CAMPUS

Organisationstalent und ein bisschen Abenteuerlust

Wer Herausforderungen, Auslandserfahrung und Bekanntschaften sucht, kann sich in der VWI-ESTIEM-Hochschulgruppe engagieren. Sie bietet angehenden Wirtschaftsingenieuren Weiterbildung und Abwechslung neben dem Studium. Mit Birte Wirth haben Yingkai Yang und Kirsten Prill über ihre Erfahrungen als Mitglieder und im Vorstand gesprochen.

Fotos: Tanja Meißner
Text: Birthe Wirth

Gleich zwei Logos schmücken Yingkai Yangs T-Shirt. Seine „Uniform“, wie er sie scherzhaft nennt. Kirsten Prill lacht und erklärt, dass die VWI-ESTIEM Hochschulgruppe den Verband deutscher Wirtschaftsingenieure und das europäische Studentennetzwerk ESTIEM in sich vereint – und damit eben gleich doppelt so viel bietet: „Für uns als Studenten ist da einfach sehr viel dabei, wodurch man sich selbst weiterentwickeln kann. Man kann Fähigkeiten erwerben, die in der Universität so nicht direkt gelernt werden können“, erklärt Yingkai. Er studiert im 9. Semester Wirtschaftsingenieurwesen, Kirsten hat gerade ihre Bachelorprüfung abgelegt. Beide waren bereits im Vorstand der Hochschulgruppe und organisierten für die 30 bis 50 Mitglieder Exkursionen, Seminare und Fallstudienwettbewerbe in Kooperation mit Unternehmen.

Internationale Kontakte knüpfen
Nicht selten ergeben sich daraus Praktika oder Jobmöglichkeiten. Auch über Angebote des VWI kann man sich akademisch weiterbilden. „Für uns ist es aber oft interessanter, zu ESTIEM-Veranstaltungen zu fahren“, meint Yingkai. „Nach dem ersten Semester bin ich zum Beispiel in Litauen gewesen. Das ist auch kein Ziel, das oben auf der Liste der Reiseziele steht. Ein bisschen habe ich mich da schon wie ein Abenteurer gefühlt, mal etwas Neues auszuprobieren.“ In Litauen ließ er sich von der Begeisterung für Basketball anstecken, in Griechenland diskutierte er über einem Glas Ouzo mit den Locals über die dortige Wirtschaftskrise. Auf ESTIEM-Veranstaltungen von aktuell 69 Hochschulgruppen in 31 Ländern können angehende Wirtschaftsingenieure Studierende aus anderen Kulturen kennenlernen. Bei der großen Auswahl entschied sich Kirsten im Frühjahr für einen Aufenthalt in Istanbul. Gehostet wurde sie von einem Mitglied der dortigen Hochschulgruppe: „Obwohl man die Leute vorher nicht immer kennt, hat man diese Verbindung: ESTIEM – finden die gut, find ich gut – und dann hat man immer gleich etwas, worüber man sich unterhalten kann und fühlt sich direkt wohl.“

Projektmanagement von der Pike auf
Kaum wieder in Karlsruhe, machte sich Kirsten mit Yingkai an die Organisation des ersten IEM Education Forums am KIT. Bei der Veranstaltung Anfang Oktober kamen Professoren und Studierende aus zehn europäischen Universitäten zusammen, um über die Lehre des Wirtschaftsingenieurwesens zu diskutieren. „Wir wollten einen Austausch ermöglichen, sodass dann jeder an seine Uni gedanklichen Input mitbringen kann, um wieder etwas zu verbessern“, erklärt Kirsten. Nicht nur ihren Studiengang lernten die beiden dadurch besser kennen, als Projektleiter erfuhr Yingkai so einiges über effizientes Projektmanagement: „Wie in einer großen Firma hatte da jeder seine Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten. Man lernt, in einem komplexeren, größeren Raum Gruppenarbeiten durchzuführen. Es funktioniert aber nur mit einer Menge Leuten, die auch daran Spaß haben.“ Neben Spaß an der Sache sollte man Organisationstalent und ein bisschen Abenteuerlust in die VWI-ESTIEM-Hochschulgruppe mitbringen, ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens ist nicht zwingend vorausgesetzt. „Je früher man anfängt, desto mehr kann man mitnehmen“, sagt Yingkai abschließend. „Am besten, man schaut einfach mal dienstagabends um 19.30 Uhr bei unserer wöchentlichen Sitzung vorbei.“

Weitere Infos und den jeweiligen Treffpunkt für die wöchentliche Sitzung finden sich auf der Webseite der VWI-ESTIEM-Hochschulgruppe Karlsruhe.

Montag, 6. Februar, 2017
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Geschrieben von: Gastautor