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Kunst am KIT: Hier steht der Mensch im Mittelpunkt

An den Skulpturen, die überall am KIT Campus Süd stehen, ist jeder von uns schon einmal vorbeigegangen. Woher die zahlreichen Bilder in den Büros der Dozentinnen und Dozenten stammen, hat sich wohl kaum jemand gefragt. Saskia Bälz ist der Sache auf den Grund gegangen und hat mit Andrea Stengel über die Kunstwerke am KIT gesprochen. Andrea Stengel ist Kunsthistorikerin und betreut die Kunstsammlung des KIT, die am Campus Nord ansässig ist.

Text: Saskia Bälz
Fotos: Saskia Bälz

 

Die Kunstsammlung des KIT
„Wir haben hier eine ganze Menge Bilder, die sich die Mitarbeiter am Campus Nord fürs Büro ausleihen können“, berichtet Andrea Stengel über die Kunstsammlung. Am Campus Süd sieht es etwas anders aus – die Kunstwerke hier gehören nicht dem KIT, sondern dem Regierungspräsidium Karlsruhe. Doch auch am Campus Süd können sich die Mitarbeiter Kunst ausleihen, dafür ist ebenfalls Andrea Stengel die Kontaktperson.

Bei den Kunstwerken am KIT steht der Mensch im Mittelpunkt
Die Kunstsammlung ist nicht etwa ein neues Phänomen, sie gibt es schon seit über 40 Jahren. Begonnen hat alles am ehemaligen Kernforschungszentrum in Karlsruhe, dem heutigen Campus Nord. Der damalige Bauleiter Alfred Bauer rief die Kunstsammlung Ende der 1960er ins Leben, wie Andrea Stengel berichtet: „Er war ein sehr kunstinteressierter Mann, der sehr viele Künstler kannte, auch Kunstschaffende und Sammlungsleiter.“ Das persönliche Interesse an der Kunst gab letztlich den Anstoß, doch die Intention der Kunstsammlung war laut Andrea Stengel schon früh klar: „Das Hauptthema hier war von Anfang an, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.“ Das Kernforschungszentrum war unheimlich technisch fokusiert – die Kunstsammlung sollte einen Kontrast zum rein naturwissenschaftlichen Arbeitsauftrag des Campus Nord darstellen. „Deshalb gibt es sehr viele Kunstwerke, die den Menschen, den Körper und den Kopf als Motiv haben.“ Besonders der Kopf als Sitz der Seele und des Geistes wird in den Werken der Künstler zum Ausdruck gebracht.

 

Der Fundus in der Artothek des KIT

 

 

Es wird auf regionale Künstler gesetzt
Nicht nur die Thematik des Kunstwerkes stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Auch der Künstler, der hinter dem Kunstwerk steht, hat eine besondere Bedeutung, denn es wird auf regionale Künstler gesetzt berichtet Andrea Stengel. Viele von ihnen seien an der Karlsruher Akademie verankert gewesen, etwa ehemalige Professoren. Neben Werken von regionalen Künstlern tummelt sich allerdings auch das ein oder andere Werk von Kunstschaffenden internationaler Bedeutung am KIT: „Eines der großen Highlights ist die Keramikwand von Ernst Wilhelm Nay. Das war eines der ersten Kunstwerke, die am KIT angeschafft wurden, und er gilt als einer der größten deutschen Maler der Nachkriegszeit“, sagt die Kunsthistorikerin.

Aus Hobby wurde eine Unternehmenskunstsammlung
Heute umfasst die Kunstsammlung rund 900 Stücke – eine beachtliche Anzahl an Werken, die sich oftmals in den Büros der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des KIT befinden. Die Karlsruher Universität ist mit ihrer Kunstsammlung allerdings keine Ausnahme: „Es gibt viele Unternehmen, die dasselbe tun, unter anderem um Kultur zu fördern.“ Viele Kolleginnen und Kollegen begrüßen diese Möglichkeit, erzählt Andrea Stengel: „Der eine oder andere mag seine Bilder sehr gerne und behält sie lange, aber viele kommen auch jedes Jahr wieder und tauschen aus. Ich habe da einige Wiederholungstäter.“

Auch Studenten können sich mit einbringen
Andrea Stengel freut sich über passende Kunstvorschläge aus den Reihen der Studenten. Wer generell Interesse an der Kunstsammlung und den Skulpturen am KIT hat, kann auch eine Führung über den Campus Nord oder Campus Süd bei ihr buchen.

Sonntag, 7. Mai, 2017
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Geschrieben von: Gastautor