GESICHTER, RAUSGESCHAUT, STUDIUM

KA-Hero: Studierende des KIT entwickeln Nachhaltigkeits-App

Im November 2017 fand in Karlsruhe zum ersten Mal ein Climathon statt: 24 Stunden rauchten die Köpfe, als sich Studierende aller Fachrichtungen mit dem Thema „Klimaschutz im Alltag“ befassten. Auch aus dem KIT waren Teilnehmer dabei – und entwickelten unter anderem ein Konzept für eine Nachhaltigkeits-App, die in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe und dem KIT realisiert werden soll. Tu-Mai Pham-Huu hat mit Valentin Goldberg über das Projekt gesprochen.

 

 

 

„Wir haben ein Konzept für eine App entwickelt, die Informationen rund um das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit gebündelt anbietet“ beschreibt Valentin Goldberg, der im Master „Angewandte Geowissenschaften“ am KIT studiert, das Vorhaben. Die App soll verschiedene Challenges mit dazugehörigem Punktesystem, einen Newsfeed und eine Wissensdatenbank beinhalten. „Außerdem planen wir eine interaktive Karte, auf der die Menschen in Karlsruhe nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten, lokale Wochenmärkte und weitere passende Angebote finden“, ergänzt er.

 

 

Climathon: 24 Stunden für den Klimaschutz
Realisiert wird das Projekt vom studentischen Team „KA-Hero“, das beim Climathon 2017 in Karlsruhe mit ihrem Konzept den Pitch gewonnen hat. Der Climathon ist ein Ideenwettbewerb, der jährlich vom EIT Climate KIC organisiert wird und weltweit zeitgleich in mehreren Städten stattfindet. Vor Ort gibt es Kooperationspartner aus Praxis und Wissenschaft: So wurde der Climathon in Karlsruhe mit Un¬ter¬stüt¬zung des KIT und der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und von der städtischen Dienststelle für Umwelt- und Arbeits¬schutz organisiert.

„In meinem Studiengang ist Klimaschutz ein sehr präsentes Thema“, sagt Valentin. „Am Climathon reizte mich vor allem das Format: 24 Stunden für den Klimaschutz.“ Los ging es um 10 Uhr im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit der Stadt Karlsruhe. Es waren Teilnehmer von allen Karlsruher Hochschulen und aus verschiedensten Studiengängen vertreten.

Impulsvorträge behandelten zunächst Probleme und Fragestellungen rund um das Thema Klimaschutz. Das Fazit: Klimaschutz stellt ein Querschnittsthema durch die Gesellschaft dar. Es braucht neue Konzepte und Wertmaßstäbe, um dem Klimawandel entgegenzuwirken – diese sollten die Teilnehmer nun in Teams erarbeiten.

Die konkrete Aufgabenstellung: Den Menschen Klimaschutz näherbringen und in das alltägliche Leben integrieren. Abgabetermin: Neun Uhr am Morgen des Folgetags. Zwei professionelle Coaches betreuten die Studierenden, die für den abschließenden Pitch-Wettbewerb einen einminütigen Videoclip und eine sechsminütige Präsentation zeigen sollten.

 

 

Die Nachhaltigkeits-App überzeugte die Jury
„Die Ideen waren nicht das Problem“ erinnert sich Valentin. „Vielmehr, welche davon wir nehmen sollten. Wir hatten ja nur eine Nacht Zeit.“ Die Studierenden gingen mit viel Energie an die Arbeit, doch nach Mitternacht zeigten sich erste Ermüdungserscheinungen: „Einige Teilnehmer verabschiedeten sich, weil schlafen gehen doch verführerischer war.“ Für die Verbliebenen galt es, die Ideen weiter auszuarbeiten und die Präsentationen vorzubereiten. In den Arbeitsräumen wurden Wände vollgeklebt, Mindmaps erstellt – und alles wieder verworfen. Stück für Stück nahmen die Ideen Gestalt an. „Außerdem haben wir die Möglichkeit genutzt, uns mit verschiedenen Climathons weltweit zu vernetzen“ sagt Valentin.

Um 07:00 Uhr morgens trafen sich die „Überlebenden“ der Nacht zum gemeinsamen Frühstück. Der fehlende Schlaf hatte deutliche Spuren bei allen hinterlassen, die durchgehalten hatten – das Frühstück sei sehr ruhig gewesen, beschreibt Valentin den Morgen. Der Pitch-Wettbewerb fand vor einer Jury aus Vertretern der Stadt und den Hochschulen statt.

„Mein Team KA-Hero setzte sich mit einem hauchdünnen Vorsprung durch“, freut sich Valentin. Bei der Realisierung des Projektes werden die Studierenden von der Stadt Karlsruhe und dem KIT unterstützt. Im Januar 2018 fand das erste Treffen mit dem Team, den Mitarbeitern des städtischen Umwelt- und Arbeitsschutzes und Herrn Dr. Wolfgang Breh vom KIT-Zentrum Energie statt. Besprochen wurden unter anderem organisatorische Themen wie das weitere Vorgehen, die Nutzungsrechte an der fertigen App und Programmierstandards sowie die inhaltlichen Features der App.

„Das Engagement der Studierenden zeigt, dass in Karlsruhe schon heute eine beachtliche Anzahl von ‚Klimaschutz-Heros‘ unterwegs sind“, sagt Breh. Das KIT werde das studentische Projekt gemeinsam mit den anderen Ausrichtern des Climathons mit Nachdruck unterstützen. “Von der Idee der Nachhaltigkeits-App bin ich begeistert und freue mich darauf, wenn sie zur Anwendung kommt!“

 

 

Weitere Information zum Climathon und Clips von den teilenehmenden Teams.

Dienstag, 3. April, 2018
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Tu-Mai Pham-Huu

Geschrieben von: Tu-Mai Pham-Huu
Tu-Mai Pham-Huu ist Redaktionsleiterin Crossmedia am KIT. Sie hat Psychologie in Heidelberg studiert und an der Burda Journalistenschule volontiert.