RAUSGESCHAUT

Meer-Infos am Running-Sushi-Band: „Wissensbuffet“

„Als ich diese lustigen Fisch-Flyer gesehen habe, wusste ich: Da will ich hin!“, lacht Nina. Sie studiert Wissenschaftskommunikation am KIT und nahm mit 50 anderen Mittagsgästen am „Wissensbuffet“ am Running-Sushi-Band des „Asia Dynasty“ in Karlsruhe teil: Parallel zum Essen hielten Wissenschaftler kurze Vorträge über das Meer als Nahrungsquelle.

Fotos: Laila Tkotz
Text: Nina Setzler

 

Algen sind kleine Kraftwerke
Christine Rösch vom ITAS erklärt, warum Algen wertvoll für die Ernährung sind. Die kleinen Kraftwerke können zum Aufbau von Biomasse beitragen und bilden wertvolle Inhaltsstoffe wie Proteine, Fettsäuren und Antioxidantien aus, wenn sie unter anderem genügend CO2 zugeführt bekommen. Deshalb kultiviere man Mikroalgen in Bioreaktoren, sei heute aber noch stark mit der Forschung beschäftigt. „Wir kennen Chlorella oder Spirulina als Nahrungsergänzungsmittel oder Zutat von Smoothies. Aber vielleicht können Sie sich künftig neue Nahrungsmittel aus Mikroalgen hier vom Band nehmen. Das wäre ein Beitrag zur Nachhaltigkeit und würde dem Ungleichgewicht durch die Überfischung der Meere entgegenwirken.“

 

 

 

Wo kommt mein Fisch her?
Passend zum Thema fährt auf dem Sushi-Band hinter Algensalat und California-Rolls auch ein Einkaufsratgeber für Fische und Meeresfrüchte an den Gästen vorbei. Darin markieren Ampelfarben, welche Herkunftsländer unbedenklich sind und bei welchen Vorsicht geboten ist: Forelle aus EU-Bioaquakultur, Hering aus Nord- und Ostsee oder Nordatlantik, Lachs aus Alaska, allerdings lieber nicht aus Chile oder der Ostsee! Weitere Wissenshappen gibt es als charmant illustrierte Postkarten und extra für dieses Event angefertigte Glückskekse.

„Ich finde es gut, mal auf diese Dinge aufmerksam gemacht zu werden“, sagt Nina nach dem ersten Vortrag und sammelt begeistert die verschiedenen Postkartenmotive. „Es ist gar nicht so einfach, hier in Süddeutschland guten Fisch zu bekommen, zumal für einen studentischen Geldbeutel.“ Da hat Referent Hendrik Monsees einen Tipp: Auch mal zu geräuchertem Fisch greifen! Wie man Fisch verarbeitet und veredelt, hat er den Teilnehmern seines preisgekrönten Workshops „Vom Futter zum Filet“ beigebracht, den er kurz vorstellt. Dort ging es auch um sein „Tomatenfischprojekt“, das Fisch- und Gemüsezucht kombiniert und umweltfreundliche Effekte mit sich bringt.


Von Scampis und Garnelen
Von der Waterkant angereist kam Ines Lehmann vom Max-Rubner-Institut in Hamburg. Die Expertin für Fisch-Kennzeichnung enthüllt, dass in vielen Restaurants keine echte Seezunge auf den Teller kommt, sofern nicht der ganze Fisch serviert wird. „Das ist nicht schlimm, es gibt andere leckere Zungen. Aber Seezunge ist sehr teuer!“ Dann erklärt sie anhand anschaulicher Bilder den Unterschied zwischen verschiedenen Matjesarten und lichtet die Verwirrung um die Namensgebung der Scampi (deren Singularform Scampo lautet!): Nur die Art „Nephrops Norvegicus“ darf sich so nennen – alle anderen sind Garnelen!

Nach drei spannenden Fisch-Vorträgen fragte sich Nina, was das Weiße auf ihrem Nigiri-Sushi ist. „Ich tippe auf Aal, allerdings könnte der auch etwas fetter aussehen.“ Wie praktisch, dass die Experten nach dem offiziellen Teil noch durch die Reihen gehen und Fragen der Zuhörer beantworten.

Hintergrundinfo:
Das „Wissensbuffet“ ist eines der 15 Gewinnerprojekte des Hochschulwettbewerbs von „Wissenschaft im Dialog“ im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 „Meere und Ozeane“. Unter dem Motto „All you can eat and learn“ nutzt das Projekt die gemütliche Atmosphäre eines Restaurantbesuchs, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Denn Fisch als Nahrungsquelle und der Schutz von Beständen und ihrer Umwelt ist ein Thema, das uns alle betrifft, selbst in einer küstenfernen Stadt wie Karlsruhe“, erläutert Projektleiter Philipp Schrögel aus der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik des KIT.

Mehr Informationen gibt es hier.

Montag, 19. Juni, 2017
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