein Abitur an der Europäischen Schule in Karlsruhe und studierte Psychologie an der Universität Mannheim. Nach dem Studium promovierte er an der Universität Konstanz und absolvierte dort seine Postdoc-Phase. Anschließend übernahm er als Juniorprofessor die Leitung der Abteilung für Sportpsychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im April 2017 trat er die Professur für Sportpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main an und seit Oktober 2018 ist er Leiter des Arbeitsbereichs Gesundheitsbildung und Sportpsychologie am Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT.

Foto: Amadeus Bramsiepe
Text: Felix Mescoli


An meinem Fach finde ich faszinierend? Die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Gesundheitsbildung und Sportpsychologie sind sehr anwendungsbezogene Felder, in denen sich neue Erkenntnisse sehr gut in die Praxis übertragen lassen.

Unter allen Wissenschaftlern bewundere ich am meisten Daniel Kahneman, weil er mit seinen Erkenntnissen Psychologie in verschiedenen Anwendungsfeldern revolutioniert hat. Mit seinen Arbeiten konnte der Nobelpreisträger eindrucksvoll zeigen, dass der Mensch meistens nicht rational und mit Absicht handelt, was die Grundannahme der meisten psychologischen Modelle ist.

Eine Fähigkeit, die ich gerne hätte, ist die Gelassenheit und Freundlichkeit des Dalai Lama.

Ich würde jedem Studierenden der Sportwissenschaft raten, sich neben dem Studium noch weitere praktische Kompetenzen, zum Beispiel als Trainer oder Coach, anzueignen. Vor allem empfehle ich die Weiterentwicklung von sozial-emotionalen Kompetenzen, die in fast jedem Beruf, in dem man mit Menschen zu tun hat, gebraucht werden.

Wenn ich eine Wissenschaftspersönlichkeit aus der Geschichte treffen könnte, wäre das Galileo Galilei, weil er es wagte, der damaligen Lehrmeinung zu widersprechen.

Wenn ich nicht gerade Forsche, dann erkunde ich am liebsten die Natur oder treibe Sport.


Emotionen und der Umgang mit ihnen haben großen Einfluss auf die Leistung der Coaches und damit auch auf die gesamte Mannschaft, stellt Jekauc in seiner aktuellen Forschung fest.

Montag, 7. Januar, 2019
  GESICHTER, STUDIUM


Gastautor

Geschrieben von: Gastautor