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Mit dem IPEK in Shanghai: Auslandserfahrungen in Fernost

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Ines studiert im fünften Semester Maschinenbau am KIT. Ihre Bewerbung für einen Auslandsaufenthalt verschlug sie nach Shanghai, wo sie ein Semester studierte und zurzeit ein Praktikum bei HILTI macht. Unsere Autorin Sarah Werner war für das KIT in China unterwegs und traf sie in einer deutschen Bäckerei in Shanghai.

Fotos: privat

 

Eigentlich wollte Ines in die USA: Über das GEARE-Austauschprogramm des IPEK hatte sie sich Ende 2014 für ein Semester an der Purdue University beworben. Mit diesem Programm können IPEK-Studis ein Semester an der Purdue University oder an der Shanghai Jiao Tong University verbringen. Der Bewerberandrang war hoch: Für die USA reichte es für Ines zwar nicht, doch man bot ihr einen Platz in China an. „Meine erste Reaktion war ‚Bitte waaaaaaaas?‘“, lacht die Maschinenbaustudentin. „Ich sollte mich innerhalb von zwei Tagen entscheiden. War etwas spontan, aber im Nachhinein habe ich nichts bereut und manchmal muss man ja zu seinem Glück gezwungen werden.“


Auch ein dreimonatiges Industriepraktikum kann im Anschluss an das Semester absolviert werden: Ines kam bei der Firma HILTI in Shanghai unter. „Beworben habe ich mich von Deutschland aus“, erzählt sie. „Ich war mit dem KIT auf einer Exkursion bei HILTI und habe dort wegen eines Auslandspraktikums nachgefragt. Das hat dann auch geklappt.“ Nicht nur um das Praktikum, auch um eine Wohnung in Shanghai musste sich Ines selbst kümmern: „Das Team von GEARE unterstützt die Studis vor allem dabei, die Zulassung zum Studium an der Partneruni und das Visum zu organisieren“, erklärt die Studentin.

 


In Shanghai wohnt Ines in einer Vierer-WG mit anderen Studenten des KIT zusammen. Die Wohnung fanden sie dank einheimischer Hilfe: „Am Campus wurde uns ein Chinese als ‚Buddy‘ zugeteilt, der im Frühling nach Deutschland kommt. Er hat uns geholfen, über chinesische Makler eine Wohnung zu finden.“ An der Uni und im Praktikum knüpfte sie schnell weiteren Kontakt zu chinesischen Freunden, die ihr im Alltag helfen konnten, etwa bei der Suche nach dem richtigen Handyvertrag oder wenn es Probleme mit dem Visum gab.

 
Zeit, um Land und Leute zu erkunden, hatte die Maschinenbaustudentin auch: Mit ihren Kommilitonen erkundete sie im Urlaub und auf Wochenendausflügen das Reich der Mitte. Als Ersatz für ihr Klavier, das in Karlsruhe steht, lernte sie Guzheng zu spielen, eine Art chinesische Zither. Auch der Sprache hat sie sich gestellt: Inzwischen kann sie Plakate in der U-Bahn lesen oder Apps auf Chinesisch bedienen. „Die Chinesen freuen sich immer total, wenn man ein paar Wörter in ihrer Sprache sagt“, so Ines.

 


Generell sei ihr die Umstellung in China leicht gefallen. So manches sei sogar unkomplizierter als in Deutschland: „Das Metro- und Bussystem ist gut ausgebaut und schnell.“ Natürlich gab es auch Dinge, die sie nervten: der viele Verkehr oder die stark verschmutzte Luft zum Beispiel. „Aber bei vielen Sachen denke ich mir einfach, dass ich sowieso nur ein dreiviertel Jahr hier bin“, sagt sie, „Das Tolle an so einer Auslandserfahrung ist ja auch, dass man das ‚Alte‘ mehr zu schätzen lernt. Ich freue mich zum Beispiel schon total auf deutsches Brot.“

 

Montag, 5. September, 2016
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Meta Wolfsperger

Geschrieben von: Meta Wolfsperger
Meta Wolfsperger studiert am KIT Wissenschaft – Medien – Kommunikation und arbeitet als Autorin für clicKIT.