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Schlüsselqualifikationen fürs Studium

Das Angebot „Schlüsselqualifikationen vermitteln“ des House of Competence (HOC) am KIT feierte im Oktober 2017 sein 10-jähriges Jubiläum. Ein guter Grund, dieses deutschlandweit einzigartige Zentrum vorzustellen.

Fotos: Robert Fuge, Markus Breig
Text: Nina Setzler

 

 

Sebastian Senst arbeitet als Tutor und kennt die Beratungsangebote zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen genau: „Das Lernlabor vermittelt Techniken für die effektive Aneignung von neuem Wissen, im Methodenlabor geht es um die Gestaltung von Umfragen für wissenschaftlich fundierte Ergebnisse, das Medienlabor steht für digitales Lernen offen und im Schreiblabor werden Aufbau und Formulierung von Abschlussarbeiten geübt. All diese Kompetenzen sind mit dem Studium verwandt, werden dort aber nie wirklich thematisiert“, sagt der Hiwi. Er leitet andere Studierende an, sich durch Körpersprache und Stimme besser zu präsentieren und ist auch in der Lernberatung aktiv.

 

Kostenlose Beratung und Motivationshilfe
„Wenn das Lernen nicht so funktioniert wie gewünscht, finden wir im Vier-Augen-Gespräch heraus, woran das liegt und empfehlen passende Methoden. Über Motivationsprobleme hilft zum Beispiel die ‚Eat that frog‘-Methode hinweg: Man fängt mit der schlimmsten Aufgabe an, dann kann der Rest des Tages nur noch besser werden.“ Auch Tipps für Konzentrationsprobleme gibt es in Deutschlands einzigem Zentrum für Schlüsselqualifikationen. „Die meisten Leute arbeiten zu lange und machen zu wenig Pausen. Wer zwanzig Minuten arbeitet und fünf Minuten Pause einlegt, kann einen guten Arbeitsrhythmus finden. Auch Handy und Internet abschalten hilft.“ Manchen Studenten merke man an, dass sie nur in den Schlüsselqualifikations-Seminaren sitzen, weil sie im Studienplan stehen, sich aber nicht wirklich dafür interessieren. Ihnen empfiehlt Sebastian Senst, offen zu sein und aus dem großen, kostenlosen Programm so viel wie möglich mitzunehmen. „Fachwissen kann man sich anlesen, aber wie man sich präsentiert, muss man trainieren!“

 


10 Jahre House of Competence: Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Hippler, Präsident der HRK, Prof. Dr. Julika Griem, Vizepräsidentin der DFG, Dr. Stefan Kaufmann (MdB), Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin des DAAD, Prof. Dr. Alexander Wanner, Vizepräsident des KIT für Lehre und akademische Angelegenheiten (v.li.n.r.)

 

 

Beliebte Kurse: Stress-, Lern- und Selbstmanagement
Programmkoordinatorin Silke Wigger hilft bei Fragen und Anmeldungen zum Kursangebot. „In diesem Wintersemester haben wir 104 Veranstaltungen, stark nachgefragt sind Stress-, Lern- und Selbstmanagement, Gesprächsführung und Vortragstraining oder zukunftsorientierte Kurse über Teamplayer und Führungskräfte“, weiß die KIT-Mitarbeiterin. Ohne Notendruck lernen Studierende dort aktiv in kleinen Gruppen. Ein Problem sei neben der Raumnot am KIT allerdings der Ausfall von Studenten. „Wer eine Zusage für ein Seminar hat, wird eine Woche vor Beginn noch mal daran erinnert – trotzdem kommt gut ein Drittel einfach nicht, ohne sich abzumelden. Das ist vor allem bei Seminaren mit langer Warteliste ärgerlich“, sagt Silke Wigger. Das HoC kann die Studierenden nur über ihre Uni-Mailadresse kontaktieren, daher erreichen viele Nachrichten ihre Adressaten oft überhaupt nicht. „Bei sehr beliebten Seminaren fordere ich eine verbindliche Zusage ein und muss Teilnehmern absagen, die sich nicht zurückmelden.“

 

Schreibtraining und individuelle Hilfe bei Abschlussarbeiten
Germanistik-Studentin Lisa Sielaff hat ein Seminar über wissenschaftliches Schreiben in Ingenieurswissenschaften besucht. „Ich wollte erfahren, wie man eine Abschlussarbeit strukturiert, in welchem Stil man sie schreibt und was alles hinein muss. Sogar Zeitplanung ist Thema des Seminars, das hätte ich gar nicht erwartet. Man bringt die Arbeit mit, an der man gerade sitzt, damit man an etwas Relevantem arbeitet, und reicht im Laufe des Seminars Zwischenabgaben ein, die man mit dem Dozenten bespricht. So kann man am Ende ein gutes Exposé abgeben“, sagt Lisa Sielaff, die das Seminar im Zuge ihrer Tutorenausbildung absolviert hat. „Ich wollte wissen, wie Natur- und Ingenieurswissenschaftler schreiben. Themen wie präziser Ausdruck oder Vermeidung von Passiv-Formulierungen sind aber auch in anderen Fächern relevant.“ Mittlerweile bietet Lisa Sielaff selbst Präsenzberatung in wissenschaftlichem Schreiben an, immer mittwochs von 15.45 Uhr bis 17.15 Uhr in der grünen Lernbox am Fasanenschlösschen. Dorthin können sich Studenten ohne Anmeldung mit konkreten Fragen zu Arbeiten wenden, an denen sie gerade sitzen. Lisa Sielaff empfiehlt aber auch wärmstens die Seminare, die ein Semester lang dauern oder als Block stattfinden und mit ECTS-Punkten honoriert werden: „Schlüsselqualifikationsseminare sind wichtig – besonders in den Naturwissenschaften fällt es vielen anfangs schwer, ihr Projekt zu gliedern und in Worte zu fassen.“

Montag, 19. Februar, 2018
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Geschrieben von: Gastautor