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KIT Studis im Ausland: Martina Marek im Silicon Valley

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KIT-Absolventin Martina Marek hat 2014 ihren Bachelor in Elektro- und Informationstechnik am KIT abgeschlossen. Ihren Master macht sie jetzt an einer der bekanntesten und besten Unis der Welt: Stanford im Silicon Valley. Mit Tu-Mai Pham-Huu sprach sie über ihre Erfahrungen.

Fotos: privat

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„Der Ruf der Uni war auch der ausschlaggebende Punkt, weniger das Land“, sagt Martina. Sie sei neugierig gewesen, wie es ist, an einer der weltweit renommiertesten Hochschulen zu studieren. Kein Wunder: Gehört doch Stanford zu den Universitäten, die reihenweise Berühmtheiten in der digitalen Szene hervorgebracht haben und aus denen selbst Studienabbrecher erfolgreiche Startups gründen. „In den dreimonatigen Sommerferien habe ich dann auch bei einem Startup ein Praktikum gemacht“, erzählt Martina.


Auf dem Campus spielt sich das Leben ab

Besonders begeistert ist Martina vom Campus in Stanford: „Dort sieht es fast schon wie in einem Ferienressort aus. Der Campus ist unglaublich schön und weitläufig, es gibt viele Orte, wo sich Studenten treffen und lernen können.“ Da die Kurse sehr arbeitsintensiv seien und die Motivation der Studierenden sehr hoch, sei auf dem Campus immer viel los. Vor allem, weil sich ohnehin der Großteil des studentischen Lebens dort abspiele: „Palo Alto ist zwar direkt nebenan, aber eher ein langweiliger amerikanischer Vorort. San Francisco ist leider eine Stunde entfernt.“


Viele Angebote sind für Studis umsonst

Da Studierenden allerdings enorm viel geboten wird, ist das gar nicht so schlimm. Die Uni bietet Hilfe in allen Belangen: „Tutoren helfen bei den Hausaufgaben, Community Assistants organisieren Socialising Events für die Studierenden. Es gibt unglaublich viele Vorträge auf dem Campus – teilweise von Forschungsgruppen, aber auch von Firmen. Manchmal hält auch die Uni selbst Karriereveranstaltungen ab“, sagt Martina. Augenzwinkernd fügt sie hinzu: „Dazu gibt es fast immer eine kostenlose Mahlzeit, um die Studis anzulocken.“ Besonders beeindruckt ist sie davon, dass fast alles inklusive ist: Fitnesscenter, Sportanlagen und Pools, die über den Campus verteilt sind sowie kostenlose Konzerte und Sportevents.

 


Der Arbeitsaufwand ist viel höher

Trotz all dieser Annehmlichkeiten ist der Aufenthalt jedoch kein Zuckerschlecken: „Ich musste mich doch erst mal sehr an den anderen Unialltag gewöhnen“, gibt Martina zu. „Man hat wöchentlich Hausaufgaben abzugeben und die sind sehr umfangreich. Dementsprechend stressig sind die Semester. Aber wenn man seine Arbeit macht, bekommt man auch entsprechend gute Noten.“


Leben in den USA

Und was ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten anders als zu Hause? „Die Leute hier in Stanford sind in der Öffentlichkeit immer unglaublich nett“, bemerkt Martina. Auf der Straße mit wildfremden Menschen Smalltalk zu führen sei vollkommen normal. Trotzdem bleibe der Kontakt eher oberflächlich, stellt sie fest. Immer wieder erstaunt ist Martina über die schlechte Infrastruktur, die man in so einem reichen Land nicht erwarten würde: „Schlaglöcher in den Straßen, katastrophaler Handyempfang, langsames Internet – das hat mich dann doch überrascht.“ Schöner als zu Hause sei auf jeden Fall die Natur. Martina kommt ins Schwärmen: „Die Nationalparks hier sind der Hammer! So viel Wildnis findet man in Europa nicht.“


Finanzierung ist leichter, als man denkt

Martina hat als Stipendiatin keine Probleme mit der Finanzierung gehabt: Sie hatte im ersten Jahr ein Fulbright-Stipendium, das zweite Jahr wurde vom DAAD gefördert. Und falls es mit dem Stipendium nicht klappt, empfiehlt Martina, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen und sich trotzdem zu bewerben: „Viele Unis – vor allem im Bereich Engineering – bieten sehr gute Bezahlungen für Tutoren oder HiWis. Oft reicht das, um sich das Studium komplett zu finanzieren.“

Montag, 30. Januar, 2017
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Tu-Mai Pham-Huu

Geschrieben von: Tu-Mai Pham-Huu
Tu-Mai Pham-Huu ist Redakteurin am KIT. Sie hat Psychologie in Heidelberg studiert und an der Burda Journalistenschule volontiert.