RAUSGESCHAUT

Es geht auch ohne – der Umwelt zuliebe

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Berlin, München, Wien und nun auch in Karlsruhe: Im Mai 2016 hat Antonia Wucknitz in der Fächerstadt den ersten Laden eröffnet, der ausschließlich Waren ohne Verpackung zum Verkauf anbietet. Nina Steinhübel hat sich im „Unverpackt“ umgesehen.

Fotos: Manuel Balzer

 

Ausgestattet mit fünf Dosen, zwei Glasflaschen und einer Baumwolltasche komme ich vor dem „Unverpackt“ an. In  Antonia Wucknitz‘ Geschäft werden ausschließlich lose Produkte ohne Verpackung angeboten, um das Wegwerfen von Lebensmitteln und unnötige Müllproduktion zu vermeiden.
 

 

Von außen macht der kleine Laden gegenüber vom Hauptbahnhof einen positiven Eindruck: Helle Farben, Blumen vor der Tür und verglaste Außenwände. Ich laufe hinein und ein angenehmer Duft von neuen Holzmöbeln umgibt mich. Der Laden ist schick und einladend eingerichtet und besteht aus zwei Stockwerken. Im unteren Bereich steht an der großen Fensterfront ein gemütlicher Sitzbereich, für die Kunden liegen verschiedene Kochzeitschriften und Wasser bereit.  An den Wänden sind die Behälter für die Lebensmittel, die sogenannten Bulk Bins, angebracht, aus denen man sich seine Lebensmittel individuell abfüllen kann. Unter jedem Behälter hängt ein Schild mit dem Namen des Lebensmittels und dessen Preis.  Ich werde nett begrüßt und man zeigt mir, wo ich meine mitgebrachten Behälter vor dem Abfüllen wiegen kann. Nach dem Wiegen schaue ich mich im Laden genauer um. Im unteren Stockwerk befinden sich in den Bulk Bins Lebensmittel wie Kaffeebohnen, Gewürze und Süßigkeiten. Im Zweiten Stockwerk gibt es eine Ecke mit umweltfreundlichem Waschmittel, Spülmittel und Seife.

 

 

ClicKIT Unverpackt

„Insgesamt haben wir  500 verschiedene Produkte hier im Laden“, erklärt mir Antonia Wucknitz. Besonders beeindruckend finde ich den Bereich, in dem mir farbenfrohe Spirituosen und Dressings in riesigen Glaskaraffen entgegenleuchten. Vor allem der Mandarinen-Feigen-Essig hat es mir hier angetan – 500ml davon wandern in eine meiner Flaschen. Im Laufe meines Rundganges fülle ich mir noch Quinoa, Schokoladenkekse und Müsli ab. Der Preis für alles zusammen beträgt am Ende rund 6 € – für die Menge und Art der Lebensmittel meiner Meinung nach voll und ganz in Ordnung. Was mich am Ende am meisten freut ist das Verstauen der Lebensmittel zu Hause: Kein Aufschneiden, keine Plastikberge, kein vollgestopfter Mülleimer! Einfach Dose nehmen und ab in den Küchenschrank.

 


Für mich ist es ein ungewohntes, aber gutes Gefühl, meine Lebensmittel selbst abzufüllen. Im Gegensatz zu meinen sonstigen Einkäufen habe ich mir viel mehr Gedanken darüber gemacht, wie viel ich von einem Produkt wirklich brauche. Antonia Wucknitz bestätigt meinen Eindruck:  „Das finde ich das Schöne am Konzept `Unverpackt`. Man lässt sich mehr Zeit, wählt Lebensmittel bedächtiger aus und hat dadurch ein völlig neues Einkaufserlebnis“.

Mein persönliches Fazit: Schnappt euch Mamas Tupperdosen und kommt vorbei! Ein Besuch im „Unverpackt“ lohnt sich auf alle Fälle.

Montag, 8. August, 2016
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Nina Steinhuebel

Geschrieben von: Nina Steinhuebel
Nina Steinhübel studiert Wissenschaft – Medien – Kommunikation am Karlsruher Institut für Technologie. Seit Mai 2015 ist sie als freie Redakteurin für clicKIT tätig.