ARBEITSWELT, GESICHTER

Ideen-reich: Kim Eisenmann entwickelt, was das Zeug hält

Ein Armband namens Xantus, mit dem Getränke auf K.-o.-Tropfen getestet werden können, der FlipPen, ein Stift zum Spielen, Schreiben und Markieren gleichzeitig: Kim Eisenmann, Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens am KIT, hat nicht nur Ideen, sie setzt sie auch um. Wie sie zu ihren Einfällen kam, wo sie Unterstützung erhielt und welche Tipps sie für gründungsinteressierte Studierende hat, erzählt die Gründerin unserer Autorin Sandra Wiebe.

Fotos: Xantus
Text: Sandra Wiebe


Wann kamst du auf die Idee, zu gründen?
„Schon in der achten Klasse wusste ich, dass ich gründen will. Deshalb habe ich mein Leben danach ausgelegt – angefangen mit der Studienwahl. Mir wurde vorher schon gesagt, dass es das einfachste sei, aus dem Studium heraus zu gründen. Das kann ich nur bestätigen. Ich dachte einfach ‚Mir kann eh nichts passieren!‘ und bin unerschrocken an die ganze Sache rangegangen.“

Kim Eisenmann, Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens am KIT, erfindet gerne – und setzt ihre Ideen auch um.

Wie bist du auf die Ideen vom FlipPen und Xantus gekommen?
„Ich habe mich mit meinem Partner, Sven Häuser, zusammengesetzt und überlegt, wo es Lösungen braucht. Die beiden Produkte – der FlipPen und Xantus – sind jeweils aus unserem direkten Umfeld entstanden. Ein Freund benötigt immer etwas zum Spielen während des Lernens, sucht aber gleichzeitig immer wieder einen Stift, um Sachen zu markieren oder zu notieren. Das stört die Konzentration. Also wieso nicht alles miteinander verbinden? So entstand der FlipPen. Das Testarmband für K.-o.-Tropfen haben wir entwickelt, als eine Freundin mit diesen in Berührung kam. Das hat uns sehr mitgenommen und wir wollten unbedingt andere vor solchen Erfahrungen bewahren.“

Mit dem Armband „Xantus“ kann jeder ganz einfach sein Getränk auf K.-o.-Tropfen untersuchen.
Nur ein kleiner Tropfen des Getränks muss auf das Testfeld aufgetragen werden. Färbt es sich blau, sind K.-o.-Tropfen im Getränk.

Hattet ihr Unterstützung?
„Wir hatten von Anfang an vier Mentoren, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Deshalb haben wir es sehr schnell – innerhalb von ein paar Monaten – von der Idee über die Gründung zum fertigen Produkt gebracht. Dabei geholfen haben mir auch verschiedene Vorlesungen am KIT, beispielsweise ‚Wir machen ein Patent‘ oder Vorlesungen zum Marken- und Patentrecht. Es erleichtert es ungemein, wenn man versteht, worüber die Anwälte reden.“

Hast du schon Pläne/Ideen für die Zukunft?
„Im Juli kommt Xantus endlich in die Filialen einer großen Drogeriemarktkette in Deutschland und in Österreich. Das ist ein großer Schritt. Momentan können wir von unseren Ideen noch nicht leben. Wir zahlen uns ein winziges Gehalt aus, um möglichst viel Geld für die Produktion usw. zu haben. Unsere Fixkosten sind gerade so gedeckt. Natürlich wollen wir langfristig von unseren Ideen leben können. Das nächste Projekt steht auch schon in den Startlöchern… das ist aber noch geheim. :)“

Hast du Tipps für alle, die gründen wollen?
„Das A und O ist: Man braucht ein wahnsinnig gutes Team. Denn das Ganze geht manchmal ganz schön an die Nerven und dann braucht man Leute, die das verstehen und die mitziehen. Man muss sich sehr gut verstehen, denn am Anfang hat man nur sich und seine Idee.
Hole dir Unterstützung! Wir bieten beispielsweise über die Steinbeis-Stiftung kostenlose Beratungen an. Wir selbst hatten viel Unterstützung und wollen unser Wissen jetzt auch weitergeben. Manchmal muss man dann auch sagen, dass die Idee Schwachsinn ist. Aber auch das hilft!
Verstehe dein Produkt und den Markt! Es passiert oft, dass die Leute sich nicht ausreichend informieren. Manchmal kommen sie mit einer Idee, dann erkundigt man sich und stellt fest, dass es bereits mehrere Konkurrenzprodukte gibt. Und: Du brauchst einen absoluten Leistungswillen! Denn es macht nicht jeden Tag Spaß… 🙂

Montag, 1. Juli, 2019
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Geschrieben von: Sandra Wiebe
Sandra Wiebe studierte Germanistik am KIT und ist seit Juli 2017 als Volontärin in der Abteilung Strategische Entwicklung und Kommunikation – Gesamtkommunikation am KIT angestellt.