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KIT Studis im Ausland – Robin Mehl in Hawaii

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Aloha! Robin Mehl studierte im Master Sportwissenschaft am KIT mit dem Schwerpunkt „Bewegung und Gesundheit“. Im Rahmen des Studiums absolvierte er ein Praktikum an der University of Hawaii at Manoa. In clicKIT berichtet er über das Leben auf Hawaii, gibt Freizeit- und Essenstipps und verrät euch, was ihr bei der Organisation beachten müsst, wenn ihr selbst mal einen Auslandsaufenthalt in Hawaii plant.

Text und Fotos: Robin Mehl

 

Was genau hast Du in Hawaii für Dein Studium gemacht?
Ich arbeitete an verschiedenen wissenschaftlichen Projekten mit, unter anderem auch im Office of Public Health Studies. In einem Projekt sollte die körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und ein generell gesunder Lebensstil in einer Schule gefördert werden. Ich bereitete den Unterrichtsstoff zu diesen Themen für Schüler der 12. Klasse vor, die ihr Wissen wiederum an jüngere Schüler weitergeben sollten. Dabei sollte der Einfluss von Gleichaltrigen bei der Wissensvermittlung betrachtet werden.
Das zweite Projekt bezog sich auf die Bearbeitung von Daten, die sich ebenfalls mit diesen Themen befassten. Es waren Befragungen von mehreren Kohorten über einen Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt worden. Meine Aufgabe bestand unter anderem darin, die vorhandenen Daten zusammenzufügen, zu ordnen und sie auszuwerten. Eine der Forschungsfragen war zum Beispiel: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der körperlichen Aktivität im Kindes- und Jugendalter und der körperlichen Aktivität zu einem späteren Zeitpunkt im Leben?

 

Wie kann man sich die Universität in Hawaii vorstellen?
An der University of Hawaii at Manoa sind ca. 20.000 Studenten eingeschrieben. Die Universität liegt auf der Insel O’ahu und ist etwa 5 km vom Zentrum (Waikiki) der Hauptstadt Honolulu entfernt. Sie ist von dort leicht per Bus oder Fahrrad zu erreichen. Für Pausen bietet der Campus Sitzgelegenheiten und Grünflächen zur Erholung an. Es gibt eine für Studenten meist frei zugängliche Sporthalle und ein Fitnessstudio, beide in sehr gutem Zustand. Für das Mittagessen stehen verschiedene Menüs zur Auswahl, die an zwei oder drei Standorten angeboten werden. Ich war aber die meiste Zeit im Büro im Office of Public Health Studies und kann deswegen nicht viel mehr über den Campus sagen.

 

 

 

Wie verbringt man in Hawaii seine Freizeit?
In Honolulu regnet es eher selten, der Regen bleibt meist in den Bergregionen hängen. Die Temperaturen bewegen sich das gesamte Jahr über zwischen 25 und 30 Grad. Sobald man das Zentrum der Stadt oder die Highways der Insel verlässt, ist man entweder direkt am Strand oder relativ schnell im Grünen und kann die Landschaft auf einem Hike erkunden, von denen es sehr viele gibt. Die Schwierigkeitsstufen umfassen lockere, kurze flache Strecken bis hin zu gefährlichen Kletterrouten, einige sogar ohne Sicherung. Wer möchte, kann auch zwischen drei und vier Uhr nachts starten und mit Taschenlampe ausgerüstet einen der vielen Berge erklimmen, um von dort aus den Sonnenaufgang zu erleben.

An mehreren Stränden ist kostenloses Schnorcheln möglich. Bereits ab dem 2. Mal lohnt es sich, eine eigene Schnorchelausrüstung zu haben, statt eine zu mieten. Am bekanntesten ist die Hanauma Bay, bei der man mit einem Studentenausweis der UH Manoa kostenlos reinkommt. Mit etwas Glück sieht man auch Schildkröten, z.B. am Laniakea Beach an der Nordseite der Insel. Es gibt zudem genügend Möglichkeiten, sich ein Surfbrett auszuleihen. Für Anfänger sind die Strände in der unmittelbaren Umgebung von Waikiki gut zum Surfen geeignet, für Profis ist dagegen besonders die Nordseite der Insel interessant, an der je nach Jahreszeit riesige Wellen entstehen und auch Wettbewerbe stattfinden. Man sollte sich jedoch gut informieren, da es je nach Strömung selbst für sehr gute Schwimmer schnell gefährlich werden kann.

Wem all das zu viel Action ist, für den gibt es eine große Auswahl an Stränden, um zu relaxen. In Waikiki sind viele Touristen. Andere Strände sind dagegen deutlich ruhiger und besonders zum Sonnenaufgang und -untergang ist es dort sehr schön.

In Hawaii gibt es viele verschiedene gute Unisportmannschaften, deren Spiele man sich anschauen kann. Die Frauenmannschaft ist im Volleyball sehr erfolgreich. Obwohl es „nur“ Unimannschaften sind, ist die Stimmung sowohl bei den Volleyball- als auch bei den Basketballspielen sehr gut. Im größten Stadion, dem Aloha Stadium, spielt die Footballmannschaft. Auch wenn diese meist nicht den größten Erfolg hat, lohnt es sich, ein Spiel anzuschauen und die Stimmung dort zu erleben. Wer selbst aktiv sein will und etwas mehr Adrenalin braucht, für den gibt es zudem die Möglichkeit eines Fallschirmsprungs.

