CAMPUS, GESICHTER, RAUSGESCHAUT

Mit einem Klick zur passenden Wohngemeinschaft

„Wir wollen, dass der Nutzer nicht irgendeine WG findet, sondern die passende WG oder den passenden Mitbewohner“, sagt Raji Sarhi, Mitbegründer von Nestyu. Das von Studenten des KIT und der Hochschule Pforzheim gegründete Startup Nestyu bietet Wohnungs- und Mitbewohnersuchenden eine Plattform, auf der sie sich unkompliziert finden können – ganz ohne lange Texte, sondern nach dem Tinder-Prinzip.

Foto: KIT
Text: Cindel Heil


„Bei unserer Suche kommen Hashtags zum Einsatz, über die gezielt bestimmte Eigenschaften gesucht werden können. Wir haben auch eigene Hashtags eingeführt, um besondere Personengruppen anzusprechen“, erklärt Raji, der selbst Wirtschaftsingenieurwesen am KIT studiert. Zum Beispiel können durch #dhbw Duale Studenten, von denen es auch viele am KIT gibt, Zimmer auf Zeit finden. Ebenso lassen sich andere Gemeinsamkeiten, wie vegane Lebensweise oder die Liebe zu klassischer Musik hier angeben. So finden die Nutzer der Plattform die Menschen,  mit denen sie diese Gemeinsamkeiten in einer Wohngemeinschaft teilen können.

Bisher funktioniert das Portal so: Eine WG oder ein Wohnungssuchender erstellt ein Profil. Dann kann er durch nur einen Klick entweder bei einer passenden WG sein Profil an diese schicken oder eine WG kann einem passenden Mitbewohner ihr Profil schicken. „Das ähnelt dem Prinzip von Tinder“, so Gründer Raji. Die App Tinder vermittelt Bekanntschaften zwischen Personen, die, aufgrund der hinterlegten Informationen eine große Wahrscheinlichkeit haben, zusammenzupassen.

Die Idee kam seiner Mitgründerin Anna, als sie in Amerika ein Auslandssemester machte und kein Zimmer finden konnte. „WG Plattformen gibt es dort gar nicht. Deshalb ist für uns eine internationale, weltübergreifende Plattform das, wo wir gerne hin möchten.“

Der Name des Start-ups, das mittlerweile neben den Gründern sechs Mitarbeiter hat, geht auf eine Begriffszusammensetzung zurück: Nest, vom beispielsweise Vogelnest, steht für das Zuhause und yu von you, steht für die Person. So möchte Nestyu helfen, ein passendes Zuhause zu finden, das wie ein eigenes Nest sein kann. Das multinationale Team setzt sich aus Studierenden des KIT und der Hochschule Pforzheim zusammen.

Nestyu gewann den Gründerwettbewerb GROW 2017 und hatte so die perfekte Ausgangslage, das Start-up auf den Weg zu bringen. Dennoch war die Gründung nicht so einfach. „Klar hatten wir auch unsere Schwierigkeiten. Gerade beim Team ist es wichtig, dass wir eine gemeinsame Vision haben, an einem Strang ziehen. Eine Gründung ist nicht billig und vor allem die Suche nach einem Entwickler für unsere Website und die App war sehr schwierig. Hier stehen wir mit großen Firmen in Konkurrenz, die den Vorteil haben, große Gehälter zahlen zu können.“

Raji Sarhi und seine Gründerkollegin Anna Loerzer haben in manchen Phasen des Start-ups 15 Stunden täglich in die Arbeit investiert. „Schon früh haben wir gelernt, dass gutes Zeitmanagement sehr wichtig ist und bei manchen Dingen Abstriche zu machen sind. Wenn ich ein Start-up habe, kann ich nicht drei Tage in der Woche mit meinen Freunden am Baggersee sitzen.“ Bereuen tut Raji aber nichts: „Jetzt ist die beste Zeit zum Gründen. Man hat noch keine Verpflichtungen wie Familie und hat noch die Energie, sich einer Gründung zu stellen.“

Neugierig? Hier geht es zu nestyu.

Montag, 25. Februar, 2019
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Geschrieben von: Gastautor