Schließlich bietet es sich an, nach dem Praktikum oder auch am Wochenende eine der Nachbarinseln zu besuchen. Die Flüge zu den Nachbarinseln sind recht unkompliziert und die reine Flugzeit liegt unter einer Stunde. Die Kosten für den Hin- und Rückflug auf eine Insel liegen bei ca. 130 Dollar. Vor Ort einen Mietwagen zu buchen ist eine gute Idee – besonders wenn man nur begrenzte Zeit auf den Inseln hat, lässt sich mit einem Auto viel Zeit sparen.

  • Hanauma Bay

 

 

Was gibt es in Hawaii zu essen?
Eine gute Möglichkeit zum Einkauf bieten Farmers Markets, die an unterschiedlichen Tagen an unterschiedlichen Orten stattfinden und eine große Auswahl an leckeren Früchten wie Ananas, Mangos, Papaya, Kokosnüssen etc. bieten. Oder man findet Angebote an einem Stand direkt neben der Straße.

Hawaiianische Spezialitäten lassen sich beim Luau ausprobieren, einem polynesischen Festschmaus, bei dem es Schweinefleisch aus dem Ofen gibt (Kalua pig). Diese sogenannten „Kochfeste“ finden unter freiem Himmel statt, das Fleisch wird in einer Erdgrube gebacken. Optimalerweise wird man von Einheimischen dazu eingeladen. Man kann diese Feste aber auch als Touristenattraktion buchen und bekommt noch ein zusätzliches Programm geboten.

Sehr traditionell sind vor allem Fisch und Poi, ein Brei, der aus der Tarowurzel gewonnen wird und gewöhnungsbedürftig schmeckt. Ein typisch hawaiianisches Essen könnte auch aus Lomi Lomi Salmon (Salat mit Lachs und Gemüse) oder Poke (Fischsalat) mit einem Haupia (Kokosnusspudding) als Nachtisch und einem hawaiianischen Fruchtpunsch bestehen.

Mittlerweile ist auch der sogenannte „Plate Lunch“ sehr verbreitet. Er besteht aus Reis, Makkaronisalat und Fleisch,z.B. Chicken-Katsu. Außerdem gibt es das bekannte Gericht Loco Moco, bei dem ein Hamburger-Patty mit einem Ei auf Reis mit Soße serviert wird.

Typische Desserts sind Shave Ice (Schabeeis) bei dem – wie der Name schon sagt – fein geschabtes Eis mit farbigem Sirup übergossen wird. Unter dem Eis verbirgt sich entweder eine Eiscreme oder Azukibohnen, um die verschiedenen Aromen des Sirups abzurunden.

 

Shave Ice

 

 

Welche Tipps kannst Du zur Organisation eines Auslandsaufenthalts geben?
Bei der Organisation des Auslandsaufenthalts ist neben Bewerbung, Visum undBuchung des Flugs die Wohnungssuche zu erledigen. Man kann in einem Hostel nur für kurze Zeit unterkommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Hostels gibt, bei denen man auch in kleinen Wohngemeinschaften für einen längeren Zeitraum wohnen kann. Je nachdem, in welcher Lage man eine Unterkunft haben möchte und ob man ein eigenes Zimmer wünscht oder sich eins teilt, können die Kosten pro Monat zwischen 360 Dollar und 1400 Dollar liegen.

Wenn man über ein Hostel eine Unterkunft findet, ist es zudem leichter, Kontakte zu knüpfen. Dort wohnen Studenten, die längerfristig an der Universität sind oder auch ein Praktikum machen. Zu meiner Zeit setzte sich die Wohngemeinschaft aus den Nationalitäten Japan, Korea, Russland, Frankreich, USA und Deutschland zusammen. Aufgrund dieser nationalen Vielfalt waren gemeinsame Unternehmungen möglich und man kann auch etwas über andere Länder erfahren, z.B. bei einem „internationalen Dinner“.
Wenn man als eingeschriebener Student auf Hawaii wohnt, besteht die Möglichkeit, über die International Student Association (ISA) der University of Hawaii in Manoa (UHM) an diversen Aktionen teilzunehmen. Mehr Infos hier.

 

Was ist Dein Gesamteindruck von Hawaii?
Generell ist mir positiv aufgefallen, dass die meistens Menschen, die ich kennengelernt habe, sehr zuvorkommend, freundlich und gesprächsfreudig waren. Es kann vorkommen, dass man im Bus angesprochen wird und wenn man sich drauf einlässt, in ein interessantes Gespräch verwickelt wird. Generell herrscht eine gemütliche, lockere Atmosphäre, was vielleicht am besten mit der allgemein verbreiteten Geste „Shaka“ beschrieben werden kann. Dabei handelt es sich um eine typische Handhaltung, bei der die geschlossene Faust mit abgespreiztem Daumen und kleinem Finger gehoben wird. Diese Geste wird zu unterschiedlichen Anlässen gebraucht und nicht nur bei Bekannten angewandt. Sie bedeutet so viel wie „cool“ oder „locker“ und wird auch als Gruß oder zum Dank beim Autofahrern eingesetzt. Die Zeit auf Hawaii war für mich sehr erlebnisreich und ich kann einen Aufenthalt dort nur empfehlen.

Montag, 25. September, 2017
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